Nachzeitliche Waldentwicklung
Artenverarmung in Folge der Eiszeiten und des Rückzugs in Reliktwälder (genetischer Flaschenhals)
Bedeutung der Pollenanalyse für die vegetationsgeschichtliche Forschung
Heutige Wälder Europas sind Überreste der artenreichen Wälder des Neogens (Tertiär)
Bedeutung der menschlichen Nutzung im Holozän (Haselausbreitung nach letzter Eiszeit)
Enge Verknüpfungzwischen Siedlungsgeschichte und Waldnutzung (Periode der Landnahme: nicht ortsfeste Siedlungen führten zu einer Sekundärsukzässion nach Aufgabe der Siedlung –>Ausbreitung von Buche, Hainbuche und Fichte)
Römerzeit und dann Mittelalter:Entstehung von ortsfesten Siedlungen und Begünstigung der Eichen durch Stockausschlag
historische Waldnutzungsformen
Hutewälder / Eichensolitäre
Mittelwald
Niederwald (Eichenschälwald)
Meilensteine nachhaltiger Waldbewirtschaftung
Lokale Holzverknappung löst Idee der Nachhaltigkeit aus (von Carlowitz 1713)
Einführung von Inventuren
Gründung forstlicher Lehranstalten
Etablierung der modernen Forstgesetzgebung
Produktions- und Nutzungsregelung
-Flächenfachwerk, Massenfachwerke, Altersklassenmodell (Normalwald), am Zuwahs orientierte Nutzungsregelungen, Kontrollmethoden
Begriff “Nachhaltigkeit” von wem geprägt?
“erfunden” 1713 durch Oberberghauptmann von Carlowitz in “Sylvicultura oeconomica”
>dass es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung (des Rohstoffes Holz) gebe…<
Johann Heinrich Cotta (1763-1844)
legte wesentliche Grundlagen für die Forsteinrichtung (Flächenwerk) und forderte stärkere Eingriffe in Waldbeständen mit Erziehungscharakter (<->Hartig).
Tharandt als Ursprung der forstlichen Nachhaltigkeit (1811 Grünfung der Forstakadamie)
Wilhelm Leopold Pfeil (1783- 1859)
schuf wertvolle Grundlagen der standortsangepassten Waldwirtschaft (“eisernes Gesetz des Örtlichen”) ; Direktor der Forstlehranstalt Eberswalde ab 1830
Alfred Möller (1860-1922) prägte den Begriff des Dauerwaldes; Einteilung der Betriebe in 2 Gruppen: Kahlschlagbetriebe
und Dauerwaldbetriebe (Stetigkeit des Waldwesens mit Naturverjüngerung, stammweisesAuszeichnen der gesamten Holzernte sowie streben nach höchster Leistung der Waldwirtschaft)
Normalwald
=Idealmodell eines strengen Nachhaltsbetriebs
jede Altersklasse mit gleicher Fläche, vollbestockt
jährliche Nutzung des Vorrates der ältesten Akl (=Zuwachs)
künstliche Bestandesbegründung nach Kahlschlag
kein Risiko (vollständige räumliche Ordnung)
Welche besonderen (ökonomischen) Eigenschaften hat die Waldwirtschaft?
3.Produkt=Produktionsmittel
DDR- Forstwirtschaft in 4 Phasen (1951-1960)
Der Beginn: I. Vorratsplegerische Waldwirtschaft (…das Schlechte fällt zuerst, das Gute bleibt erhalten) Problem: Vergrasung durch hohe Nutzungsansätze
II. Standortsgerechte Forstwirtschaft (1961-1970)
waldbauliche Planung auf standörtlicher Grundlage
Umwandlung degradierte Kiefernbestände in standortgerechten leistungsstarken Mischwald und Entwicklungs von Bestockungszieltypen
III. Industrielle Holzerzeugung (1971-1989)
Kiefern monokulturen
IV. Nachwendezeit (1989ff)
ab 1980 rückbesinnung auf ökologische Prinzipien im Waldbau
Eigentumsreform
“Grüner Ordner” als erste umfassende Waldbaurichtlinie in BB
Kontroverse in der Kiefernbewirtschaftung (Einzelbaumproduktivität vs. Flächenproduktivität)
Waldvision 2050, Waldbau im Klimawandel
Begriff der Nachhaltigkeit (früher vs heute)
früher: Nachhaltigkeit ist ein Gleichmaß an Holzerträgen
heute: N. ist die Fähigkeit eines Forstbetriebes, dauernd und optimal Holz, sonstige Güter und Ökosystemleistungen zum Nutzen gegenwärtiger und zukünftiger Generationen hervorzubringen
Nachhaltigkeit der Vielfachnutzung
Was ist statische Nachhaltigkeit?
=Fortdauer eines Zustandes
- Waldfläche (Flächennachhaltigkeit)
-Holzvorrat (Vorratsnachhaltigkeit)
-Kapital (Kapitalerhaltung)
- Arbeitskräfte …
Was ist dynamische Nachhaltigkeit?
-Zuwachs (Nachhaltigkeit der Holzerzeugung)
- Holzerträge (Masse und Qualität)
- Gelderträge (Roherträge, Reinerträge)
- Rentabilität
Wertschöpfung
Erfolgskapital (diskontierte Reinerträge)
starke vs schwache Nachhaltigkeit
…