Was ist damit gemeint, wenn die Geschichte der Emotionspsychologie in ein goldenes, dunkles und Renaissance-Zeitalter eingeteilt wird? Welches Verständnis von Emotionen war in der Antike vorherrschend und wie lebt diese Sichtweise auch heute noch fort?
Diskutieren Sie folgende Definition: „Emotion ist eine auf ein bestimmtes Objekt ausgerichtete affektive Reaktion, die mit zeitlich befristeten Veränderungen des Erlebens und Verhaltens einhergeht“ und grenzen Sie Emotion nach dieser Definition von folgenden Konzepten ab: Stimmung, emotionales Temperament, Einstellung.
Welche Vorteile hat eine multidimensionale Sichtweise von emotionalen Reaktionen?
Was ist der Unterschied zwischen emotional motivierten Verhaltensstrategien und Verhaltenstaktiken? Erläutern Sie den Unterschied anhand konkreten Beispielen.
Welche Muskelpartien des Gesichts sind für einen mimischen Ausdruck von Freude, Ärger, und Ekel besonders wichtig?
Was ist das EmFACS?
Diskutieren Sie die Aussage, dass das emotionale Empfinden ein Epiphänomen von Aktivitäten auf anderen Verhaltensebenen ist.
Was sind Mischtheorien und Prototypen-Theorien von emotionalen Empfindungen?
Was ist der Unterschied zwischen einer bivariaten und einer bipolaren Repräsentation von Valenz? Warum könnte diese Unterscheidung wichtig sein?
Erläutern Sie eine modale Strukturbeschreibung von Emotionen. Worin grenzt sich dieser Ansatz von diskreten und dimensionalen Ansätzen ab?
Welche Funktionen werden Emotionen allgemein zugeschrieben?
Welche informativen Funktionen haben Emotionen? Ordnen Sie diese Funktionen unterschiedlichen Stufen der Informationsverarbeitung zu.
o Aufmerksamkeitslenkung (Encodierung)
o Gedächtnis:
• erhöhte Salienz von emotionalen Ereignissen -> bessere Erinnerung
• emotionale Ereignisse distinkter: häufiger Rekonsolidierung aus Gedächtnis, bessere Konsolidierung im Langzeitgedächtnis
• bessere Erinnerung von zentralen Inhalten, Details
o Denken und Entscheiden:
o positive Emotionen: flexible, heuristische, weite Informationsverarbeitung
->Aufbau und Erweiterung von Fertigkeiten und Ressourcen
o negative Emotionen: eher systematische, detaillierte, fokussierte Verarbeitung
->Bündelung kognitiver Ressourcen auf die Bewältigung eines spezifischen Problems oder einer Herausforderung in der Umwelt
o Emotionen als Entscheidungshilfe für Werturteile in Unsicherheit
o Zielverfolgung und Handlungsüberwachung:
• Unterbrechung der Informationsverarbeitung von emotionaler Erregung -> Neuausrichtung des Verhaltens auf veränderte Umstände -> Adäquate Berücksichtigung von Chancen und Risiken(Encodierung)
• Feedbackschleife: Emotionen als spezifische Signale hinsichtlich der Zielorientierung und der Geschwindigkeit der Zielverfolgung
Was ist eine visuelle Suchaufgabe und welche emotionalen Prozesse können mit dieser Aufgabe untersucht werden?
Was ist eine sog. „Blitzlichterinnerung“? Wie lassen sich Blitzlichterinnerungen mit Beobachtungen eines „Tunnelgedächtnisses“ für emotionale Inhalte in Einklang bringen?
Welche Entscheidungs-/Verarbeitungsstrategien werden von positiven Affekten und welche Strategien von negativen Affekten begünstigt?
Welche Funktionen schreibt die broaden-and-built theory von Frederickson (2001) positiven Emotionen zu?
Beschreiben Sie den „feelings-as-information“ Ansatz und eine passende Studie. Wann vertrauen Menschen besonders auf ihr „Bauchgefühl“?
feelings-as-information“ = Menschen nutzen momentane Gefühle als Entscheidungshilfen für Werturteile unter Unsicherheit
- Studie (Schwarz und Clore 1983):
• Telefonische Befragung nach Lebenszufriedenheit an sonnigen oder regnerischen Tagen
• Personen gaben an sonnigen Tagen (gute Stimmung) eine höhere Lebenszufriedenheit an als an regnerischeren Tagen (schlechte Stimmung)
- Personen vertrauen auf ihr „Bauchgefühl“ vor allem dann, wenn bei der Entscheidung wenig auf dem Spiel steht, kognitive Ressourcen knapp und/oder keine zuverlässigeren Entscheidungshilfen zur Hand sind
. Welche Schlüsselstellen in der Zielverfolgung lösen nach Oatley und Johnston-Laird (1987) Emotionen aus? Welche Funktion haben diese Emotionen für die Zielverfolgung?
o Freude: Schlüsselstelle = Erreichung eines Etappenzieles - Setze Plan fort oder modifiziere ihn
o Traurigkeit: Schlüsselstelle = Scheitern eines wichtigen Planes oder Unerreichbarkeit eines aktiven Zieles - tue nichts oder suche nach neuem Plan
o Angst: Schlüsselstelle = Bedrohtes Selbsterhaltungsziel - Stoppe, überwache und/oder ergreife die Flucht
o Ärger: Schlüsselstelle = Frustration eines aktiven Zieles - streng dich mehr an und/ oder attackiere
o Ekel: Schlüsselstelle = Verletzung eines Geschmacksziels - weise die Substanz zurück und oder Ziehe dich zurück
o Funktion: Hinweis auf veränderte Situation; das emotionale Signal, das durch die Schlüsselstelle ausgelöst wird, drängt das kognitive System auf eine Überführung (Transition) des aktuellen Zustands in einen neuen Zustand, der den Bedürfnissen der Person entspricht.
Was ist die Lamarck’sche Hypothese von emotionalen Verhaltensweisen? Wie lassen sich emotionale Verhaltensneigungen evolutionstheoretisch erklären?
o Lamarck’sche Hypothese: Annahme Darwins: automatische Verknüpfung von Verhaltensweisen mit bestimmten Gefühlszuständen bei wiederholtem gemeinsamem Auftreten, automatische Auslösung, Weitergabe von bewährten emotionalen Verhaltensgewohnheiten an die nächste Generation (Vererbung) => heutzutage abgelehnt
o emotionale Verhaltensdispositionen (breite motivationale Zustände): genetische Basis; stammesgeschichtliche Bewährung vermutlich in der Bewältigung einer wiederkehrenden physischen oder sozialen Herausforderung
Was verstand McDougall unter „emotionalen Instinkten“?
Was ist der Unterschied zwischen einem „Fluchtinstinkt“ und einer emotionalen Handlungsbereitschaft zur Flucht? Warum hat sich letztere Vorstellung gegen die Idee einer instinktgetriebenen Reaktion in der Wissenschaft durchgesetzt?
Was sind appetitive und aversive Motivationssysteme? Mit welchem Untersuchungsaufbau können diese Systeme untersucht werden?
Erläutern Sie die Bedeutung des sozialen Kontexts für den Ausdruck von Emotionen am Beispiel der Studie von Kraut & Johnston (1979). Warum sprechen die Ergebnisse dieser Studie gegen die Annahme, dass Lächeln eine Emotion „ausdrückt“?
Welche Hauptfunktionen haben Emotionen in sozialen Beziehungen? Beschreiben Sie jede Funktion mit einem Beispiel.