Was ist Wissenschaftstheorie?
Teilgebiet der Philosophie erforscht, wie die Wissenschaften die Regelmäßigkeiten der
Außenwelt erkennen und erkennen sollen
dazu zählt insbesondere: Epistemologie: Lehre von den Möglichkeiten der Erkenntnis Methodologie: Lehre von der Vorgehensweise bei wissenschaftlicher
Tätigkeit
zwei Arten von Begriffen
• logische Begriffe (z.B. UND, ODER, NICHT)
- Bedeutung als bekannt vorausgesetzt
• empirische Begriffe
- diese sind zu präzisieren
- Präzisierung erfolgt durch Nominaldefinitionen
Nominaldefinitionen
Festlegung der Bedeutung eines Begriffs (Definiendum) durch einen
oder mehrere bereits bekannte Begriffe (Definiens)
Definiendum
Begriff, der zu definieren ist
Definiens
Begriffe, die Inhalt des Definiendum darstellen
Wie kann dann unendlicher Regress von Folgedefinitionen verhindert
werden?
Intension
Menge der Merkmale, die gegeben sein müssen, damit die Objekte mit dem Begriff bezeichnet werden können
- Intension Engel: allgegenwärtiges, unsichtbares und den Menschen schützendes
Wesen
- Intension Bundesland: Teilstaat der Bundesrepublik mit eigenen legislativen,
exekutiven und judikativen Organen
Extension
Menge aller Objekte, die die Intension des Begriffs erfüllen
Realdefinitionen
Definition eines Begriffes, die (möglichst wesentliche) Merkmale und Erscheinungen eines Gegenstandes wiedergibt, um den Gegenstand durch Hinweis auf seine charakteristischen Eigenschaften von allen
anderen Gegenständen zu unterscheiden
Beispiel: Der Süßkirschenbaum ist ein mittelgroßer Laubbaum mit
hartem Holz und essbaren, süßen Früchten, den Kirschen.
operationale Definitionen
Zuordnung von Begriffen zu beobachtbaren Sachverhalten (siehe
Operationalisierung)
Beispiel: Bildung → Schulbildung, Berufsbildung
Aussagen
Wahrheitsfähige Kombinationen von Begriffen
Arten von Aussagen
a) Analytische Aussage
- Beurteilung des Wahrheitsgehalts (nur) durch Logik
b) Normative Aussage
- Beurteilung des Wahrheitsgehalts durch übergeordnete normative
Aussage (und Logik)
c) Empirische Aussage
- Beurteilung des Wahrheitsgehalts durch beobachtbare Fakten (und Logik)
Analytische Aussagen
• wahr oder falsch unabhängig vom Zustand der Welt
- analytisch wahr
Tautologie (Aussage, die, unabhängig vom Wahrheitswert der zugrunde
liegenden Bestandteile, immer wahr ist, z.B.: „Es regnet oder es regnet nicht.“)
- analytisch falsch
Kontradiktion (Aussage, die, unabhängig vom Wahrheitswert der zugrunde
liegenden Bestandteile, immer falsch ist, z.B.: „Es regnet und es regnet nicht.“)
präskriptive/ normative Aussagen
• Werturteile, Normen, Soll-Sätze
Beispiel: Du sollst nicht töten
• nicht wissenschaftlich begründbar / prüfbar
• empirisches Wissen kann allerdings eine Rolle bei der Begründung
von Normen spielen (z.B. mit Blick auf Erfüllbarkeit)
• aus dem „Sein“ das „Sollen“ abzuleiten, ist nicht möglich (Humes
Gesetz)
Beispiel: John Graunt beobachtete 1:1 Verhältnis von Männer und Frauen und
folgerte daraus, dass Monogamie göttlicher Wille sei
empirische Aussagen
• stellen Behauptungen über prinzipiell beobachtbare Sachverhalte auf,
die wahr oder falsch sein können
• Unterscheidung nach Geltungsbereich und Geltungswahrscheinlichkeit
Empirischer Gehalt oder Informationsgehalt von Aussagen
• Informationsgehalt einer Aussage entspricht der Zahl potentieller
Falsifikatoren, also der Menge der von dieser Aussage
ausgeschlossenen empirischen Aussagen.
• Informationsgehalt ≠ empirische Wahrheit
Beispiel: Alle Kühe sind grün.
• Normative und analytische Aussagen haben keinen Informationsgehalt
Definition Theorie 1
Als Theorie wird ein System von Begriffen, Definitionen und Aussagen
bezeichnet, das dazu dient, Erkenntnisse über einen Bereich von
Sachverhalten zu ordnen, Tatbestände zu erklären oder/und vorherzusagen.
Bestandteile von Theorien (strukturalistischer Theoriebegriff)
a) schwer prüfbare Grundannahmen (z.B. Axiome)
b) Definitionen grundlegender Begriffe
=> Theoriekern
c) aus a) und b) abgeleitete Hypothesen
d) Regeln zur Messung der Variablen
(Messhypothesen)
=> Theorieperipherie
Hyothesen
Vermutungen (Aussagen) über den (kausalen) Zusammenhang
zwischen mindestens zwei Variablen
Variablen
Namen für die Menge von Merkmalsausprägungen, die Objekten
zugeschrieben werden
Beispiel: Variable „Geschlecht“ hat Merkmalsausprägungen „männlich“ und
„weiblich“
Hypothesenarten
Deterministische Hypothesen Probabilistische Hypothesen Wenn-Dann-Hypothesen Je-Desto-Hypothesen Individualhypothesen Kollektivhypothesen Brücken- oder Kontexthypothesen Aggregations- oder Transformationsregeln
Deterministische Hypothesen
- häufig bei naturwissenschaftlichen Gesetzen
Probabilistische Hypothesen
Wenn-dann-Hypothesen