5. Elementarfunktionen PPB Flashcards

Umfassende Karteikarten zu den Elementarfunktionen des PPB (117 cards)

1
Q

Welche Bereiche werden im „Allg. Erscheinungsbild/Kontakt/Krankheitsverhalten“ erfasst? (11)

A

→ Körperpflege, Figur/Ernährungszustand/Gewicht, Kleidung, Haltung, Mimik/Gestik, Blickkontakt, Körpersprache, Sprache/Sprechweise, Kontaktfähigkeit, Krankheitsgefühl, Krankheitseinsicht, Behandlungseinsicht.

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2
Q

Was ist der Unterschied „Krankheitsgefühl“ vs. „Krankheitseinsicht“?

A

→ Krankheitsgefühl: „Ich fühle mich krank/gestört.“
→ Krankheitseinsicht: „Ich verstehe, dass es eine Störung/Erkrankung ist.“

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3
Q

Was ist „Behandlungseinsicht“?

A

→ Verständnis/Akzeptanz, dass Behandlung sinnvoll/notwendig ist.

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4
Q

Was sind quantitative Bewusstseinsstörungen?

A

→ Störung des Wachheitsgrades (Benommenheit, Somnolenz, Sopor, Koma).

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5
Q

Was ist Benommenheit?

A

→ Leichte Bewusstseinsminderung: verlangsamt, getrübt, reagiert

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6
Q

Was ist Somnolenz?

A

→ Schläfrigkeit, leicht weckbar, schläft wieder ein.

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7
Q

Was ist Sopor?

A

→ Tiefer Schlaf, nur durch starke Reize kurz weckbar; kaum adäquate Antworten.

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8
Q

Was ist Koma?

A

→ Nicht weckbar, keine gezielten Reaktionen.

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9
Q

Was sind qualitative Bewusstseinsstörungen?

A

→ Störung der Bewusstseinsqualität (Eintrübung, Einengung, Verschiebung/Erweiterung).

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10
Q

Was ist Bewusstseinseintrübung?

A

→ Verwirrtheit in Denken/Handeln, „getrübtes“ Bewusstsein.

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11
Q

Was ist Bewusstseinseinengung?

A

→ Fixierung/Verengung von Denken/Fühlen/Wollen auf wenige Inhalte.

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12
Q

Was ist Bewusstseinsverschiebung/-erweiterung?

A

→ Veränderte Bewusstseinslage (z. B. durch Substanzen).

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13
Q

Abgrenzung: Sopor vs. Stupor?

A

→ Sopor = Bewusstsein/Wachheit (quantitativ).
→ Stupor = Psychomotorik/Katatonie (Erstarrung bei vollem Bewusstsein).

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14
Q

Wofür steht ZOSP?

A

→ Zeit, Ort, Situation, Person.

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15
Q

Warum ist Orientierung so zentral?

A

→ Grundlage für jede weitere Beurteilung; Störung = Hinweis auf organische/substanzbedingte oder schwere psychische Zustände.

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16
Q

Was ist eine Aufmerksamkeitsstörung?

A

→ Aufmerksamkeit lässt sich schlecht halten/lenken, Ablenkbarkeit.

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17
Q

Was ist eine Konzentrationsstörung?

A

→ Schwierigkeit, Fokus über Zeit aufrechtzuerhalten (Aufgabe/Denken).

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18
Q

Was ist eine Auffassungsstörung?

A

→ Verlangsamte/gestörte gedankliche Verarbeitung neuer Informationen.

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19
Q

Was ist eine Merkfähigkeitsstörung?

A

→ Neue Inhalte können nur kurz behalten werden (≈ unter 10 Minuten).

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20
Q

Was ist eine Gedächtnisstörung (im PPB-Sinn)?

A

→ Störung, Informationen/Erinnerungen länger zu speichern/abzurufen (> ca. 10 Min).

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21
Q

Was ist Konfabulation?

A

→ Erinnerungslücken werden unbewusst mit plausiblen Einfällen aufgefüllt.

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22
Q

Was ist eine Amnesie?

A

→ Zeitliche/inhaltliche Erinnerungslücke.

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23
Q

Was bedeutet retrograde Amnesie?

A

→ Verlust von Erinnerungen vor dem Ereignis.

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24
Q

Was bedeutet kongrade Amnesie?

A

→ Erinnerungslücke während des Ereignisses.

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25
Was bedeutet anterograde Amnesie?
→ Neugedächtnisbildung nach dem Ereignis gestört.
26
Was ist transiente globale Amnesie?
→ Vorübergehende kombinierte Gedächtnisstörung (typisch: retrograd + anterograd).
27
Was ist eine Zeitgitterstörung?
→ Reihenfolge/zeitliche Einordnung von Ereignissen ist gestört.
28
Was sind formale Denkstörungen?
→ Störungen der Denkabläufe/Struktur: „Wie denkt jemand?“
29
Was ist Denkverlangsamung?
→ Denken ist deutlich verlangsamt.
30
Was ist Denkhemmung?
→ Denken wirkt blockiert, kommt schwer in Gang.
31
Was ist Gedankenabreißen?
→ Gedankengang bricht plötzlich ab.
32
Was ist Gedankensperrung?
→ Subjektives Erleben einer Blockade/Leere im Denken („wie weg“).
33
Was ist umständliches Denken?
→ Weitschweifig, viele Nebendetails, schwer zum Punkt.
34
Was ist eingeengtes Denken?
→ Fixierung auf wenige Themen, kaum Perspektivwechsel
35
Was ist Perseveration?
→ Haftenbleiben: Wiederholen gleicher Gedanken/Worte/Antworten.
36
Was ist Gedankendrängen?
→ Viele Gedanken drängen sich auf, schwer zu stoppen.
37
Was ist Ideenflucht?
→ Schnelles Springen zwischen Gedanken, viele Themen, lockerer Zusammenhang.
38
Was ist Vorbeireden (Ganser-Syndrom)?
→ Bewusst/auffällig knapp daneben antworten („fast richtig“), aber falsch.
39
Was ist Zerfahrenheit?
→ Stark ungeordnetes Denken/Sprechen, schwer nachvollziehbar.
40
Was ist Inkohärenz?
→ Kein logischer Zusammenhang mehr erkennbar (Sprache/Denken „zerfällt“).
41
Was sind Neologismen?
→ Wortneuschöpfungen, idiosynkratisch.
42
Was ist Kontamination?
→ Verbindung nicht zusammengehöriger Begriffe/Inhalte (z. B. „Schmutzlicht“).
43
Was ist Konkretismus?
→ Extrem wörtliches Verstehen, Schwierigkeiten mit Ironie/Sarkasmus/Abstraktion.
44
Was sind inhaltliche Denkstörungen?
→ Störungen der Denkinhalte: „Was denkt jemand?“
45
Was sind Zwangsgedanken/-ideen?
→ Wiederkehrende, aufdringliche Gedanken/Impulse, als unsinnig erlebt, schwer abzustellen.
46
Was sind Zwangshandlungen/-rituale?
→ Wiederholte Handlungen zur Angstreduktion (z. B. Kontrollieren/Waschen).
47
Was ist eine Phobie?
→ Zielgerichtete Angst, der Situation nicht angemessen.
48
Was ist frei flottierende Angst?
→ Dauerhaftes Angstgrundrauschen, Thema kann wechseln.
49
Was ist eine überwertige Idee?
→ Übermäßig wichtig/besetzt, aber grundsätzlich korrigierbar. Realität bleibt zugänglich Beispiele: „Gesunde Ernährung ist extrem wichtig – Zucker ist gefährlich.“ „Mein Aussehen ist mir enorm wichtig, ich denke ständig darüber nach.“ „Dieser Konflikt mit meinem Chef beschäftigt mich übermäßig.“
50
Was ist Wahn?
→ Krankhafte, feste, unkorrigierbare Überzeugung trotz Gegenbeweisen. Beispiele: Verfolgungswahn: „Der Nachbar überwacht mich mit Kameras im Rauchmelder.“ Vergiftungswahn: „Im Leitungswasser ist Gift, das extra für mich beigemischt wird.“ Eifersuchtswahn: „Mein Partner betrügt mich definitiv – jedes Handy-Vibrieren ist ein Zeichen.“ Größenwahn: „Ich bin auserwählt und habe eine besondere Mission, die Welt zu retten.“ Somatischer Wahn: „In meinem Bauch wachsen Geräte/Parasiten, die Ärzte vertuschen das.“
51
Was ist Wahnstimmung?
→ Gefühl: „Etwas stimmt nicht / gleich passiert etwas“ (vage Bedrohung/Bedeutung). Beispiele: „Irgendwas ist anders… als ob gleich etwas Schlimmes passiert.“ „Die Atmosphäre fühlt sich geladen an, als wäre ich im Mittelpunkt.“ „Die Menschen wirken komisch… als ob sie etwas wissen.“ „Ich spüre, dass ich gleich eine wichtige Erkenntnis haben werde.“
52
Was ist Wahnwahrnehmung?
→ reale Wahrnehmung + wahnhaftes Bedeutungs-Upgrade. (= Wahrnehmung stimmt, Bedeutung ist wahnhaft) Beispiele: Jemand trägt ein rotes Halstuch → „Das ist das Signal, dass ich heute sterben soll.“ Im Radio läuft ein Lied → „Das ist eine verschlüsselte Botschaft speziell an mich.“ Eine Autonummer „4711“ → „Das ist mein Code – sie markieren mich.“ Zwei Leute lachen → „Sie lachen über mich, weil sie Teil der Gruppe sind, die mich verfolgt.“ Ein Vogel sitzt am Fenster → „Das ist ein Zeichen: Ich werde beobachtet.“
53
Was ist ein Wahnsystem?
→ Wahninhalte werden zu einem in sich geschlossenen System verknüpft. → mehrere Wahnideen greifen logisch ineinander und stützen sich gegenseitig. Beispiele: „Geheimdienst überwacht mich“ → „Handy ist gehackt“ → „Nachbarn sind Informanten“ → „Ärzte sind mit drin“ → „Darum finden Untersuchungen nichts.“ „Ich bin auserwählt“ → „Darum senden mir Medien Zeichen“ → „Menschen testen mich“ → „Wenn ich versage, hat das globale Folgen.“ „Ich werde vergiftet“ → „Deshalb schmeckt Essen komisch“ → „Deshalb bin ich müde“ → „Das ist der Beweis, dass sie’s tun.“
54
Was ist Beziehungswahn?
→ Neutrale Ereignisse werden auf die eigene Person bezogen („hat mit mir zu tun“). Beispiele: Zwei Menschen flüstern → „Die reden über mich.“ Jemand hustet im Bus → „Das ist ein Zeichen/Kommentar gegen mich.“ Nachrichtensprecher schaut in die Kamera → „Er meint mich.“ Ein Kollege räuspert sich → „Er gibt den anderen ein Signal wegen mir.“ Jemand legt das Halstuch anders → „Das hat mit mir zu tun (z. B. Drohung).“
55
Was sind Illusionen/illusionäre Verkennungen?
→ Reiz ist da, wird falsch gedeutet (z. B. Schlauch → Schlange).
56
Was sind Pareidolien?
→ Sinnvolle Muster in Unklarem (z. B. Gesichter in Wolken).
57
Was ist Mikropsie?
→ Dinge erscheinen kleiner.
58
Was ist Makropsie?
→ Dinge erscheinen größer.
59
Was ist Metamorphopsie?
→ Dinge erscheinen verzerrt/verändert.
60
Was ist eine Pseudohalluzination?
→ Halluzinatorische Wahrnehmung, aber mit Einsicht („ich weiß, es ist nicht real“).
61
Was ist eine Halluzination?
→ Sinneswahrnehmung ohne äußeren Reiz.
62
Modalitäten von Halluzinationen? (Welcher Sinn ist betroffen)
→ optisch, akustisch, optisch kann F2 aber selten typischer organisch z.B. Delir oder Alk-Entzug / aktustisch meist F2 olfaktorisch (Riechen), gustatorisch (Schmecken) (!! Meist organische Ursache) haptisch/taktil (Tasten/Fühlen), zoenästhetisch (Körperinneres), leibliche Beeinflussungserlebnisse (Übergang zu Ich-Störung)
63
Was sind Akustische Halluzination: imperative Stimmen?
→ Stimmen, die befehlen/auffordern (ggf. Gefahr).
64
Was sind Akustische Halluzination: dialogisierende Stimmen?
→ Stimmen „sprechen über die betroffene Person“.
65
Was sind Akustische Halluzination: kommentierende Stimmen?
→ Stimmen kommentieren Handlungen/Gedanken, oft abwertend.
66
Was sind Akoasmen?
→ Akustische Halluzinationen ohne Sprache (pfeifen, summen, rauschen).
67
Was sind Zoenästhesien?
→ Ungewöhnliche Körperwahrnehmungen (Innenkörperempfindungen). Beispiel: „Meine Organe verschieben sich.“ „In meinem Bauch dreht sich etwas.“ „Mein Herz wird zusammengedrückt, aber nicht wie Schmerz.“ Wichtig: Das sind keine normalen Körperempfindungen, sondern qualitativ fremdartige.
68
Was sind leibliche Beeinflussungserlebnisse?
→ Körperempfindungen werden als von außen gemacht erlebt. gehören phänomenologisch zur Wahrnehmung, stehen aber in enger Beziehung zu Ich-Störungen und sind typisch für psychotische Störungen. ZUSATZ zum Verständnis: Warum stehen leibliche Beeinflussungserlebnisse im PPB oft bei Wahrnehmung, nicht bei Ich-Störungen? Weil sie phänomenologisch so beginnen: körperliche Wahrnehmung ohne organischen Reiz als real erlebt → halluzinatorisch erst danach wahnhaft interpretiert („von außen gemacht“) ➡️ Deshalb werden sie oft eingeordnet unter: Wahrnehmung → Halluzinationen → leibliche Beeinflussungserlebnisse
69
Abgrenzung Wahn vs. Halluzination?
→ Wahn: Reiz im Außen vorhanden, fehlinterpretiert. → Halluzination: kein äußerer Reiz.
70
Was sind Ich-Störungen?
→ Störungen der Ich-Grenze/Ich-Erlebens: Trennung „Ich vs. Nicht-Ich“ beeinträchtigt.
71
Was ist Gedankeneingebung?
→ Gedanken werden als von außen eingegeben erlebt.
72
Was ist Gedankenentzug?
→ Gedanken werden als von außen weggenommen erlebt.
73
Was ist Gedankenausbreitung?
→ Gedanken „gehen nach außen“ – alle können sie wahrnehmen.
74
Was ist Gedankenlautwerden?
→ Gedanken werden als laut/hörbar erlebt. (Von der Person selbst akustisch wahrgenommen aber nicht steuerbar oder als teil des Selbsts erlebt)
75
Was ist Fremdbeeinflussungserleben?
→ Gefühle/Handlungen/Körperempfindungen wirken fremdgesteuert.
76
Was ist Depersonalisation?
→ Gefühl, nicht man selbst zu sein (z. B. „meine Hände sind nicht meine“).
77
Was ist Derealisation?
→ Umgebung wirkt unwirklich/fremd/künstlich.
78
Was ist der Unterschied zwischen Affekt und Stimmung?
→ Affekt: kurzfristiger, momentaner Gefühlszustand → Stimmung: länger anhaltende emotionale Grundtönung Affekt dauert Minuten bis Stunden situationsabhängig direkt beobachtbar im Gespräch z. B. Weinen, Angst, Wut, Lachen Stimmung dauert Stunden bis Wochen relativ situationsunabhängig vom Patienten berichtet z. B. depressive, euphorische, gereizte Stimmung Merksatz: → Affekt ist das Wetter, Stimmung das Klima.
79
Was beschreibt die Affektivität im psychopathologischen Befund?
→ Qualität, Intensität, Angemessenheit, Stabilität und Modulierbarkeit von Gefühlen → Reaktion auf innere und äußere Reize Beurteilt werden u. a.: aktuelle Stimmung emotionale Reaktionsfähigkeit Angemessenheit zur Situation Schwingungsfähigkeit Stabilität / Hemmung
80
Was ist Affektlabilität?
→ Rasch wechselnde Gefühlslagen, geringe emotionale Stabilität → Gefühle kippen schnell und unvorhersehbar Beispiel: eben noch weinen → kurz darauf lachen starke emotionale Reaktionen auf kleine Anlässe
81
Was ist Affektinkontinenz?
→ Fehlende Affekthemmung → Emotionen können nicht mehr reguliert oder zurückgehalten werden Unterschied zur Affektlabilität: Affektlabilität = schneller Wechsel Affektinkontinenz = Durchbruch ohne Bremse Beispiel: unkontrolliertes Weinen oder Lachen in unpassenden Situationen
82
Was ist Parathymie?
→ Qualitativ unpassender Affekt → Gefühl passt nicht zur Situation oder zum Inhalt Sehr prüfungsrelevant! Typisch u. a. bei bestimmten Formen der Schizophrenie Beispiele: Ekel statt Freude Lachen bei traurigen Ereignissen Gleichgültigkeit bei schwerem Verlust
83
Was ist Affektarmut?
→ Verminderte emotionale Ausdrucksfähigkeit → Gefühle wirken flach, reduziert, verarmt Merkmal: wenig Mimik monotone Sprache kaum emotionale Reaktion
84
Was ist Affektstarre?
→ Fehlende Schwingungsfähigkeit → Emotionen sind nicht mehr situationsabhängig modulierbar Beispiel: gleiche emotionale Reaktion bei: Lottogewinn Tod eines nahen Angehörigen
85
Was bedeutet Schwingungsfähigkeit?
→ Fähigkeit, Gefühle situationsangemessen zu verändern gesund: Emotionen passen sich Kontexten an gestört: zu wenig (Affektstarre) oder zu viel (Affektlabilität)
86
Was ist das Gefühl der Gefühllosigkeit?
→ Subjektives Erleben von emotionaler Leere → Patient:in sagt: „Ich fühle nichts mehr“ Wichtig !!: nicht gleichzusetzen mit Affektarmut Affektarmut = von außen beobachtbar Gefühllosigkeit = inneres Erleben
87
Was sind Störungen der Vitalgefühle?
→ Beeinträchtigung grundlegender Lebensgefühle Beispiele: Gefühl von innerer Leere Verlust von Lebendigkeit Gefühl, „nicht richtig da zu sein“ Häufig bei: Depressionen schweren Erschöpfungszuständen
88
Was ist gesteigertes Selbstwertgefühl?
→ Überhöhte Selbsteinschätzung → Euphorie oder Dysphorie möglich Beispiele: Größenideen übermäßiges Selbstvertrauen Selbstüberschätzung
89
Was sind Insuffizienzgefühle?
→ Gefühle von Wertlosigkeit, Unzulänglichkeit, Versagen Typisch bei: Depression Angststörungen
90
Was ist Ambivalenz?
→ Gleichzeitiges Erleben widersprüchlicher Gefühle Beispiel: Liebe und Hass gegenüber derselben Person
91
Was bedeutet Angst im affektiven Bereich?
→ Affektiver Zustand von Bedrohung oder Anspannung → kann situationsbezogen oder frei flottierend sein
92
Was ist Jammerigkeit?
→ Überbetonte, klagende Affektausdrucksweise → häufig mit Hilflosigkeit und Selbstabwertung verbunden
93
Was ist Antriebsarmut?
→ Verminderte Energie/Eigeninitiative/Teilnahme.
94
Was ist Antriebssteigerung?
→ Gesteigerte Aktivität, Unruhe, Rastlosigkeit, evtl. Enthemmung.
95
Was ist psychomotorische Unruhe?
→ Motorische Unruhe/Agitiertheit, „nicht still sitzen können“.
96
Was ist Stupor?
→ Psychomotorische Erstarrung bei (oft) vollem Bewusstsein. OBACHT nicht Sopor (Tiefer Schlaf → kein Bewusstsein) Stupor = Psychomotorische Störung Sopor = Bewustsein (quantitativ)
97
Was sind Parakinesen?
→ Abnorme, unwillkürliche oder unzweckmäßige Bewegungsabläufe, die nicht zur Situation passen. Erklärung: Bewegungen wirken bizarr, unpassend oder zwecklos oft nicht willentlich steuerbar gehören zu Störungen der Psychomotorik Beispiele: verkrampftes Verdrehen der Hände ohne Funktion auffälliges, seltsam wirkendes Gehen unpassende Grimassen oder Körperhaltungen
98
Was sind Stereotypien?
→ Ständige, gleichförmige Wiederholung derselben Bewegung oder desselben Lautes. Erklärung: immer gleich ablaufend ohne erkennbaren Zweck kaum durch äußere Reize unterbrechbar Beispiele: ständiges Hin- und Herwiegen des Oberkörpers rhythmisches Klopfen oder Reiben der Hände wiederholtes Summen oder Lautäußerungen
99
Was ist Flexibilitas cerea?
→ „Wächserne Biegsamkeit“: Körper lässt sich passiv bewegen, hält Position. Schaufensterpuppe
100
Was ist Katalepsie?
→ Verharren über längere Zeit in einer Position (Haltung wird gehalten).
101
Was ist Negativismus?
→ Widerstand/„Gegenteil tun“ oder Nicht-Mitmachen ohne plausiblen Grund.
102
Was ist Echolalie?
→ Nachsprechen von Worten/Sätzen anderer. Zu unterscheiden von Verbigeration (eingene Wörter werden wiederholt)
102
Was ist Echopraxie?
→ Nachahmen von Bewegungen/Handlungen anderer.
103
Was ist Manieriertheit?
→ Gekünstelte, übertrieben theatralische/bizarre Bewegungen/Gestik.
104
Was ist Logorrhoe?
→ Krankhaft gesteigerter Rededrang. → Wortdurchfall
105
Was ist Mutismus?
→ Schweigen, fehlendes Sprechen trotz Fähigkeit.
106
Was ist Verbigeration?
→ Stereotype Wiederholung eigener Wörter/Sätze.
107
Welche Schweregrade der Intelligenzminderung werden unterschieden?
→ leicht, mittelgradig, schwer, schwerste. leicht (IQ 50-69, Debilität, 9 bis unter 12 Jahre) mittelgradig (IQ 35-49, Imbezillität, 6 bis unter 9 Jahre) schwer (IQ 20-34, schwere Oligophrenie, 3 bis unter 6 J.) schwerste (IQ < 20, schwerste Oligophrenie, Idiotie, <3 J.)
108
Welche somatischen/vegetativen Bereiche gehören in den PPB-Kontext?
→ Schlaf, Appetit, Gewicht, Verdauung, Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf, Schwitzen, Menstruation, Vorerkrankungen, Unfälle. → Bei Unfällen besonders achtsam sein da organische Ursache vorliegen kann!
109
Was sind zirkadiane Besonderheiten?
→ Tageszeitabhängige Symptomschwankungen (z. B. Morgentief).
110
Welche Stufen/Aspekte von Suizidalität werden erfasst? (5)
→ passive Todeswünsche, aktive Gedanken, Vorbereitungen, akute Suizidalität, Versuch.
111
Was sind parasuizidale Handlungen?
→ Selbstschädigende Handlungen ohne sicheren Tötungswillen (z. B. SVV/Ritzen).
112
Was ist „erweiterter Suizid“?
→ Suizidhandlung unter Einbezug anderer Personen.
113
Was umfasst Fremdgefährdung?
→ Gefahr für Leib/Leben/Gesundheit anderer und ggf. erhebliche Sachwerte.
114
Was ist ein Konsiliarbericht?
→ Ärztliche Abklärung organischer Ursachen als Grundlage vor/zu Therapiebeginn.
115
Wer erstellt den Konsiliarbericht?
→ Ärzt:innen (oft Hausärzt:innen) nach Untersuchung.
116
Wofür wird der Konsiliarbericht genutzt?
→ Organik ausschließen; wichtig für Krankenkassen/Übernahmeentscheidungen