Was sind die Vollhard Trias bei Purpura-Schönlein-Henoch-Nephritis?
Purpura-Schönlein-Henoch-Nephritis
↳ Volhard Trias: Makro- oder Mikrohämaturie, Hypertonie, Ödeme
Welche sind die wichtigsten Frühgeborenen- und Neugeborenenreflexe, und wann verschwinden sie?
Mororeflex (Abwehrreflex, bis 4. Monat), Saug- und Suchreflex (bis 3.–4. Monat), palmarer Greifreflex (bis 6. Monat), plantarer Greifreflex (bis 1 Jahr), Schreitreflex (bis 3. Monat), asymmetrisch tonischer Nackenreflex (bis 6. Monat), Babinski-Reflex (bis etwa 1 Jahr).
Wie ist der Ablauf einer vollständigen neurologischen Untersuchung beim Kind?
Beobachtung von Bewusstsein, Haltung und Spontanbewegung, Testung der Hirnnerven (altersentsprechend), Überprüfung von Muskeltonus und Kraft (spielerisch oder durch Widerstand), Reflexprüfung inklusive frühkindlicher Reflexe, Untersuchung der Sensibilität, Koordination (z.B. Finger-Nase, Knie-Hacke, Seiltänzergang), Prüfung auf pathologische Reflexe.
Wie prüft man die Kraftgrade bei Kindern und wie erfolgt die Einteilung?
Bewegung gegen Widerstand bei altersentsprechender Aufforderung oder spielerisch: Arme/Beine drücken, greifen lassen. Einteilung nach Janda in fünf Grade: 0 = keine Bewegung, 1 = sichtbare Kontraktion, 2 = Bewegung ohne Schwerkraft, 3 = Bewegung gegen Schwerkraft, 4 = Bewegung gegen geringen Widerstand, 5 = normale Kraft.
Wie werden Muskeleigenreflexe bei Kindern geprüft und welche sind die wichtigsten?
Muskeleigenreflexe (MER) werden mit Reflexhammer ausgelöst, wichtigste sind BSR (Bizepssehnenreflex), TSR (Trizepssehnenreflex), Radiusperiostreflex, PSR (Patellarsehnenreflex), ASR (Achillessehnenreflex), sowie der Babinski-Reflex.
Welche klinischen Hinweise deuten in der neurologischen Untersuchung auf einen Apoplex?
Akut einsetzende, meist halbseitige Schwäche oder Lähmung (Hemiparese), Sensibilitätsstörungen, zentrale Fazialisparese (Stirnrunzeln erhalten, Mundwinkel hängt), Sprachstörung (Aphasie, meist links), Dysarthrie, Gesichtsfeldausfall, Koordinationsstörung; bei hämorrhagischem Infarkt Zeichen von Hirndruck (z.B. vorgewölbte Fontanelle, Sunset sign).
Wie kann man eine zentrale Fazialisparese von einer peripheren Fazialisparese unterscheiden?
Bei zentraler Fazialisparese ist das Stirnrunzeln beidseits erhalten und nur der Mundwinkel herabgezogen; bei peripherer Fazialisparese ist die gesamte betroffene Gesichtshälfte (Stirn, Auge, Mund) gelähmt.
Was sind die wichtigsten Notfall-Differentialdiagnosen bei Petechien und Fieber bei Kindern?
Meningokokkensepsis (bakterielle Sepsis), andere bakterielle oder virale Infektionen, ITP (Immunthrombozytopenie), Leukämie, Purpura Schönlein-Henoch, Gerinnungsstörungen (z.B. Hämophilie, von-Willebrand-Syndrom), selten heparininduzierte Thrombozytopenie.
Wie gehen Sie bei einem Kind mit Petechien und Fieber im akuten Notfall vor?
Sofortige Kreislaufüberwachung und venöser Zugang, Blutkulturen, großes Blutbild, Gerinnung, Liquorpunktion (wenn indiziert), sofortiger Beginn einer kalkulierten Antibiotikatherapie mit Cefotaxim oder Ceftriaxon, Isolation bis zum Ausschluss einer Meningokokkensepsis.
Wie ist die Standardschema der kalkulierten Antibiotikatherapie bei Meningokokkenmeningitis im Kindesalter?
Cefotaxim oder Ceftriaxon als empirische Therapie hochdosiert; ggf. zusätzlich Ampicillin bei Verdacht auf Listerieninfektion (insbesondere bei Neugeborenen).
Welche weiteren klinischen Leitsymptome sprechen im Kindesalter für eine bakterielle Meningitis?
Kombination aus Fieber, Meningismus (Nackensteifigkeit), Bewusstseinsstörung, Petechien/Purpura, Übelkeit/Erbrechen, ggf. Krampfanfällen und Photophobie.
Wie lautet die Definition und die klinische Präsentation einer Purpura Schönlein-Henoch (IgA-Vaskulitis)?
Systemische kleine-vaskulitische Erkrankung mit IgA-Ablagerung, typische Symptome: palpable Purpura an Beinen/Gesäß, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen/Arthralgien, ggf. Hämaturie/Proteinurie als Zeichen der Nierenbeteiligung.
Wie erfolgt die Therapie bei Purpura Schönlein-Henoch (IgA-Vaskulitis) im Kindesalter?
Zumeist symptomatisch: Schonung, Schmerztherapie mit Paracetamol oder NSAR; bei schwerer Organbeteiligung (Niere, Darm) systemische Glukokortikoide, Immunglobuline nur bei schwersten Verläufen, regelmäßige Verlaufskontrolle von Urin und Blutdruck.
Welche Komplikationen können bei Purpura Schönlein-Henoch auftreten und wie erkennt man sie früh?
Gastrointestinale Blutungen/Invagination, renale Manifestation mit Hämaturie und Proteinurie, arterielle Hypertonie; erkannt durch regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Urinstatus und ggf. abdominale Symptome.
Wie wird bei ITP (Immunthrombozytopenie) bei Kindern diagnostisch und therapeutisch vorgegangen?
Diagnose durch Nachweis einer isolierten Thrombozytopenie nach Infekt, Ausschluss anderer Ursachen; Behandlung meist abwartend (bei mildem Verlauf), bei schweren Blutungen Glukokortikoide, Immunglobuline oder Thrombozytentransfusion.
Wie prüft man die Koordination bei Kindern?
Z.B. Finger-Nase-Versuch, Knie-Hacke-Versuch bei älteren Kindern, Pronation-Supination-Wechsel, Seiltänzergang; bei kleinen Kindern auch Beobachtung von Greifen, Krabbeln, Spielen.
Welche Laborwerte bestimmen Sie bei Verdacht auf Sepsis oder Meningitis bei Kindern?
Großes Blutbild, Differenzialblutbild, CRP, Prokalzitonin, Gerinnung (Quick, aPTT, Fibrinogen, D-Dimere), Blutkulturen, Laktat, evtl. Liquor.
Was sind wichtige Warnzeichen für eine vitale Bedrohung bei Kindern mit Petechien?
Rasch zunehmende Purpura, Schocksymptomatik (Blässe, Kaltschweißigkeit, Tachykardie, Hypotonie), Bewusstseinsstörung, Kreislaufinstabilität.
Welche Verlaufskontrolle ist nach abgeheilter Purpura Schönlein-Henoch notwendig?
Regelmäßige Urinuntersuchung (auf Hämaturie und Proteinurie) und Blutdruckkontrolle über mindestens sechs Monate, um eine Spätmanifestation der Nephritis auszuschließen.
Welche Art von Sprachstörung spricht für eine linksseitige zerebrale Läsion bei Kindern?
Eine Aphasie (zentrale Sprachstörung wie Wortfindungsstörung, Verständnisstörung) spricht für eine Läsion der sprachdominanten (meist linken) Hemisphäre.
Was ist beim Verdacht auf eine bakterielle Meningitis vor einer Lumbalpunktion zu beachten?
Vor der Lumbalpunktion immer Ausschluss eines erhöhten Hirndrucks (klinisch und ggf. radiologisch) wegen Gefahr einer Einklemmung, z.B. bei Koma, fokalen Ausfällen, Papillenödem.
Was ist ein Status epilepticus im Kindesalter?
Ein Status epilepticus ist ein epileptischer Anfall, der länger als 5 Minuten andauert oder eine Serie von Anfällen ohne vollständige Erholung des Bewusstseins zwischen den Anfällen. Bei Kindern gilt: Generalisierte Anfälle >5 Minuten, fokale Anfälle >10 Minuten. Das Risiko für permanente Schäden steigt mit der Anfallsdauer.
Was sollte man bei einem akuten Krampfanfall eines Kindes tun?
Kind sichern: vor Verletzungen schützen (z.B. Kissen/Decke unterlegen), auf den Boden legen. Keine Gegenstände in den Mund und nicht festhalten. Freie Atmung gewährleisten, nach Möglichkeit auf die Seite drehen. Notarzt rufen, falls Anfall >5 Minuten; Benzodiazepin (z.B. Midazolam bukkal oder Diazepam rektal/i.v.) verabreichen, falls verfügbar.
Was ist bei Kindern während und nach dem Krampfanfall noch wichtig, um Schäden zu verhindern?
Nach Möglichkeit stabile Seitenlage, Kontrolle von Atmung und Kreislauf, Sauerstoffgabe bei Hypoxie, Monitoring, ggf. Absaugen bei übermäßiger Sekretion. Nach dem Anfall: Monitoring fortsetzen, Überprüfung auf Verletzungen, Blutzucker messen, Temperatur kontrollieren.