14. Einf2 Einführung Flashcards

(28 cards)

1
Q

Media Bias (Verzerrungen)

Was versteht man unter Media Bias (allgemeine Definition nach Lichter/Lee & Grimmer)?

A
  • Es ist jede Abweichung der Medienberichterstattung von einer objektiven Beschreibung der Realität (“deviation from an objective account of reality”).
  • Es bezeichnet die ungleiche Behandlung oder Bevorzugung (“favoritism”) einer bestimmten Seite eines Themas.
  • Wichtig: Bias ist per se weder “gut” noch “schlecht”, sondern eine Verzerrung, die auf verschiedenen Ebenen (Makro, Meso, Mikro) entstehen kann .
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2
Q

Media Bias (Verzerrungen)

Erkläre den Tonality Bias (Bewertungs-Verzerrung).

A
  • Hier wird ein vorherrschender Tenor in der Bewertung eines Themas suggeriert, der so nicht der Realität entspricht .
  • Problem: Für Rezipienten entsteht ein verzerrtes Bild der Meinungslage. Zudem erschwert es die Unterscheidung zwischen “Fakt” und “Meinung”, wenn das Trennungsgebot missachtet wird .
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3
Q

Media Bias (Verzerrungen)

Erkläre den Visibility Bias (Sichtbarkeits-Verzerrung).

A
  • Spezifische Aspekte, Akteure (z.B. bestimmte Politiker, NGOs) oder Themen werden überbetont, während andere ignoriert werden .
  • Dies betrifft auch die Übernahme von Frames oder Begrifflichkeiten einer bestimmten Partei.
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4
Q

Media Bias (Verzerrungen)

Ist jeder Bias absichtlich?

A

Nein. Bias kann strukturell bedingt sein (inhärent in Nachrichtenroutinen) oder unbewusst entstehen. Er wird oft als “strukturell” bezeichnet, um ihn von absichtlicher politischer Verzerrung zu unterscheiden.

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5
Q

Redaktionelle Linie & Synchronisation

Was ist eine redaktionelle Linie?

A
  • Die von der aktuellen Ereignislage unabhängige, grundsätzliche politische Tendenz eines Mediums (z.B. konservativ vs. linksliberal).
  • Bei Printmedien wird diese oft vom Verleger/Herausgeber bestimmt und durch Sozialisation an die Redaktion weitergegeben.
  • Normativ: Bei der Presse unproblematisch (Außenpluralismus), beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk hingegen ist Ausgewogenheit Pflicht (Binnenpluralismus) .
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6
Q

Redaktionelle Linie & Synchronisation

Was versteht man unter Synchronisation (nach Schönbach)?

A
  • Eine Form der einseitigen Berichterstattung, bei der Nachricht und Meinung vermischt werden .
  • Die Fakten werden so ausgewählt, dass sie die redaktionelle Linie (bzw. den Kommentar) stützen.
  • Merke: Nicht der Kommentar interpretiert die Fakten, sondern die Faktenauswahl dient der Meinung.
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7
Q

Redaktionelle Linie & Synchronisation

Was sind Opportune Zeugen (Opportune Witnesses)?

A
  • Eine Methode der Synchronisation: Journalisten zitieren bevorzugt solche Experten, Gruppen oder Quellen, die eine Meinung vertreten, die der eigenen redaktionellen Linie entspricht .
  • Dadurch wirkt die eigene Meinung “objektiv” bestätigt.
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8
Q

Redaktionelle Linie & Synchronisation

Was ist Instrumentelle Aktualisierung (nach Kepplinger)?

A
  • Das gezielte Hoch- oder Herunterspielen von Ereignissen (z.B. Erfolge oder Misserfolge), um einen bestimmten publizistischen Konflikt zu beeinflussen.
  • Ereignisse werden also instrumentalisiert, um eine bestimmte Position zu stärken.
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9
Q

Langfristige Trends im Journalismus

Was bedeutet Boulevardisierung?

A
  • Eine Entpolitisierung der Inhalte und eine Zunahme von Unterhaltungselementen.
  • Auch seriöse Medien nähern sich stilistisch dem Boulevard an (“Konvergenzthese”).
  • Folge: Oft flachere Unterhaltung, aber teils auch zugänglichere Nachrichtenformate.
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10
Q

Langfristige Trends im Journalismus

Was bedeutet Negativismus (Negativity Bias)?

A
  • Die Darstellung der Welt wird immer negativer; der Fokus liegt auf Krisen, Schäden, Konflikten.
  • Gründe: Journalisten sehen sich als Kontrolleure (“Watchdog”) oder folgen der Marktlogik “Negativity sells” .
  • Folgen: Kann Aufmerksamkeit steigern, aber auch Ängste, Zynismus und Politikverdrossenheit fördern.
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11
Q

Public Relations (PR) - Definitionen

Was ist das zentrale Ziel von PR (nach Röttger et al.)?

A
  • Die Legitimation der Organisation und ihrer Interessen.
  • Das Herstellen und Gestalten von Kommunikationsbeziehungen, um Vertrauen aufzubauen .
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12
Q

Public Relations (PR) - Definitionen

Wie wird Public Relations (PR) definiert (z.B. Grunig/Hunt)?

A

Als das Management der Kommunikation zwischen einer Organisation und ihren Teilöffentlichkeiten (Publics).

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13
Q

Public Relations (PR) - Definitionen

Wie unterscheidet sich Strategische Kommunikation von Propaganda?

A
  • Strategische Kommunikation: Persuasiv (überzeugend), um eigene Botschaften in den öffentlichen Diskurs zu bringen (“to enter the news discourse”).
  • Propaganda: Manipulativ und systematisch. Ziel ist es, Wahrnehmung und Verhalten massiv in eine bestimmte Richtung zu lenken (negativ konnotiert).
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14
Q

Public Relations (PR) - Definitionen

Was ist Persuasion?

A
  • Der Versuch, mentale Zustände (Einstellungen) von Personen zu ändern, meist als Vorstufe zu einer Verhaltensänderung.
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15
Q

Unterschied Journalismus vs. PR -> Folie 39

Vergleiche Journalismus und PR hinsichtlich ihrer Orientierung.

A
  • PR: Orientiert an Partikularinteressen (Interessen des Auftraggebers).
  • Journalismus: Orientiert am Gemeinwohl.
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16
Q

Unterschied Journalismus vs. PR

Vergleiche Journalismus und PR hinsichtlich ihrer Ziele

A
  • PR: Selbstdarstellung, Persuasion, Image-Bildung, Konfliktlösung.
  • Journalismus: Unabhängige Fremddarstellung, Information, Kritik, Kontrolle, Meinungsbildung.
17
Q

Unterschied Journalismus vs. PR

Vergleiche Journalismus und PR hinsichtlich ihrer Tätigkeit

A
  • Beide beschaffen, prüfen und produzieren Inhalte.
  • Aber: PR führt auch nicht-öffentliche Dialoge mit Stakeholdern, während Journalismus primär auf Veröffentlichung für ein Publikum abzielt.
18
Q

Kritik an PR & Verhältnis zum Journalismus

Was meint Habermas mit der Kritik, PR gehe einen “Umweg über ein fingiertes Allgemeininteresse”?

A

PR-Akteure verstecken ihre geschäftlichen Eigeninteressen, indem sie so tun, als ginge es ihnen um das Wohl der Allgemeinheit (Maskierung der Absicht).

19
Q

Kritik an PR & Verhältnis zum Journalismus

Was ist die “Assimilationsfalle” (Westerbarkey)?

A
  • Wenn PR-Material (Selbstdarstellung) so professionell gemacht ist, dass es unbemerkt als journalistischer Beitrag (Fremddarstellung) in den Medien landet.
  • Journalisten übernehmen PR oft ungeprüft (“parasitäre Nutzung”), was die Unabhängigkeit gefährdet .
20
Q

PR - Geschichte & Berufsbild

Nenne zwei historische Wurzeln der PR (vor dem 20. Jh.).

A
    1. Jh.: Gegenreformation der katholischen Kirche („congregatio de propaganda fide“) – missionarische Tätigkeit.
  1. Ende 19. Jh.: Erste Unternehmens-Pressestellen (z.B. Krupp 1870) in Deutschland .
21
Q

PR - Geschichte & Berufsbild

Was bedeutet die „Ko-Evolution“ von PR und Journalismus?

A

PR entstand parallel zum Journalismus als Gegenreaktion. Organisationen mussten auf die (als falsch/einseitig wahrgenommene) Berichterstattung reagieren und selbst Aufmerksamkeit generieren .

22
Q

PR - Geschichte & Berufsbild

Welche aktuellen Wandlungsprozesse gibt es im Berufsfeld PR?

A
  1. Akademisierung (mehr Studierte).
  2. Professionalisierung.
  3. Feminisierung (hoher Frauenanteil).
  4. Entgrenzung (Grenzen zu Journalismus und Marketing verschwimmen) .
23
Q

PR - Geschichte & Berufsbild

Nenne wichtige PR-Verbände in Deutschland. (Nur zur Einordnung)

A
  • DPRG: Deutsche Public Relations Gesellschaft.
  • GPRA: Gesellschaft der führenden PR-Agenturen.
  • BdP: Bundesverband der Kommunikatoren (ehem. Pressesprecher) .
24
Q

Abgrenzung PR vs. Marketing/Werbung

Wie verhalten sich Marketing, Werbung und PR zueinander?

A

Sie überschneiden sich, sind aber nicht identisch.
* Marketing: Umfassender Prozess (inkl. Produkt, Preis, Vertrieb).
* Werbung: Ein Teilbereich des Marketings (gekaufte Medienzeit/-raum).
* PR / Unternehmenskommunikation: Beziehungsmanagement mit allen Stakeholdern (nicht nur Kunden, auch Politik, Mitarbeiter, Investoren).
* Schnittmenge: Marketingkommunikation (z.B. Produkt-PR, Marken-PR) .

25
Definitionen & Persuasion Wie definiert Jungblut (2020) Strategische Kommunikation im Unterschied zu einfacher PR?
Als den gezielten Einsatz von Kommunikation, um in den Nachrichtendiskurs einzudringen ("to enter the news discourse") und die öffentliche Debatte zu beeinflussen. Strategische Kommunikatoren sind "Advokaten" ihrer Sache .
26
Definitionen & Persuasion Welche 4 Stufen umfasst der Prozess der Persuasion (Überzeugung)?
1. Aufmerksamkeit erzeugen. 2. Einstellungsänderung bewirken. 3. Intention (Absicht) beeinflussen. 4. Verhaltensänderung auslösen .
27
Definitionen & Persuasion Was versteht die DPRG unter PR (als "Auftragskommunikation")?
PR vertritt Interessen, aber sie soll dabei wahrheitsgemäß sein, Vertrauen aufbauen und faire Konfliktkommunikation sichern. Sie dient dem demokratischen Kräftespiel (Idealbild!)
28
Skizziere die drei Phasen der Medienwirkungsforschung im Zeitverlauf (Rückblick Folie 2).
1. Phase 1 (ca. 1900–1940): Starke Medienwirkungen. Man ging von einem passiven Publikum aus, das Reizen direkt ausgesetzt ist (Stimulus-Response). o Beispiele: Propaganda im 1. Weltkrieg (Lasswell), Invasion vom Mars (Cantril), NS-Propaganda. 2. Phase 2 (ca. 1940–1970/80): Schwache Medienwirkungen. Der Fokus verschob sich auf intervenierende Variablen (z.B. Meinungsführer). Medien verstärken eher, als dass sie ändern. o Beispiele: Columbia-Studien (Lazarsfeld), Limited Effects (Klapper), Uses-and-Gratifications (Herzog). 3. Phase 3 (ab ca. 1970/80): Rückkehr zu starken Wirkungen / Transaktionale Perspektiven. Man betrachtet langfristige Effekte und die Interaktion zwischen Medium und Nutzer. o Beispiele: Schweigespirale (Noelle-Neumann), Agenda-Setting (McCombs/Shaw), Wissenskluft (Tichenor et al.).