2. Klassifikationssysteme Flashcards

Zweck & Funktion von Klassifikationssystemen Grenzen & Kritik an Klassifikationssystemen ICD-10 (Deutschland, HP-relevant) Grobaufbau ICD-10 F-Gruppen DSM-5 (Einordnung, nicht Schwerpunkt) Triadisches System (historisch)\ (33 cards)

1
Q

Was ist der Zweck von Klassifikationssystemen (ICD / DSM)?

A

→ einheitliche Sprache
→ standardisierte Diagnostik
→ Vergleichbarkeit von Diagnosen

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2
Q

Warum sind Klassifikationssysteme wichtig für die Therapie?

A

→ strukturierte Behandlungsplanung
→ Orientierung an Leitlinien
→ nachvollziehbare Entscheidungen

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3
Q

Warum sind Klassifikationssysteme im Gesundheitssystem notwendig?

A

→ Dokumentation
→ Abrechnung
→ rechtliche Absicherung (Gutachten, Reha, Versicherung)

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4
Q

Welche Rolle spielen Klassifikationssysteme für Forschung und Statistik?

A

→ Vergleichbarkeit von Studien
→ epidemiologische Daten
→ Versorgungsplanung

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5
Q

Warum erleichtern Klassifikationssysteme die interdisziplinäre Zusammenarbeit?

A

→ alle Berufsgruppen nutzen dieselben Kategorien
→ bessere Verständigung
→ weniger Willkür

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6
Q

Was ist ein grundlegender Nachteil von Klassifikationssystemen?

A

→ Reduktion menschlicher Komplexität
→ Individualität geht verloren

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7
Q

Warum können Diagnosen stigmatisierend wirken?

A

→ Etikettierung („der ist depressiv“)
→ Fremd- und Selbststigmatisierung

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8
Q

Was bedeutet „kategorial statt dimensional“?

A

→ kategorial: Einteilung in krank vs. gesund
→ dimensional: Symptome auf einem Kontinuum

Kategorial: Licht ist an oder aus
Dimensional: Licht hat Helligkeitsstufen

ICD-10 arbeitet kategorial
menschliches Erleben ist dimensional
moderne Modelle versuchen beides zu verbinden
ICD-11 stärker dimensional

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9
Q

Warum besteht die Gefahr von Über- oder Unterdiagnostik?

A

→ starre Kriterien
→ Menschen passen nicht immer exakt in Kategorien

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9
Q

Warum bleibt trotz Klassifikation Subjektivität bestehen?

A

→ Interpretation durch Diagnostiker:in
→ unterschiedliche Einschätzungen möglich

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10
Q

Warum kritisiert man den Symptomfokus der ICD?

A

→ beschreibt was vorliegt
→ erklärt nicht warum (Biografie, Trauma, Ursachen)

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11
Q

Welche weiteren Kritikpunkte gibt es zum ICD?

A

→ Kulturabhängigkeit
→ Komorbiditäten führen zu Mehrfachdiagnosen
→ begrenzte Alltagstauglichkeit
→ Risiko von Überidentifikation / Opferhaltung
→ „gläserner Patient“

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12
Q

Was bedeutet ICD?

A

→ International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems

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13
Q

Welche ICD-Version ist in Deutschland verbindlich?

A

→ ICD-10-GM (German Modification)

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14
Q

Welche Störungen umfasst das ICD-10-F-Kapitel?

A

→ psychische und Verhaltensstörungen (F0–F9)

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15
Q

Nach welchen Kriterien gliedert die ICD-10 psychische Störungen?

A

→ Symptomatik
→ Verlauf
→ Schweregrad
→ kategoriales System

16
Q

Warum ist Ausschlussdiagnostik in der ICD-10 zentral?
Was muss vom HPP immer ausgeschlossen werden?

A

→ keine Diagnose ohne Ausschluss von
→ Substanzen
→ organischen Ursachen

17
Q

Was umfasst F0?

A

→ organische psychische Störungen
→ z. B. Demenz, Delir

18
Q

Was umfasst F1?

A

→ psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
→ Alkohol, Drogen, Medikamente
Besonderheit:
→ zweite Stelle = Substanz, dritte = Störungsbild

19
Q

Was umfasst F2?

A

→ Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
→ hoher Gefahrenwert

20
Q

Was umfasst F3?

A

→ affektive Störungen
→ Depression, Manie, bipolare Störung

21
Q

Was umfasst F4?

A

→ neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
→ Angst, Zwang, PTBS
→ HP-Kernbereich

22
Q

Was umfasst F5?

A

→ Ess-, Schlaf-, Sexual- und somatische Funktionsstörungen
→ eher niedriger Gefahrenwert

23
Q

Was umfasst F6?

A

→ Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
→ dauerhaft + unflexibel

24
Was umfasst F7–F9?
→ F7: Intelligenzminderung → F8: Entwicklungsstörungen → F9: Verhaltens- & emotionale Störungen bei Kindern/Jugendlichen
25
Was ist das DSM-5?
→ Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders → herausgegeben von der APA
26
Wo wird das DSM-5 hauptsächlich verwendet?
→ USA → dominierendes psychiatrisches Klassifikationssystem dort
27
Welche Kriterien müssen nach DSM-5 erfüllt sein, damit eine psychische Störung vorliegt?
→ andauernd oder wiederkehrend → klinisch relevantes Leiden → Funktionsbeeinträchtigung → nicht durch Substanz / Medikation erklärbar
28
Was ist das triadische System?
→ Einteilung psychischer Erkrankungen nach Ursachen → exogen – endogen – psychogen
29
Was bedeutet exogen?
→ körperlich / organisch bedingt → z. B. Demenz, Delir (F0, teils F1)
30
Was bedeutet endogen?
→ nicht klar organisch oder psychogen → z. B. Schizophrenien, affektive Störungen (F2, F3)
31
Was bedeutet psychogen?
→ seelisch / psychosozial bedingt → z. B. F4–F6, teils F1
32
Wie wird das triadische System heute bewertet?
→ historisch relevant → ätiologisch orientiert → heute veraltet → moderne Sicht: multifaktorielle Genese