was ist Coping?
Coping ist der Prozess, mit dem Menschen belastende oder überfordernde Anforderungen bewältigen – sowohl äußere (z. B. Jobverlust) als auch innere (z. B. Angst).
Wie definieren Lazarus & Folkman (1984) Coping?
„Der Prozess der Handhabung von externen und internen Anforderungen, die als die eigenen Ressourcen beanspruchend oder übersteigend bewertet werden.“
Wie definiert Bodenmann (2017) Coping?
Coping = jede Form der Auseinandersetzung mit psychisch oder physisch als belastend empfundenen Situationen oder erwarteten Ereignissen.
Was ist das Ziel von Coping?
Anforderungen meistern
Verluste/Konflikte abfedern
Wohlbefinden wiederherstellen
Welche Prozesse nutzt Coping?
Coping nutzt kognitive, affektive und verhaltensorientierte Prozesse
Wie wird das Individuum im Stressprozess gesehen?
Menschen sind aktive Akteure, die Stress beeinflussen können – nicht passive Opfer.
Welche Arten von Stressoren gibt es, bei denen Coping hilft?
Kritische Lebensereignisse (z. B. Jobverlust, Pandemie-Homeoffice)
Alltagsstressoren (z. B. Konflikte, Lärm, Ressourcenknappheit)
Emotionsorientiertes Coping – Was ist das?
emotionale Reaktionen reduzieren.
Beispiele: Entspannung, Gefühle ausdrücken, Akzeptanz.
Problemorientiertes Coping – Was ist das?
Stressor aktiv verändern.
Beispiele: planen, Lösungen entwickeln, Ressourcen organisieren.
Neubewertung (Cognitive Reappraisal) – Was ist das?
Stressor neu interpretieren, z. B. als Herausforderung statt Bedrohung.
Was sagt die Forschung über Coping?
Nicht der Stressor selbst bestimmt, ob wir krank werden –
entscheidend ist, wie wir darauf reagieren (Davison/Neale/Hautzinger 2007).
Warum ist Coping so wichtig?
Weil gute Coping-Fähigkeiten:
Stress reduzieren
Gesundheit schützen
Handlungsfähigkeit erhalten
Wohlbefinden stärken
Gehören Bewältigungsversuche immer zum Coping, auch wenn sie nicht erfolgreich sind?
Ja.
→ Coping beschreibt den Prozess, nicht nur erfolgreiche Strategien.
Ist Coping eine einmalige Reaktion?
Nein.
→ Coping ist dynamisch, verändert sich mit der Situation und im Zeitverlauf.
Wovon hängt die Wahl der Coping-Strategie ab?
Von der Bewertung des Stressors, verfügbaren Ressourcen, Erfahrungen und der Situation.
Wann wird eher problemorientiertes Coping genutzt?
wenn der Stressor kontrollierbar ist
Wann wird eher emotionsorientiertes Coping genutzt?
Wenn der Stressor nicht kontrollierbar ist ( Krankheit.Verlust)
Was versteht man unter primärer Bewertung (primary appraisal)?
Die Einschätzung:
Ist das Ereignis bedrohlich, irrelevant oder eine Herausforderung?
Was versteht man unter sekundärer Bewertung (secondary appraisal)?
Habe ich genügend Ressourcen, um die Situation zu bewältigen?
Was ist Reappraisal (Neubewertung)?
Eine erneute Bewertung nach ersten Copingversuchen – kann Stress verstärken oder reduzieren.
Was sind Coping-Ressourcen?
Fähigkeiten, soziale Unterstützung, Wissen, Selbstwirksamkeit, materielle Mittel, Gesundheit.
Was ist der Unterschied zwischen Coping und Abwehrmechanismen?
Coping = bewusst, zielgerichtet
Abwehrmechanismen = unbewusst, automatisch, oft verzerrend
Was besagt das transaktionale Stressmodell?
Stress entsteht aus der Interaktion zwischen Person und Umwelt – nicht nur durch den Stressor.
Welche Rolle spielt die subjektive Bewertung im Stressprozess?
Sie ist entscheidend – zwei Personen können dieselbe Situation völlig unterschiedlich erleben.