Was bedeutet „Kapital“?
Kapital = Ansprüche gegen ein Unternehmen, deren Erfüllung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit aufgeschoben ist; insgesamt durch das Vermögen begrenzt.
Aktiva vs. Passiva
**Aktiva: **Was das Unternehmen hat → Vermögen / Mittelverwendung (wohin fließt das Geld?) / Kapitalbindung (wo ist Geld „festgelegt“, z. B. Maschinen, Vorräte).
**Passiva: **Woher das Geld kommt → Mittelherkunft (EK & Schulden) / Kapitalbeschaffung (Prozess, Kapital zu holen).
**Merksatz: **Aktiva = Investition/Verwendung/Bindung; Passiva = Finanzierung/Herkunft/Beschaffung.
Anlagevermögen vs. Umlaufvermögen
Anlagevermögen: langfristig gebunden (z. B. Grundstücke, Maschinen), nicht liquide bzw. nicht „schnell zu Geld“.
**Umlaufvermögen: **„dreht sich“ im Betrieb, schneller zu liquidieren (z. B. Vorräte, Forderungen aus LuL, liquide Mittel).
Merksatz: Anlagevermögen bleibt lange, Umlaufvermögen dreht sich schnell im Kreislauf.
Geldmarkt vs. Kapitalmarkt
**Geldmarkt: **kurzfristige Geldanlage/-aufnahme bis 12 Monate (u. a. Zentralbankgeld, Geldmarktinstrumente, kurzfristige Wertpapiere).
Kapitalmarkt: längerfristige Anlage/-aufnahme über 12 Monate, typischerweise in Wertpapierform.
Welche rechtliche Stellung hat der Geldgeber im Unternehmen?
Beteiligungsverhältnis vs. Schuldverhältnis (Rechtsstellung)
Eigenkapital = Beteiligungsverhältnis: Kapitalgeber wird (Mit-)Eigentümer → „Mitinhaber“.
Fremdkapital = Schuldverhältnis: Kapitalgeber bleibt Gläubiger → „Geld gegen Rückzahlungsanspruch“.
Mitbestimmung (EK vs. FK)
**EK-Geber: **grundsätzlich Mitbestimmungsrechte (z. B. Stimmrechte), können vertraglich eingeschränkt sein.
FK-Geber: grundsätzlich keine Mitbestimmung – in der Praxis können aber vertraglich Mitbestimmungs-/Einflussrechte entstehen (z. B. über Kreditbedingungen).
Fristigkeit (EK vs. FK)
**Eigenkapital: **grundsätzlich unbefristet (teils Kündigungsrechte möglich – je nach Vertrag/Rechtsform).
**Fremdkapital: **wird befristet mit fester Laufzeit zur Verfügung gestellt (z. B. 5 Jahre).
Wovon hängt die Kapitalhöhe ab? (EK vs. FK)
Eigenkapitalhöhe: hängt davon ab, wie Chancen & Risiken des Unternehmens eingeschätzt werden + was die Eigenkapitalgeber finanziell leisten können/wollen.
**Fremdfinanzierungsmöglichkeiten: ** hängen von den wirtschaftlichen Verhältnissen (Bonität/Lage) und der Stellung von Sicherheiten ab.
Bilanzielle Auswirkungen von Bilanzverlängerung
Beide Seiten steigen, Bilanzsumme ↑.
Typisch bei Finanzierung, weil neues Kapital ins Unternehmen kommt.
Beispiel:
Kredit für Maschine → Aktivseite: Anlagevermögen ↑ (oder Bank ↑),
Passivseite: Fremdkapital ↑.
Bilanzielle Auswirkungen von Aktivtausch
Nur Aktivseite ändert sich, Bilanzsumme bleibt gleich. Kein Finanzierungsvorgang, eher Investition/Umwandlung innerhalb der Aktiva.
Beispiel:
Maschinenverkauf → Bank ↑, Anlagevermögen ↓ (Liquidität kann steigen, Bilanzsumme gleich).
Bilanzielle Auswirkungen von Passivtausch
Nur Passivseite ändert sich, Bilanzsumme bleibt gleich. Oft zur Umstrukturierung von Schulden/Kapital.
Beispiel aus deiner Übung:
Gesellschafterdarlehen aufnehmen und Bankdarlehen ablösen → eine FK-Position ersetzt die andere (Passivtausch).
Bilanzielle Auswirkungen von Bilanzverkürzung
Beide Seiten sinken, Bilanzsumme ↓. Typisch bei Tilgung, weil Geld abfließt und Schulden sinken.
Beispiel:
Tilgung Darlehen → Bank ↓ (Aktiva),
Fremdkapital ↓ (Passiva).
Finanzmanagement: Finanzmittelkreislauf (5 Schritte)
Finanzmittel durchlaufen:
1 Beschaffung → 2 Einsatz im Produktionsprozess → 3 Freisetzung aus dem Produktionsprozess → 4 Reinvestition → 5 Befriedigung der Ansprüche von Investoren & Fremdkapitalgebern.
Warum ist der Finanzmanager eine „Schlüsselposition“?
Weil er die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Finanzmarkt ist und intern meist die bestinformierte Person über Projekte/Strategien (weil alles budgetiert und geplant werden muss). Er begleitet Planungsprozesse fortlaufend, muss viel kommunizieren und vor allem: Liquidität sichern.
Was bedeutet „Kapital“ in der Finanzierung?
Kapital ist das Geld, das dem Unternehmen von Kapitalgebern zur Verfügung gestellt wurde – und damit verbunden die Ansprüche dieser Kapitalgeber an das Unternehmen.
**Fremdkapital: ** Anspruch auf Zinsen + Rückzahlung zu festen Bedingungen.
**Eigenkapital: ** Anspruch auf Anteil am Unternehmen und ggf. Gewinn (keine feste Rückzahlung).
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Merksatz: Kapital = „Wer hat das Unternehmen finanziert – und was schuldet/verdankt das Unternehmen diesen Leuten?“
Kapital = Summe der Ansprüche der Kapitalgeber (EK + FK) an das Unternehmen, die erst später (oder unbefristet) erfüllt werden und nur durch das Unternehmensvermögen gedeckt sind.
Was sind Financial Covenants?
Financial Covenants sind vertraglich festgelegte Finanzkennzahlen/Regeln im Kreditvertrag, die ein Unternehmen einhalten muss (z. B. Mindest-EK-Quote, maximaler Verschuldungsgrad, Mindest-Zinsdeckungsgrad). Sie dienen dazu, dass die Bank das Risiko begrenzen und früh merken kann, wenn sich die Lage verschlechtert.
Was passiert, wenn Financial Covenants verletzt werden?
Je nach Vertrag kann die Bank dann z. B.:
* Sonderkündigungsrecht nutzen (Kredit wird fällig),
* Zinsen erhöhen / Marge anpassen,
* Sicherheiten nachfordern,
* Ausschüttungen begrenzen (z. B. keine Dividenden),
* Auflagen machen (z. B. Reporting häufiger, Investitionen nur mit Zustimmung).
Merksatz: Covenants = „Gelbe Karte“ im Kreditvertrag: Wenn Kennzahlen kippen, bekommt die Bank mehr Kontrolle bzw. du zahlst mehr oder musst schneller zurückzahlen.
Wie wirken sich mehr Fremdkapital vs. mehr Eigenkapital auf EK-Quote, Schuldentilgungsdauer und Covenant-Risiko aus?
Mehr Fremdkapital (z. B. neuer Kredit):
* Eigenkapital quote sinkt, weil das Gesamtkapital (und FK) steigt, EK aber gleich bleibt.
* Schuldentilgungsdauer steigt tendenziell, weil Finanzverbindlichkeiten ↑ (bei gleichem Cashflow).
* Covenant-Risiko steigt, weil Mindest-EK-Quote oder max. Verschuldungskennzahlen schneller gerissen werden können.
* Mehr Eigenkapital (z. B. Einlage/Kapitalerhöhung):
* Eigenkapitalquote steigt (EK ↑).
* Tilgungsdruck entfällt (keine fixe Rückzahlung wie beim Kredit).
* Covenants leichter einzuhalten, weil Bilanzrelationen „stabiler“ wirken und Verschuldung relativ sinkt.
**Merksatz: **Mehr FK = mehr Hebel, aber mehr Kennzahl-/Covenant-Stress. Mehr EK = stabiler, aber teurer/verwässert Eigentum.
Ein Unternehmen braucht 500.000 € und schwankt zwischen Bankkredit und EK-Zufuhr. Welche Argumentation zu Covenants/Kennzahlen ist korrekt?
Kredit erhöht FK → EK-Quote fällt, Verschuldung steigt, ggf. Covenant-Verstoß/strengere Kreditbedingungen. EK-Zufuhr erhöht EK → EK-Quote steigt, Verschuldung relativ sinkt, Covenant-Puffer wird größer; dafür evtl. Mitbestimmung/„Verwässerung“.