APGAR-Score
APGAR-Score: Der APGAR-Score wurde von der Anästhesistin Virginia Apgar erfunden (1952) und nach ihr benannt (Eponym) - gleichzeitig ist er aber auch ein Akronym! Beurteilung des klinischen Zustands des Neugeborenen: Beurteilung **jeweils 1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt. **Normal 9-10 Punkte; grenzwertig 5-8 Punkte; gefährlich (vitale Bedrohung des Neugeborenen) <5 Punkte
Obere Plexuslähmung (Erb-Duchenne)
Obere Plexuslähmung (Erb-Duchenne) (>80%)
Untere Plexuslähmung (Klumpke)
Untere Plexuslähmung (Klumpke)
Torticollis bei Säuglingen
Torticollis bei Säuglingen
Periventrikuläre Leukomalazie
Periventrikuläre Leukomalazie
Glykogenose Typ V (McArdle)
Glykogenose Typ V (McArdle)
Galaktosämie
Galaktosämie
Hereditäre Fruktoseintoleranz
Hereditäre Fruktoseintoleranz
Dreimonats-Koliken
Bei Säuglingen: “Dreimonats-Koliken”
Achondroplasie
Achondroplasie
Prader-Willi-Syndrom
Prader-Willi-Syndrom
Wiedemann-Beckwith-Syndrom
Wiedemann-Beckwith-Syndrom
Sotos-Syndrom
Sotos-Syndrom
Zentrale Pubertas praecox
Zentrale Pubertas praecox (früher Pubertas praecox vera)
Pubertätszeichen gelten als vorzeitig bei: Jungen vor dem vollendeten 9. Lebensjahr,
Mädchen vor dem vollendeten 8. Lebensjahr
Pseudopubertas praecox
Pseudopubertas praecox
Silver-Russel-Syndrom
Silver-Russell-Syndrom
Definition: Seltenes sporadisch auftretendes Syndrom des intrauterinen Kleinwuchses
Klinik: Körperlänge reduziert, Relative Makrozephalie, Charakteristische Gesichtsform: Unproportioniert dreieckig wirkendes Gesicht mit hoher Stirn, herabhängenden Mundwinkeln und spitzem Kinn, Klinodaktylie (Schiefstellung der Finger), Normale bis leicht verminderte geistige Leistungsfähigkeit
Langerhans-Zell-Histiozytose
Langerhans-Zell-Histiozytose
Umfasst folgende Entitäten (veraltete Bezeichnungen): Histiozytose X, Abt-Letterer-Siwe-Syndrom, Schüller-Christian-Hand-Syndrom, eosinophiles Granulom
Definition: Tumorähnliche Erkrankungen mit Proliferation histozytärer Zellen
Abt-Letterer-Siwe-Syndrom: Schwerste Verlaufsform
Eosinophiles Granulom: Milde Verlaufsform, Lokalisation: Schädel, Becken, Wirbelsäule, Rippen
Charakteristika: Auftreten insbesondere im Säuglingsalter, Akute und disseminierte Infiltration verschiedenster Organe (Lunge, Knochenmark, Haut, Leber, Milz, Lymphknoten mit Lymphadenopathie), Unbehandelt hohe Letalität
Infantile Zerebralparese
Infantile Zerebralparese
Definition: Frühkindliche Schädigung des unreifen Gehirns mit unterschiedlichem Ausprägungsbild motorischer Störungen
Ätiologie: Gefäßverschlüsse, Hirnblutung, Infektionen; Risikofaktor: Frühgeburt
Klinik: Spastische Erhöhung des Muskeltonus, Da sowohl der Muskeltonus der Agonisten als auch der Antagonisten erhöht ist, die Kraft der Beugemuskulatur aber i.d.R. überwiegt, kommt es zu charakteristischen Körperhaltungen, z.B. zu einer Spitzfußstellung (Überwiegen des M. triceps surae), Scherengang (durch spastische Paraparese der Hüftadduktoren), Extrapyramidale Störungen (Dystonie, Chorea), Gesteigerte Muskeleigenreflexe, positive Pyramidenbahnzeichen (Babinski-Reflex)
Retinoblastom
Beim Retinoblastom handelt es sich um den häufigsten malignen Tumor der Netzhaut im Kindesalter, welcher sporadisch oder hereditär auftreten kann. Diagnostisch wegweisend ist häufig eine Leukokorie, also ein weißer anstelle des normalen roten Fundusreflexes. Bei der Therapie kleiner, lokalisierter Tumoren wird eine visuserhaltende Therapie angestrebt, häufig bleibt allerdings nur die Enukleation als kurative Behandlungsoption. Die Heilungschancen bei früher Therapieeinleitung sind sehr gut. Deutlich erhöhtes Risiko für Osteosarkome
Neuroblastom
Das Neuroblastom ist ein maligner Tumor des sympathischen Nervensystems und nach ZNS-Tumoren der häufigste maligne solide Tumor im Kindesalter. Der Tumor entstammt den Zellen der Neuralleiste und kann in allen Geweben auftreten, in denen sich Ansammlungen von sympathischen Nervenzellen befinden, also bspw. im Nebennierenmark, im Grenzstrang oder in den Paraganglien (z.B. Glomus caroticum). Die Klinik ist entsprechend abhängig von der Lokalisation der Tumoren, deren spontane Regression samt begleitender Metastasen nicht selten beobachtet wird. Zumeist befinden sich die Primärtumoren aber im Abdomen und fallen durch unspezifische Bauchschmerzen und Vorwölbung des Abdomens auf. Bei der Diagnostik ist die Bestimmung der Vanillinmandelsäure im Urin wichtig. Die Therapie richtet sich nach dem Alter des Kindes und dem Stadium der Erkrankung. Die Prognose kann je nach Stadium sehr gut sein.
Mukoviszidose
Die Mukoviszidose ist eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung, die auf einem Chloridkanal-Defekt beruht. Der hierdurch erhöhte Chloridgehalt des Schweißes kann mittels Pilocarpin-Iontophorese (Schweiß-Test) gemessen werden. Nicht selten wird die Erkrankung aber auch unmittelbar nach der Geburt durch das Ausbleiben des ersten Stuhls des Neugeborenen (Mekoniumileus) auffällig. Die späteren Symptome ergeben sich aus den hyperviskösen Sekreten der exokrinen Drüsen. Durch gestörten Sekretfluss der Atemwege ist das Auftreten von chronischen Infekten mit Husten und resistenten Keimbesiedlungen begünstigt, die langfristig zu einem Lungenemphysem führen. Eine gestörte Pankreas- und Gallenausscheidung führt zu Verdauungsstörungen sowie einer chronischen Schädigung dieser Organe. Die Therapie kann bis heute nur symptomatisch erfolgen, so dass die Lebenserwartung der Betroffenen auch heute noch stark eingeschränkt ist. Über 90% der Patienten versterben im frühen Erwachsenenalter (medianes Überleben liegt etwa bei 35 Jahren) meist an den Komplikationen der langjährigen Lungenerkrankung.
Diagnostische Verfahren
Komplikationen
AGS
Das adrenogenitale Syndrom subsumiert eine Gruppe von autosomal-rezessiven Stoffwechselstörungen, die in der Nebennierenrinde zu einer verminderten Kortisolsynthese und gelegentlich zusätzlich zu verminderter Aldosteronsynthese führt. Durch den negativen Feedback-Mechanismus auf die Nebenniere (ACTH↑) werden verstärkt Androgene produziert. Deshalb kann bei der Geburt bei Mädchen eine Klitorishypertrophie und bei Jungen ein vergrößerter Penis auffallen. Ist von der Stoffwechselstörung auch die Aldosteronsynthese betroffen, entwickelt sich postnatal oftmals schnell eine lebensbedrohliche Krise mit Hyperkaliämie und metabolischer Azidose. Symptome dieser Salzverlust-Krise können Erbrechen, Exsikkose und Schock sein. Bekannte Enzymdefekte: 21-Hydroxylase (ca. 85%). Beim adrenogenitalen Syndrom liegt eine Störung der Kortisolsynthese in den Nebennierenrinden vor, wodurch es zu einer erhöhten Produktion der Hormonvorstufen (Testosteron) kommt. Beim weiblichem Genotyp kommt es aufgrund der hohen Testosteronspiegel zur Ausbildung eines männlichen Phänotyps, was als Pseudohermaphroditismus femininus bezeichnet wird.
Adrenogenitales Syndrom ohne Salzverlustsyndrom
Die Patienten zeigen aufgrund des Überangebotes an Androgenen ein schnelles Knochenwachstum und eine frühe Knochenreife - sie sind daher als Kinder überdurchschnittlich groß! Jedoch sind sie durch den verfrühten Epiphysenschluss im Erwachsenenalter wiederum eher klein
Adrenogenitales Syndrom mit Salzverlustsyndrom
Beim Salzverlustsyndrom ist die Aldosteronproduktion ebenfalls gestört. Die Erkrankung ist aufgrund Dehydratation und Elektrolytstörungen bereits in den ersten Lebenswochen lebensgefährlich (schwerer Hypoaldosteronismus): Natrium↓, Kalium↑, metabolische Azidose, Exsikkose, Erbrechen, Gewichtsverlust, Apathie; Normalerweise kommt es durch Erbrechen zu einer Hypokaliämie - Kinder mit AGS mit Salzverlustsyndrom haben dennoch eine Hyperkaliämie!
α1-Antitrypsin-Mangel (ATT-Mangel)
α1-Antitrypsin-Mangel (ATT-Mangel)
Phenylketonurie
Phenylketonurie (PKU)
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Pathophysiologie: Defekt der Phenylalaninhydroxylase (PAH) in der Leber → Umwandlung von Phenylalanin in Tyrosin gestört → Kumulation von Phenylalanin (im ZNS, nicht in der Leber!) → Beeinträchtigung des Hirnwachstums sowie Ausscheidung (auch von Metaboliten) im Urin↑ (“Phenylketonurie”)
Klinik: Ab dem 4.-6. Monat fällt beim Kind ein psychomotorischer Entwicklungsrückstand auf, 50% zerebrale Krampfanfälle, Oft helle Haare
Diagnostik/Prophylaxe: Heute: Direkte Bestimmung von Phenylalanin im Rahmen des Neugeborenenscreenings aus Fersenblut am 2. Lebenstag;
Bei Nachweis einer Hyperphenylalaninämie: Oraler Tetrahydrobiopterin-Belastungstest,
Indirekte Phenylalaninmessung am 5. Lebenstag (Guthrie-Test)
Therapie: Phenylalanin-arme Diät