Wie ist der Erlaubnistatbestandsirrtum zu definieren?
Der Täter stellt sich irrig einen Sachverhalt vor, der im Falle seines Vorliegens die Tat gerechtfertigt hätte
Was versteht man unter einem Erlaubnisirrtum?
Der Täter zieht die rechtlichen Grenzen eines Rechtfertigungsgrundes zu weit oder glaubt an die Existenz eines nicht anerkannten Rechtfertigungsgrundes
Wann liegt ein Doppelirrtum vor?
Wenn der Täter über das Vorliegen von Irrtümern irrt.
Täter irrt zB über das Vorliegen eines ETBI und eines Erlaubnisirrtums
Wie wird der Doppelirrtum beurteilt?
Nach ganz herrschender Meinung nach § 17
Warum ist der Doppelirrtum nach 17 zu behandeln?
Wenn schon die Rechtsordnung bei tatsächlichem Vorliegen der Voraussetzungen eines anerkannten Rechtfertigungsgrundes das Überschreiten der rechtlichen Grenzen nicht erlaubt, kann bei einem vermeintlichen Vorliegen der Voraussetzungen eines anerkannten Rechtfertigungsgrundes nichts anderes gelten. Daher ist der „Doppelirrtum“ aufgrund der im Vordergrund stehenden fehlerhaften normativen Bewertung wie ein Verbotsirrtum zu behandeln.
Damit der Täter nach 17 ohne Schuld handelt muss der Irrtum was gewesen sein?
Vermeidbar
Wann ist ein Irrtum vermeidbar?
Dann, wenn dem Täter zum Zeitpunkt der Tathandlung sein Vorhaben unter Berücksichtigung seiner Fähigkeiten und Kenntnisse hätte Anlass geben müssen, über dessen mögliche Rechtswidrigkeit nachzudenken oder sich zu erkundigen, und er auf diesem Wege zur Unrechtseinsicht gekommen wäre.
Gibt es einen Entschuldigungstatbestandsirrtum und wenn ja, in welchen Konstellationen?
Ja.
Entweder über die tatsächlichen Umstände des 35 oder über die tatsächlichen Umstände des übergesetzlichen entschuldigenden Notstands
Ist bei einem Entschuldigungstatbestandsirrtum auch eine Vermeidbarkeitsprüfung anzustellen?
Ja
Wo ist der ETBI zu prüfen und wie leitet man die Prüfung ein?
In der Schuld.
Wir eingeleitet, indem man hypothetisch annimmt, dass der Rechtfertigungsgrund, von dem der Täter ausgegangen ist, auch tatsächlich vorgelegen hat.
Was tun, wenn ein ETBI vorliegt?
Auf die streitigen Rechtsfolgen eingehen!
Wie heißen die vier Theorien über die Rechtsfolgen des ETBI und über welchen Paragraph laufen sie?
Was besagt die Vorsatztheorie und was spricht gegen sie?
Unrechtsbewusstsein ist Teil des Vorsatzes. Fehlt das dem Täter, so kann er gem. 16 I 1 wegen des Mangels des Vorsatzes nicht wegen einer Vorsatztat bestraft werden.
(-) Regelung des 17 StGB > Unrechtsbewusstsein ist Teil der Schuld und nicht des Vorsatzes
Was besagt die Lehre der negativen Tatbestandsmerkmale und was spricht gegen sie?
(-) Regelung des 17 StGB
(-) Zweistufiger Aufbau
Was besagt die strenge Schuldtheorie und was spricht gegen sie?
(-) Verkennt den Unterschied, wenn der Täter sich über einen Sachverhalt oder eine rechtliche Bewertung irrt.
Was besagt die eingeschränkte Schuldtheorie und wie ist mit den zwei Untermeinungen umzugehen?
a) Lehre vom Ausschluss des Vorsatzunrechts
Wendet 16 I 1 vollständig analog an
b) rechtsfolgenverweisende Schuldtheorie
Zieht nur die Rechtsfolge des 16 I 1 analog heran
c) wie damit umgehen?
Für die rechtsfolgenverweisende Schuldtheorie entscheiden, weil die Tat dann Teilnahmefähig bleibt
Was spricht für die eingeschränkte Schuldtheorie und warum sollte man sich für die rechtsfolgenverweisende Schuldtheorie entscheiden?
Bleibt bei einem bejahten ETBI die Möglichkeit der Bestrafung einer Fahrlässigkeitstat?
Ja, 16 I 2. Aber halt auch nur, wenn die Tat fahrlässig begonnen werden konnte.
Was ist ein umgekehrter Tatbestandsirrtum?
Wenn der Täter sich zu seinen Ungunsten irrt und ein in Wirklichkeit nicht vorliegendes Tatbestandsmerkmal für gegeben hält.
Wann liegt ein ETBI vor?
Immer dann, wenn der Täter sich über tatsächliche Voraussetzungen eines von der REchtsordnung anerkannten Rechtfertigungsgrundes irrt, d.h. wenn der Täter sich bei der Begehung der Tat irrige Umstände vorstellt, bei deren tatsächlichen Vorliegen er gerechtfertigt sein könnte
Wenn die Möglichkeit eines ETBIs vorliegt, was macht man dann in der Prüfung?
Wann liegt ein Erlaubnisirrtum vor?
Wenn der Täter die rechtlichen GRenzen eines Rechtfertigungsgrundes zu weit zieht oder an die Existenz eines nicht anerkannten Rechtfertigungsgrundes glaubt.
Wie wird ein Erlaubnisirrtum behandelt?
Als (indirekter) Verbotsirrtum, dessen RF sich nach 17 ergeben
Wenn die Grenzen eines RF-Grundes irrigerweise zu weit gezogen werden UND gar keine RF-Lage vorliegt, ist dann ein Erlaubnisirrtum möglich?
Nein