Kinderheilkunde Flashcards

(99 cards)

1
Q

Was sind die Vollhard Trias bei Purpura-Schönlein-Henoch-Nephritis?

A

Purpura-Schönlein-Henoch-Nephritis
↳ Volhard Trias: Makro- oder Mikrohämaturie, Hypertonie, Ödeme

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2
Q

Welche sind die wichtigsten Frühgeborenen- und Neugeborenenreflexe, und wann verschwinden sie?

A

Mororeflex (Abwehrreflex, bis 4. Monat), Saug- und Suchreflex (bis 3.–4. Monat), palmarer Greifreflex (bis 6. Monat), plantarer Greifreflex (bis 1 Jahr), Schreitreflex (bis 3. Monat), asymmetrisch tonischer Nackenreflex (bis 6. Monat), Babinski-Reflex (bis etwa 1 Jahr).

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3
Q

Wie ist der Ablauf einer vollständigen neurologischen Untersuchung beim Kind?

A

Beobachtung von Bewusstsein, Haltung und Spontanbewegung, Testung der Hirnnerven (altersentsprechend), Überprüfung von Muskeltonus und Kraft (spielerisch oder durch Widerstand), Reflexprüfung inklusive frühkindlicher Reflexe, Untersuchung der Sensibilität, Koordination (z.B. Finger-Nase, Knie-Hacke, Seiltänzergang), Prüfung auf pathologische Reflexe.

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4
Q

Wie prüft man die Kraftgrade bei Kindern und wie erfolgt die Einteilung?

A

Bewegung gegen Widerstand bei altersentsprechender Aufforderung oder spielerisch: Arme/Beine drücken, greifen lassen. Einteilung nach Janda in fünf Grade: 0 = keine Bewegung, 1 = sichtbare Kontraktion, 2 = Bewegung ohne Schwerkraft, 3 = Bewegung gegen Schwerkraft, 4 = Bewegung gegen geringen Widerstand, 5 = normale Kraft.

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5
Q

Wie werden Muskeleigenreflexe bei Kindern geprüft und welche sind die wichtigsten?

A

Muskeleigenreflexe (MER) werden mit Reflexhammer ausgelöst, wichtigste sind BSR (Bizepssehnenreflex), TSR (Trizepssehnenreflex), Radiusperiostreflex, PSR (Patellarsehnenreflex), ASR (Achillessehnenreflex), sowie der Babinski-Reflex.

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6
Q

Welche klinischen Hinweise deuten in der neurologischen Untersuchung auf einen Apoplex?

A

Akut einsetzende, meist halbseitige Schwäche oder Lähmung (Hemiparese), Sensibilitätsstörungen, zentrale Fazialisparese (Stirnrunzeln erhalten, Mundwinkel hängt), Sprachstörung (Aphasie, meist links), Dysarthrie, Gesichtsfeldausfall, Koordinationsstörung; bei hämorrhagischem Infarkt Zeichen von Hirndruck (z.B. vorgewölbte Fontanelle, Sunset sign).

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7
Q

Wie kann man eine zentrale Fazialisparese von einer peripheren Fazialisparese unterscheiden?

A

Bei zentraler Fazialisparese ist das Stirnrunzeln beidseits erhalten und nur der Mundwinkel herabgezogen; bei peripherer Fazialisparese ist die gesamte betroffene Gesichtshälfte (Stirn, Auge, Mund) gelähmt.

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8
Q

Was sind die wichtigsten Notfall-Differentialdiagnosen bei Petechien und Fieber bei Kindern?

A

Meningokokkensepsis (bakterielle Sepsis), andere bakterielle oder virale Infektionen, ITP (Immunthrombozytopenie), Leukämie, Purpura Schönlein-Henoch, Gerinnungsstörungen (z.B. Hämophilie, von-Willebrand-Syndrom), selten heparininduzierte Thrombozytopenie.

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9
Q

Wie gehen Sie bei einem Kind mit Petechien und Fieber im akuten Notfall vor?

A

Sofortige Kreislaufüberwachung und venöser Zugang, Blutkulturen, großes Blutbild, Gerinnung, Liquorpunktion (wenn indiziert), sofortiger Beginn einer kalkulierten Antibiotikatherapie mit Cefotaxim oder Ceftriaxon, Isolation bis zum Ausschluss einer Meningokokkensepsis.

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10
Q

Wie ist die Standardschema der kalkulierten Antibiotikatherapie bei Meningokokkenmeningitis im Kindesalter?

A

Cefotaxim oder Ceftriaxon als empirische Therapie hochdosiert; ggf. zusätzlich Ampicillin bei Verdacht auf Listerieninfektion (insbesondere bei Neugeborenen).

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11
Q

Welche weiteren klinischen Leitsymptome sprechen im Kindesalter für eine bakterielle Meningitis?

A

Kombination aus Fieber, Meningismus (Nackensteifigkeit), Bewusstseinsstörung, Petechien/Purpura, Übelkeit/Erbrechen, ggf. Krampfanfällen und Photophobie.

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12
Q

Wie lautet die Definition und die klinische Präsentation einer Purpura Schönlein-Henoch (IgA-Vaskulitis)?

A

Systemische kleine-vaskulitische Erkrankung mit IgA-Ablagerung, typische Symptome: palpable Purpura an Beinen/Gesäß, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen/Arthralgien, ggf. Hämaturie/Proteinurie als Zeichen der Nierenbeteiligung.

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13
Q

Wie erfolgt die Therapie bei Purpura Schönlein-Henoch (IgA-Vaskulitis) im Kindesalter?

A

Zumeist symptomatisch: Schonung, Schmerztherapie mit Paracetamol oder NSAR; bei schwerer Organbeteiligung (Niere, Darm) systemische Glukokortikoide, Immunglobuline nur bei schwersten Verläufen, regelmäßige Verlaufskontrolle von Urin und Blutdruck.

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14
Q

Welche Komplikationen können bei Purpura Schönlein-Henoch auftreten und wie erkennt man sie früh?

A

Gastrointestinale Blutungen/Invagination, renale Manifestation mit Hämaturie und Proteinurie, arterielle Hypertonie; erkannt durch regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Urinstatus und ggf. abdominale Symptome.

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15
Q

Wie wird bei ITP (Immunthrombozytopenie) bei Kindern diagnostisch und therapeutisch vorgegangen?

A

Diagnose durch Nachweis einer isolierten Thrombozytopenie nach Infekt, Ausschluss anderer Ursachen; Behandlung meist abwartend (bei mildem Verlauf), bei schweren Blutungen Glukokortikoide, Immunglobuline oder Thrombozytentransfusion.

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16
Q

Wie prüft man die Koordination bei Kindern?

A

Z.B. Finger-Nase-Versuch, Knie-Hacke-Versuch bei älteren Kindern, Pronation-Supination-Wechsel, Seiltänzergang; bei kleinen Kindern auch Beobachtung von Greifen, Krabbeln, Spielen.

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17
Q

Welche Laborwerte bestimmen Sie bei Verdacht auf Sepsis oder Meningitis bei Kindern?

A

Großes Blutbild, Differenzialblutbild, CRP, Prokalzitonin, Gerinnung (Quick, aPTT, Fibrinogen, D-Dimere), Blutkulturen, Laktat, evtl. Liquor.

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18
Q

Was sind wichtige Warnzeichen für eine vitale Bedrohung bei Kindern mit Petechien?

A

Rasch zunehmende Purpura, Schocksymptomatik (Blässe, Kaltschweißigkeit, Tachykardie, Hypotonie), Bewusstseinsstörung, Kreislaufinstabilität.

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19
Q

Welche Verlaufskontrolle ist nach abgeheilter Purpura Schönlein-Henoch notwendig?

A

Regelmäßige Urinuntersuchung (auf Hämaturie und Proteinurie) und Blutdruckkontrolle über mindestens sechs Monate, um eine Spätmanifestation der Nephritis auszuschließen.

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20
Q

Welche Art von Sprachstörung spricht für eine linksseitige zerebrale Läsion bei Kindern?

A

Eine Aphasie (zentrale Sprachstörung wie Wortfindungsstörung, Verständnisstörung) spricht für eine Läsion der sprachdominanten (meist linken) Hemisphäre.

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21
Q

Was ist beim Verdacht auf eine bakterielle Meningitis vor einer Lumbalpunktion zu beachten?

A

Vor der Lumbalpunktion immer Ausschluss eines erhöhten Hirndrucks (klinisch und ggf. radiologisch) wegen Gefahr einer Einklemmung, z.B. bei Koma, fokalen Ausfällen, Papillenödem.

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22
Q

Was ist ein Status epilepticus im Kindesalter?

A

Ein Status epilepticus ist ein epileptischer Anfall, der länger als 5 Minuten andauert oder eine Serie von Anfällen ohne vollständige Erholung des Bewusstseins zwischen den Anfällen. Bei Kindern gilt: Generalisierte Anfälle >5 Minuten, fokale Anfälle >10 Minuten. Das Risiko für permanente Schäden steigt mit der Anfallsdauer.

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23
Q

Was sollte man bei einem akuten Krampfanfall eines Kindes tun?

A

Kind sichern: vor Verletzungen schützen (z.B. Kissen/Decke unterlegen), auf den Boden legen. Keine Gegenstände in den Mund und nicht festhalten. Freie Atmung gewährleisten, nach Möglichkeit auf die Seite drehen. Notarzt rufen, falls Anfall >5 Minuten; Benzodiazepin (z.B. Midazolam bukkal oder Diazepam rektal/i.v.) verabreichen, falls verfügbar.

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24
Q

Was ist bei Kindern während und nach dem Krampfanfall noch wichtig, um Schäden zu verhindern?

A

Nach Möglichkeit stabile Seitenlage, Kontrolle von Atmung und Kreislauf, Sauerstoffgabe bei Hypoxie, Monitoring, ggf. Absaugen bei übermäßiger Sekretion. Nach dem Anfall: Monitoring fortsetzen, Überprüfung auf Verletzungen, Blutzucker messen, Temperatur kontrollieren.

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25
Welche Auslöser für epileptische Anfälle gibt es bei Kindern?
Mögliche Auslöser: Fieber (fieberkrampfsyndrom), Schlafmangel, Infektionen, Elektrolytstörungen, Hypoglykämie, Medikamente, Drogen, Störungen im Stoffwechsel, genetische Erkrankungen, Hirnfehlbildungen, Kopfverletzungen, selten Stress oder psychogene Faktoren.
26
Wie erkennt man einen psychogenen (nicht-epileptischen) Anfall bei Kindern?
Typische Merkmale: Augen während des Anfalls meist geschlossen, Bewegungsabläufe oft untypisch (asymmetrisch, wechselnd), keine typische postiktale Phase, nach Anfall rasche Erholung, meist keine Zungenbisse oder Einnässen, kein EEG-Nachweis epileptischer Aktivität. Anfall tritt oft in Anwesenheit von Publikum auf.
27
Wie gehe ich bei einem Kind mit bekannter Epilepsie nach erneutem Anfall vor?
Erhebung der Anamnese: Medikamenteneinnahme, Infekte, Auslöser, Verlauf des Anfalls. Medikamentenspiegel bestimmen, nach Auslösern (u.a. Infektion, Schlafentzug) fahnden, körperliche und neurologische Untersuchung, Blutzucker/Elekrolyte, ggf. Bildgebung. Therapieanpassung: Dosiserhöhung/Umstellung oder Einleitung eines weiteren Antikonvulsivums erwägen.
28
Welche Medikamente werden bei kindlicher Epilepsie eingesetzt?
Wichtige Antikonvulsiva im Kindesalter: Valproinsäure (generalisierte Anfälle), Levetiracetam, Lamotrigin, Oxcarbazepin, Carbamazepin (fokale Anfälle), Sultiam (z. B. Rolando-Epilepsie), Phenobarbital, Topiramat. Auswahl je nach Epilepsieform, Alter, Nebenwirkungsprofil. Benzodiazepine (z. B. Midazolam, Diazepam) zur Akuttherapie im Anfall.
29
8-jähriger Junge mit Bauchschmerzen in der Notaufnahme: Was ist das pädiatrische Vorgehen?
Strukturierte Anamnese (Begleitsymptome wie Fieber, Erbrechen, Durchfall, Harnbefund), genaue Schmerzanalyse, vegetative Symptome, Voruntersuchungen (U-Heft), Sozialanamnese. Körperliche Untersuchung mit Fokus auf Bauch, Prüfung Appendizitiszeichen (z.B. McBurney, Lanz, Psoas), Vitalparameter. Ggf. Labor, Ultraschall. Bei Verdacht auf Appendizitis Chirurgie hinzuziehen.
30
Welche Appendizitiszeichen prüft man bei Kindern und wie werden sie gezeigt?
McBurney-Punkt (Schmerz bei Druck im rechten Unterbauch), Lanz-Punkt, Blumberg-Zeichen (Loslassschmerz), Psoas-Zeichen (Schmerz bei Hüftbeugung gegen Widerstand, Hinweis auf retrozäkale Lage). Palpation des Abdomens, Peristaltik beachten, Prallbauch, Abwehrspannung dokumentieren.
31
Was tun, wenn die Zeit knapp ist und der Appendizitisverdacht wahrscheinlich?
Chirurgie oder Kinderchirurgie sofort informieren. Die Überwachung des Kindes sicherstellen und keine orale Nahrungsaufnahme mehr gestatten bis zur weiteren Diagnostik oder Therapieentscheidung.
32
Was ist bei fazialem Schwächegefühl/Lähmung im Kindesalter zu tun?
Anamnese nach weiteren Symptomen, vollständige neurologische Untersuchung (Stirn in Falten legen, Augen zusammenkneifen, Backen aufblasen, Lachen, Zähne zeigen). Nach Zeckenstich fragen. Einteilung periphere vs. zentrale Fazialisparese klären.
33
Wie unterscheidet man zentrale und periphere Fazialisparese bei Kindern?
Periphere Fazialisparese betrifft alle mimischen Muskeln auf einer Seite inkl. Stirn; zentrale Fazialisparese betrifft meist nur den unteren Teil des Gesichtes, da die Stirn von beiden Gehirnhälften innerviert wird und daher ausgespart bleibt.
34
Wie geht man bei Verdacht auf Neuroborreliose im Kindesalter vor?
Lumbalpunktion zur Liquoranalyse: Lymphozytäre Pleozytose, vermehrtes Gesamtprotein, Nachweis einer intrathekalen Borrelien-Antikörperproduktion. Gleichzeitig IgM- und IgG-Antikörper gegen Borrelien im Serum bestimmen. Symptome und Anfangsstadium dokumentieren.
35
Wie lange und womit behandelt man Neuroborreliose bei Kindern?
Mittel der Wahl: Ceftriaxon i.v., mindestens 14 Tage. Bei unkomplizierten Verläufen kann auch Amoxicillin (bei Kindern) eingesetzt werden. Doxycyclin ist bei Kindern unter 9 Jahren kontraindiziert, bei älteren Kindern und Jugendlichen mit mildem Verlauf kann es infrage kommen.
36
Gibt es Therapiealternativen zur Behandlung der Neuroborreliose bei Kindern?
Bei milden Verläufen und Kindern über 9 Jahren Doxycyclin, bei jüngeren Kindern Amoxicillin als Alternative; bei komplexen/fortgeschrittenen Fällen weiterhin Ceftriaxon i.v. Die Auswahl erfolgt nach Alter, Nebenwirkungen und klinischer Symptomatik.
37
Was beachten Sie bei der Einschätzung einer Entwicklungsverzögerung bei einer/einem 2-jährigen?
Detaillierte Anamnese, Kontrolle der Perzentilen (U-Heft), Überprüfung von plötzlichen Veränderungen. Soziale Anamnese (Vernachlässigung, Nahrungszufuhr), zudem Ausschluss organischer Ursachen wie Zöliakie, chronische Erkrankungen (z.B. CF, Hypothyreose), Überweisung zur Entwicklungsdiagnostik erwägen.
38
Welche typischen Symptome zeigen Kinder mit zystischer Fibrose?
Rezidivierende Infekte der Atemwege (Bronchitis, Pneumonie), chronischer Husten, Gedeihstörung, fettige übelriechende Stühle (Steatorrhoe), Salzverlust (salziger Geschmack auf der Haut), Polyposis nasi, pulmonaIe und gastrointestinale Komplikationen.
39
Welche weiteren Ursachen für Entwicklungsstörungen bei Kindern gibt es?
Hypothyreose, Zöliakie, chronische Erkrankungen der Leber/Niere, genetische Syndrome, Vitaminmangelzustände, Hör- oder Sehbehinderung, ZNS-Erkrankungen, psychosoziale Vernachlässigung, Stoffwechselstörungen.
40
Wie wird ein Fieberkrampf beim Kind behandelt?
Diazepam rektal Kinder < 15 kg: ca. 5 mg Kinder ≥ 15 kg: ca. 10 mg Diazepam intravenös (im Krankenhaus) Maximaldosen pro Gabe bis ca. 10 mg, je nach Bedarf alle 10–15 Minuten wiederholbar (unter ärztlicher Aufsicht) Midazolam Nasenspray oder intranasal: ca. 5–10 mg je nach Alter und Schwere Intravenös (im Krankenhaus): bis 5 mg pro Dosis, ggf. wiederholbar Lorazepam intravenös (im Krankenhaus) Bis ca. 4 mg pro Dosis, langsam gegeben Fiebersenkung Paracetamol: ca. 125–250 mg pro Einzeldosis (bei Kleinkindern) Ibuprofen: ca. 100–200 mg pro Dosis (bei Kleinkindern)
41
Wie wird die Borreliose bei Kindern behandelt?
Frühe Borreliose (< 9 Jahre): Amoxicillin 3x500 mg oral pro Tag, 14 Tage Frühe Borreliose (≥ 9 Jahre): Doxycyclin 200 mg oral pro Tag, 14 Tage Neuroborreliose: Ceftriaxon i.v. max. 2 g einmal täglich, 14 Tage Neuroborreliose: Alternativ Penicillin G i.v. hochdosiert, 14 Tage
42
Ab wann kann Kindern Ibuprofen gegeben werden?
Ab 28 Tagen, davor Stoffwechsel und Nierenfunktion unreif
43
Was sind Gründe für eine Hyperreflexie?
Zentrale Läsionen (z. B. Schlaganfall, Rückenmarksschädigung, Multiple Sklerose) Spastische Tonuserhöhung (zentral ausgelöst)
44
Was sind Gründe für eine Hyporeflexie?
Periphere Nervenschädigungen (Neuropathien, Radikulopathien) Myopathien (z. B. Muskeldystrophien, Entzündungen, endokrine Ursachen) Elektrolytstörungen (z. B. Hypokaliämie) Hypothyreose (verlangsamte Reflexen)
45
Was gehört zum Peritonismus?
Schmerzen: Lokal begrenzte oder ausgedehnte Bauchschmerzen, die sich bei Bewegung oder Erschütterung verschlimmern. Abwehrspannung: Unwillkürliche Anspannung der Bauchmuskeln bei Berührung des Bauches. Loslassschmerz (Rebound-Tenderness): Starke Schmerzen, wenn die Hand plötzlich vom Bauch weggenommen wird. Druckschmerz: Schmerz, der beim Abtasten des Bauches auftritt. Erschütterungsempfindlichkeit: Schmerzen bei Erschütterungen, beispielsweise beim Laufen, Husten oder beim Fallen auf die Fersen.
46
Was ist das grundsätzliche Vorgehen bei V.a. Meningitis?
1. Blutkultur 2. Dexamtheason-Gabe i.v. (Kinder: Nur bei eindeutigen Hinweisen auf eine akute bakterielle Meningitis und <3 Hib-Impfungen) 3. Kalkulierte AB-therapie plus Aciclovir 4. Bildgebung inkl. Darstellung der NNH 5. LP und Liquordiagnostik
47
Was ist die kalkulierte ABtherapie bei ambulant erworbener Meningitis?
Cephalosporin 3. Generation i.v. (bspw. Ceftriaxon) - Und Ampicillin i.v. bei Erwachsenen und Neugeborenen: Zur Abdeckung von Listerien Bei Nachweis von Listerien Ampicillin Plus Gentamicin
48
Was ist die kalkulierte ABtherapie bei nosokomial erworbener Meningitis?
Vancomycin + Meropenem oder Vancomycin + Ceftazidim Zusätzlich Metronidazol
49
Was dient der Post Expositionsprophylaxe bei Meningitis?
Rifampicin
50
Meldepflicht bei Meningitis?
Namentliche Meldepflicht schon bei Verdacht
51
Welche Passivimpfung bei Neugeborenen?
RS-Virus vor während 1. RSV-Saison
52
Welche Impfungen im 1. Jahr?
Rotavirus 1,5m+2m Tetanus, Diphterie, Pertussis, Poliomyelitis, HiB, , Hepatitis B + Pneumokokken: 2, 4, 11m Meningokokken: 2, 4, 12m Masern, Mumps, Röteln, Varizellen: 11, 15m
53
Welche Impfungen ab 2 Jahren?
Tetanus, Diphterie: 5, 12a, 18a dann alle 10 Jahre Petussis: 5, 12, 18a Poliomyelitis: 9-16a HPV: 9-15a 2 Impfdosen Meningokokken ACWY: 12-14a 1 Dosis
54
Welche Impfungen ab 18 Jahren?
Tetanus, Diphterie alle 10a RSV ab 75 einmalig Pneumokokken ab 60a einmalig COVID-19: 3 Impfungen ab 18, ab 60 jährlich Influenza ab 60 jährlich Herpes zoster: 2 Impfungen ab 60
55
Welche Reflexe und Kennmuskel C5-C8?
C5: M. deltoideus C6: M. biceps brachii, BSR, Radiusperiostreflex C7: M. triceps brachii, TSR C8: M. interossei, Horner-Syndrom, Trömner Reflex (i.d.R. nicht bei gesunden, unsicheres PBZ)
56
Welche Reflexe und Kennmuskel L2-S1?
L2: Adduktoren, M. iliopsoas, Addukotrenreflex L3, L4: M. quadriceps femoris, PSR L5: M. tibialis posterior, Tibialis posterior Reflex S1, S2: M. triceps surea, ASR
57
58
Welche Diagnostik bei V.a. Parkinson?
L-Dopa-Test (Symptomverbesserung) MRT DaTSCAN (Dopamin-Transporter-Szintigrafie, Darstellung nigrostriataler Bahnen)
59
Was im Gehirn bei Parkinson?
Lewy-Körperchen
59
60
Was ist die Therapie bei Parkinson?
L-Dopa + Decarboxylasehemmer (Carbidopa) MAO-B-Hemmer Dopaminagonisten Tiefe Hirnstimulation
61
Welches Antipsychotikum geht bei Parkinson?
Viele sind kontraindiziert Clozapin geht
62
Was sind die Symptome bei Icterus neonatorum?
Physiologisch keine weiteren Symptome Pathologisch akute Bilirubinenzephalopathie und chronische Bilirubinenzephalopathie (Kernikterus)
63
Was sind die Symptome bei akuter Bilirubinenzephalopathie?
Phase 1: Trinkschwäche, Lethargie, muskuläre Hypotonie Phase 2: Fieber, schrilles Schreien, Retrocollis Phase 3: Epileptischen Anfälle, Stupor, Apnoen
64
Was sind die Symptome der chronischen Bilirubinenzephalopathie (Kernikterus)
Zerbralparese, choreathetotische Störungen Vertikale Blickparese Hör- und Sprachstörung Intelligenzminderung Zahnschmelzdefekte
65
Was sind pathologische Ursachen des Neugeborenenikterus?
Neugeborenesepsis Hämolytische Erkrankungen (Morbus haemolyticus neonatorum (AB0- oder Thesis Inkompatibilität), Glukose-6-phosphat-Dehydrogenasemangel, hereditäre Sphärozytose, Pyruvatkinasemangel)
66
Was ist die Therapie des Neugeborenenikterus?
Optimierung Ernährung (Unterbrechung enterohepatischer Kreislauf durch Anregung Darmperistaltik) Fototherapie Blutaustauschtransfusion
67
Was ist der Muttermilchikterus?
Ikterus durch Bilirubinanstieg bei ausschließlich mit Muttermilch ernährten Neugeborenen Ursache u.a. Muttermilchbestandteile die Stoffwechsel von indirektem Bilirubin vorübergehend beeinträchtigen Unterbrechung der Muttermilchernährung oder Therapie i.d.R. nicht erforderlich
68
Was sind Ursachen für Icterus praecox?
Neugeborenesepsis Hämolytische Erkrankungen (Morbuis haemolyticus neonatorum, Glucose-6-phsophat-Dehydrogenase-Mangel Hereditäre Sphärozytose Pyruvatkinasemangel
69
Was sind Ursachen für den Icterus Gravis?
Physiologische Hyperbilirubinämie Muttermilchikterus Resorption von Hämatomen Neugeborenensepsis Hämolytische Erkrankungen Hyperbilirubinämie-Syndrome
70
Was sind Ursachen für den Icterus prolongatus?
Muttermilchikterus Konnatale Hypothyreose Galactosämie Neonatale Cholestase Neugeborenensepsis Hämolytische Erkrankungen Hyperbilirubinämie-Syndrome
71
Was ist der Icterus praecox?
Gesamt-Serum-Bilirubin >7 mg/dL innerhalb der ersten 24 Lebensstunden
72
Was ist der Icterus gravis?
Gesamt-Serum-Bilirubin >18 mg/dL
73
Was ist der Icterus prolongatus?
Erhöhtes Gesamt-Serum-Bilirubin nach dem 10. Lebenstag
74
Was ist die Therapie der akuten Pyelonephritis?
Bis zur 8. Lebenswoche immer i.v.: Ampicillin + Gernebcin + Cefotaxim Nach 8. Lebenswoche: Ampicillin + Sulbactam Wenn oral geht: Amoxicillin + Clavulansäure 10 Tage
75
Was ist Therapie der Zystourethritis?
Trimethoprim
76
Welche Diagnostik bei HWI?
1. Akute Pyelonephritis: Sonografie Niere und ableitenden Harnwege, bei Fehlbildungen ggf. MCU 1. Zystourethritis Sono Niere und ableitenden Harnwege bei häufigen rez. MCU
77
Was ist die Reinfektionsprophylaxe bei vesikoureteralem Reflux?
Trimethoprim (nicht wirksam gegen resiste E. Coli, dann Amoxicillin/Clavulansäure)
78
Was ist eine leichte Dehydratation?
Gewichtsverlust unter 5% Hautturgor runter Schleimhäute trocken Verhalten Durst, orientiert Betroffen sind Allgemeinbefinden
79
Was ist eine mittelschwere Dehydratation?
Gewichtsverlust 5-10% Hautturgor weiter runter Schleimhäute spröde Verhalten Tachykardie, Blutdruck runter Betroffen sind Kreislauf
80
Was ist eine schwere Dehydratation?
Gewichtsverlust über 10% Hautturgor stark runter Schleimhäute stehende Hautfalten Verhalten Schock, bewusstlos Betroffen sind ZNS (Krampfanfall, bewusstlos)
81
82
Welche Formen der Dehydratation gibt es?
Natrium hypoton unter 135 (10%), isoton 135-145 (65%), hyperton (25%) über 145 mmol/l
83
Wie rehydrieren?
Bis 10 kg 100 ml/kg pro 24 Std. 11-20 kg 50 ml/kg pro 24 Std. > 20 kg 20 ml/kg pro 24/Std. +Verluste +100 ml/mˆ2 pro 24 Std. Je +1°C über 37°C
84
Was tritt im Stadium I bei Borreliose auf?
Lokale Früh Manifestation Erythema migrans Lymphadenosis Cutis benigna (Borrelien-Lymphozytom), rot bläuliche solitäre Knoten
85
Was tritt in Stadium II der Borreliose auf?
Frühe disseminierte Infektion Akute Neuroborreliose - Bannwarth-Syndrom: schmerzhafte, fluktuierende Polyneuroradikulopathie - heftige radikuläre, insb. Nächtliche Schmerzen - assymetrische PAresen der Extremitäten - Hirnnervenausfälle (Fazialis-, Abduzensparese) - Lymphozyten Meningitis (Kopfschmerzen, ggf. Leichter Meningismus) Lyme-Karditis Myokarditis oder Perimyokarditis - Unspez. ERBST - AV-Block I.-III. Grades - häufig assymptomatisch - Belastungsdyspnoe, thorakale Schmerzen, Adams-Stokes-Anfälle möglich
86
Was tritt im Stadium III der Borreliose auf?
Späte disseminierte Infektion Lyme-Arthritis - Mono- oder Oligoarthritis der großen Gelenke (häufig Knie) Acrodermatitis chronica atrophicans - chronisch-progressive dermatologische Erkrankung - Befunde insb. An Streckseiten der Extremitäten 1. Hellrot, später rot-livides Erythem 2. Haarlose, sklerosierte, atrophe Haut Chronische Neuroborreliose -Sehr selten -Progressive Enzephalitis oder Enzephalomyelitis - Störung Kognition, Gang, Blasenfunktion, ggf. Psychopathologische Veränderungen
87
88
Wann treten die Stadien bei Borreliose auf?
Stadium I: Tage bis Wochen Stadium II: Wochen bis Monate Stadium III: Monate bis Jahre
89
Wie wird Borreliose diagnostiziert?
Bei Erythema migrans klinische Diagnose Ansonsten Klinischer Verdacht und Nachweis Anti-Borrelien-AK Borrelien-Serologie 1. ELISA (Suchtest) 2. Immunoblot (Bestätigungstest)
90
Was sind die Befunde der Liquordiagnostik bei Borreliose?
- Lymphozyten Pleozytose (50-500 Zellen/ul) - Gesamtprotein deutlich erhöht (>600mg/L) Positiver AKindex (Liquor/Serum >=1,5): NAchweis intrathekaler AKproduktion
91
Was sind Normwerte beim Liquor für Erscheinung Zellzahl/uL, Lactat, Eiweiß, Glucose?
Erscheinung: klare Flüssigkeit Zellzahl/uL: <5 Lactat: 0,9-2,7 mmol/L Eiweiß: <500 mg/L Glucose: Liquor/Serum-Quotient: >0,5
92
Wie kann die Erscheinung des Liquors verändert sein?
Bakterielle Meningitis: Trübe, eitrige Flüssigkeit Virale M.: Klar Tuberkulöse M.: Klar mit Spinngewebsgerinnseln Neuroborreliose: Klar
93
94
Welche Zellzahl bei Meningitis?
Zellzahl/ul Referenz: <5 Bakterielle: 1.000-6.000 Virale: 10-500 Tuberkulös: 10-1.000 Neuroborreliose: 100-500
95
Welche Zellart bei Meningitis?
Bakterielle: massive granulozytäre Pleozytose mit über 1.000 Zellen/uL Virale: Lymphozytose Tuberkulöse: "Buntes Bild", Lympho-, Mono-, Granulozytose Neuroborreliose: Lymphozytose
96
Welches Lactat bei Meningitis im Liquor?
Referenz: 0,9-2,7 mmol Bakteriell: deutlich erhöht Viral: normal Tuberkulöse: erhöht Neuroberelliose: normal
97
Wie ist der Eiweißgehalt bei Meningitis?
Referenz <500 mg/L Bakteriell: erhöht (meist über 2.000 mg/L) Viral: normal bis leicht erhöht Tuberkulös: erhöht Neuroborreliose: erhöht
98
Wie ist die Glucose bei Meningitis im Liquor?
Referenz: >0,5 Bakteriell: vermindert Viral: normal Tuberkulöse: vermindert Neuroborreliose: normal