Was versteht man unter einer beginnenden Wernicke-Enzephalopathie?
Eine Wernicke-Enzephalopathie ist eine akute neurologische Komplikation bei chronischem Alkoholismus und durch einen Vitamin-B1 (Thiamin)-Mangel bedingt. Leitsymptome sind Bewusstseinsstörung, Augenmuskelstörungen und Ataxie.
Wie wird eine Wernicke-Enzephalopathie behandelt?
Die Therapie besteht in der hochdosierten Gabe von Thiamin (Vitamin B1) am besten parenteral und möglichst frühzeitig, kombiniert mit Flüssigkeit und Elektrolytsubstitution. Glukose darf erst nach Thiamin gegeben werden, da sonst die Symptomatik sich verschlechtern kann.
Wieso kommt es bei Alkoholabusus zur Wernicke-Enzephalopathie?
Chronischer Alkoholabusus führt über eine verminderte Thiaminaufnahme, gestörten Metabolismus und gestörte Speicherung zu einem Vitamin-B1-Mangel. Dadurch sind Gehirnareale wie das Mammillarkörper und der Thalamus besonders betroffen.
Welche Symptome zeigt ein Patient mit beginnender Wernicke-Enzephalopathie?
Klassische Symptome sind die Trias aus Bewusstseinsstörung (Verwirrtheit, Apathie), Okulomotorikstörungen (Nystagmus, Augenmuskelparesen) und cerebellärer Ataxie (Gangunsicherheit). Oft treten nicht alle Symptome gleichzeitig oder vollständig auf.
Wie kann man Alkoholentzugsanfälle vorbeugen?
Zur Anfallsprophylaxe während des Alkoholentzugs werden Benzodiazepine eingesetzt, zum Beispiel Diazepam oder Oxazepam. Auch Antiepileptika wie Carbamazepin können in bestimmten Fällen verwendet werden.
Welches Medikament ist in der Akutbehandlung des Alkoholentzugs Mittel der Wahl zur Anfallsprophylaxe?
Benzodiazepine sind die Behandlung der Wahl, da sie sedierend wirken und das Risiko für Entzugsanfälle deutlich senken.
Was sind Konfabulationen?
Konfabulationen sind erfundene oder stark ausgeschmückte Erinnerungen, die unbewusst als Ersatz für Erinnerungslücken präsentiert werden. Sie treten typisch beim amnestischen Syndrom auf, etwa im Rahmen der Korsakow-Psychose.
Was sind die ICD-10-Kriterien für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?
Typisch sind: Unsicherheit bezüglich Selbstbild und Zielen, intensive und instabile Beziehungen, heftige Affektausbrüche, Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle, wiederholte Selbstverletzungen oder Suiziddrohungen sowie chronisches Gefühl von Leere und Langeweile.
Wie therapiert man eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?
Die erste Wahl ist Psychotherapie, insbesondere die Dialektisch-Behaviorale Therapie. Medikamentös können je nach Symptombild Antidepressiva oder Stimmungsstabilisierer ergänzt werden.
Welche Schwerpunkte hat die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) bei Borderline?
DBT kombiniert verhaltenstherapeutische und achtsamkeitsbasierte Verfahren. Wichtige Schwerpunkte sind Emotionsregulation, Verbesserung der sozialen Kompetenzen, Achtsamkeit, Stresstoleranz und der Umgang mit suizidalem Verhalten.
Wie kann man bei starker Gewichtszunahme unter Olanzapin vorgehen?
Man kann die Dosis reduzieren, das Antipsychotikum auf ein anderes mit günstigerem Nebenwirkungsprofil wechseln oder zusätzlich Metformin zur Verhinderung von Gewichtszunahme geben.
Wann ist Metformin bei Patienten mit atypischen Antipsychotika indiziert?
Metformin kann begleitend bei starker Gewichtszunahme und Prädiabetes eingesetzt werden, um metabolische Nebenwirkungen atypischer Antipsychotika wie Olanzapin zu begrenzen.
Was ist eine Kontraindikation für die alleinige Glukosegabe bei alkoholkranken Patienten?
Vor Thiaminsubstitution sollte keine Glukose verabreicht werden, da Thiamin als Cofaktor für die Glukoseverwertung benötigt wird. Thiaminmangel verschärft sonst die Schädigung durch Glukosegabe.
Welche typischen Komorbiditäten treten bei Borderline-Persönlichkeitsstörung auf?
Häufig sind depressive Störungen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, Essstörungen sowie Substanzmissbrauch zu beobachten.
Nenne vier wichtige Nebenwirkungen von Olanzapin.
Wichtige Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Sedierung, erhöhtes Diabetes- und Lipidrisiko sowie anticholinerge Effekte wie Mundtrockenheit, Obstipation oder Sehstörungen.
Beschreibe den typischen Krankheitsverlauf der Alzheimer-Demenz.
Bei der Alzheimer-Demenz beginnt der Verlauf meist schleichend und langsam, verläuft anfangs wellenartig, beschleunigt sich in der mittleren Phase, und wird im Spätstadium wieder langsamer.
Welche Gedächtnisstörung steht bei der Alzheimer-Demenz im Vordergrund?
Störungen des Neugedächtnisses treten früh und typisch bei der Alzheimer-Demenz auf.
Wie verändern sich soziales Verhalten und Persönlichkeit bei Alzheimer-Demenz?
Soziales Verhalten und Persönlichkeit bleiben lange erhalten, die Patienten wahren oft eine ‘Fassade’.
Welche weiteren frühen Symptome können bei Alzheimer-Demenz auftreten?
Depressive Symptome und Hyposmie können früh auftreten.
Welche Bildgebungsbefunde sind typisch für die Alzheimer-Demenz?
cCT/cMRT zeigen eine Hippocampus- und Temporallappenatrophie; im Glucose-PET zeigt sich ein temporoparietales Stoffwechseldefizit.
Welche Liquorbefunde weisen auf eine Alzheimer-Demenz hin?
Im Liquor finden sich ein erhöhter Gesamt-Tau, erhöhtes Phospho-Tau, und ein erniedrigtes Aβ42 bzw. ein erniedrigter Aβ42/Aβ40-Quotient.
Beschreibe den Verlauf der vaskulären Demenz.
Die vaskuläre Demenz zeigt einen variablen Verlauf, häufig mit plötzlichem Beginn und stufenweisem Progress etwa durch Infarkte; Phasen können stabil sein und sich durch Neurorehabilitation ggf. bessern.
Welche charakteristischen Symptome treten bei vaskulärer Demenz auf?
Die Symptome der vaskulären Demenz hängen von der Lokalisation der Infarkte ab; häufig bestehen Restsymptome eines Schlaganfalls und kardiovaskuläre Risikofaktoren.
Welche Bildgebung weist auf eine vaskuläre Demenz hin?
Eine Bildgebung zeigt vaskuläre Läsionen.