Kreislaufsystem Flashcards

(15 cards)

1
Q

Welche sind die 4 Abschnitte des arteriellen Kreislaufs?

A

Der arterielle Kreislauf gliedert sich in vier Abschnitte:
1. Aorta – Hauptschlagader, Ausgangspunkt des Körperkreislaufs.
2. Arterien – führen Blut vom Herzen zu den Organen.
3. Arteriolen – kleine Verzweigungen der Arterien, regulieren den Blutfluss (Widerstandsgefäße).
4. Kapillaren – feinste Gefäße, hier findet der Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe statt.

Diese Reihenfolge beschreibt den Weg des sauerstoffreichen Bluts vom Herzen bis zu den Zellen.

Merksatz:
Aorta – Arterien – Arteriolen – Kapillaren: vom Druck zur Diffusion.

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2
Q

Wie verläuft das Venensystem des Körperkreislaufs?

A

Der venöse Kreislauf sammelt das Blut aus dem Körper und führt es zurück zum Herzen.
Sein Verlauf lässt sich so zusammenfassen:

  1. Alle Körpervenen münden letztlich in die
    • V. cava superior (obere Hohlvene) – sammelt Blut aus Kopf, Hals, Armen.
    • V. cava inferior (untere Hohlvene) – sammelt Blut aus Rumpf, Beinen, Bauchorganen.
  2. Verlauf und Benennung der meisten Venen entspricht dem der Arterien.
    → Sie verlaufen oft parallel zu den gleichnamigen Arterien.
  3. Ausnahmen:
    • V. jugularis interna & externa (Halsvenen)
    • V. cephalica (Armvene, lateral)
    • V. saphena magna & parva (oberflächliche Beinvenen)
    Diese liegen oberflächlicher und haben keine gleichnamigen Arterien.

Merksatz:
Alle Venen fließen zur Hohlvene – meist wie die Arterien, nur Jugular-, Cephalica- und Saphena-Venen laufen allein.

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3
Q

Welcher Kreislauf führt venöses Blut aus den Verdauungsorganen zur Leber?

A

Das ist der Pfortaderkreislauf (V. portae).

Er funktioniert so:
• Venöses Blut aus Magen, Darm, Milz und Pankreas
sammelt sich in der V. portae (Pfortader).
• Diese leitet das Blut zur Leber,
wo Nährstoffe verarbeitet und Giftstoffe entgiftet werden.
• Danach fließt das Blut über die V. hepaticae
in die V. cava inferior (untere Hohlvene)
und damit zurück zum Herzen.

Der Pfortaderkreislauf ist also ein Zwischenkreislauf,
der vor der Rückführung in den großen Körperkreislauf
eine Filterstation in der Leber einschaltet.

Merksatz:
Pfortaderkreislauf – Blut aus dem Bauch geht erst durch die Leber, dann zum Herz.

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4
Q

Wovon ist die Blutströmung abhängig?

A

Die Blutströmung hängt ab von:
1. Blutdruck
– treibende Kraft für den Blutfluss
2. Strömungswiderstand
– abhängig vom Gefäßdurchmesser, Viskosität des Blutes und Gefäßlänge

Grundprinzip:
→ Fluss = Druckdifferenz ÷ Widerstand
(= Ohm’sches Gesetz der Hämodynamik)

Merksatz:
→ Hoher Druck + wenig Widerstand = schneller Fluss.

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5
Q

Wodurch wird der Strömungswiderstand der Blutströmung bestimmt?

A

Der Strömungswiderstand des Blutes hängt von mehreren physikalischen Faktoren ab:
1. Durchmesser des Gefäßes – wichtigster Faktor!
→ Je kleiner der Durchmesser, desto größer der Widerstand (Poiseuille-Gesetz).

  1. Viskosität des Blutes – also die Zähflüssigkeit.
    → Steigt z. B. bei Flüssigkeitsmangel oder erhöhter Erythrozytenzahl.
  2. Länge des Gefäßabschnitts – längere Gefäße bedeuten mehr Reibung und damit höheren Widerstand.
  3. Anzahl der Gefäßabgänge – beeinflusst den Gesamtwiderstand durch parallele oder serielle Schaltung der Gefäße.
    → Mehr parallele Abgänge → geringerer Gesamtwiderstand.

Merksatz:
Eng, zäh, lang – hoher Widerstand. Mehr Abzweige – weniger Druck.

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6
Q

Wie verändert sich der Gefäßwiderstand bei Verengung, und welches Gesetz beschreibt das?

A

• Verengt sich ein Gefäß → steigt der Widerstand.
• Nach dem Hagen-Poiseuille-Gesetz gilt:
Der Widerstand ist umgekehrt proportional zur vierten Potenz des Gefäßradius.
→ Halbiert sich der Radius, steigt der Widerstand um den Faktor 2⁴ = 16.
• Diese Regel ist entscheidend für die Regulation von Blutdruck und Durchblutung,
da schon kleine Änderungen des Arteriolenradius große Effekte haben.
(Etwa 80 % der Arteriolen sind im Ruhezustand kontrahiert.)

Merksatz:
Kleiner Radius, großer Widerstand – Poiseuille regelt den Druck.

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7
Q

Was bedeutet Blutviskosität und wovon hängt sie ab?

A

• Blutviskosität = Zähigkeit des Blutes.

• Sie hängt vom Verhältnis zwischen flüssigen (Plasma) und festen Bestandteilen (v. a. Erythrozyten) ab.

• Bei Dehydration (Flüssigkeitsmangel) nimmt die Viskosität zu,
weil der Anteil fester Bestandteile im Blut steigt.

Merksatz:
Weniger Wasser – dickeres Blut.

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8
Q

Welche sind die vier Mechanismen der lokalen Durchblutungsregulation?

A

Die lokale Durchblutungsregulation erfolgt durch vier Hauptmechanismen:
1. Myogene Regulation
• Gefäßmuskulatur reagiert direkt auf Druckänderungen.
• Beispiel: Autoregulation der Niere – bei höherem Druck → Vasokonstriktion, bei niedrigerem → Vasodilatation.

  1. Metabolische Regulation
    • Durch Stoffwechselprodukte wie CO₂, H⁺, Laktat oder Adenosin.
    • Bei Sauerstoffmangel → Vasodilatation der Arteriolen → bessere Durchblutung.
  2. Hormonelle Regulation
    • Durch Hormone wie
    • Adrenalin/Noradrenalin → Vasokonstriktion
    • Histamin, Bradykinin → Vasodilatation
  3. Neuronale Regulation
    • Über Nervenimpulse, v. a. Sympathikus → meist Vasokonstriktion,
    Parasympathikus → in bestimmten Organen Vasodilatation.

Merksatz:
Druck, Stoffe, Hormone, Nerven – sie steuern lokal den Blutfluss.

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9
Q

Welche 3 Möglichkeiten hat der Körper zur Anpassung der Blutverteilung und Organdurchblutung?

A
  1. Herzzeitvolumen
    • Anpassung von Schlagvolumen und Herzfrequenz
    • → mehr oder weniger Blut wird pro Minute gepumpt
  2. Gefäßdurchmesser
    • v. a. Veränderung der Widerstandsgefäße (Arteriolen) durch Vasodilatation oder Vasokonstriktion
    • → bestimmt, welche Organe bevorzugt durchblutet werden
  3. Blutvolumen
    • Reguliert durch Flüssigkeitshaushalt (Niere, Hormone wie ADH, Aldosteron)
    • → beeinflusst den Füllungszustand des Kreislaufs

Merksatz:
→ Mehr Blut → schneller oder stärker pumpen → Gefäße enger oder weiter.

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10
Q

Wie wird der Blutdruck gesteuert?

A

Der Blutdruck wird über ein Regelkreissystem im Körper gesteuert.
Wichtige Rolle spielen dabei die Pressorezeptoren (Barorezeptoren).

Ablauf:
1. Pressorezeptoren in der Aortenwand und im Sinus caroticus messen die Dehnung der Arterienwand.
2. Diese Informationen werden als elektrische Impulse an die Medulla oblongata (Kreislaufzentrum) gesendet.
3. Das Zentrum vergleicht den Ist- mit dem Sollwert des Blutdrucks.
4. Bei zu hohem Druck → Aktivierung des Parasympathikus → Herzfrequenz sinkt, Gefäße weiten sich.
5. Bei zu niedrigem Druck → Aktivierung des Sympathikus → Herzfrequenz steigt, Gefäße verengen sich.

So wird der Blutdruck ständig reflektorisch reguliert.

Merksatz:
Barorezeptoren messen Dehnung – Gehirn regelt Druck per Sympathikus und Parasympathikus.

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11
Q

Welche drei Arten der Blutdruckregulation gibt es?

A

Die Blutdruckregulation erfolgt auf drei Ebenen, je nach Geschwindigkeit der Reaktion:
1. Kurzfristige Regulation
• Über Barorezeptoren (Pressorezeptoren) in Aorta und Carotis.
• Wirkt innerhalb von Sekunden bis Minuten.
• Steuert Herzfrequenz, Schlagvolumen und Gefäßweite über das vegetative Nervensystem.

  1. Mittelfristige Regulation
    • Über Verschiebung von Flüssigkeit zwischen Blutgefäßen und Gewebe (kapillärer Flüssigkeitsaustausch).
    • Wirkt innerhalb von Minuten bis Stunden.
    • Stabilisiert das Blutvolumen.
  2. Langfristige Regulation
    • Über Hormone und Nierenfunktion (z. B. Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, ADH).
    • Wirkt über Stunden bis Tage.
    • Steuert Blutvolumen und Natriumhaushalt dauerhaft.

Merksatz:
Kurz = Nerven, mittel = Flüssigkeit, lang = Hormone und Niere.

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12
Q

Wie funktioniert die kurzfristige Blutdruckregulation?

A

Die kurzfristige Regulation hält den Blutdruck innerhalb von Sekunden stabil –
z. B. beim Lagewechsel (Aufstehen).

🔹 Mechanismus:
1. Sinnesorgane:
• Barorezeptoren (Pressorezeptoren) in Aortenbogen & Karotissinus
• Dehnungsrezeptoren in den Herzvorhöfen
2. Reiz:
• Blutdruckabfall → geringere Dehnung der Rezeptoren
3. Reflexantwort:
• Aktivierung des Sympathikus, Hemmung des Parasympathikus
• Herzfrequenz ↑, Schlagvolumen ↑, Gefäßverengung → Blutdruck steigt
4. Umgekehrt bei Blutdruckanstieg:
• Sympathikus wird gehemmt, Parasympathikus aktiviert → Herzfrequenz ↓, Gefäße erweitern sich

Merksatz:
→ Barorezeptoren-Reflex = Sekundenreaktion für stabilen Blutdruck.

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13
Q

Wie funktioniert die langfristige Blutdruckregulation?

A

Die mittelfristige Regulation erfolgt über das Renin–Angiotensin–Aldosteron-System (RAAS).
Sie greift innerhalb von Stunden bis Tagen und stabilisiert den Blutdruck über Hormone.

🔹 Ablauf:
1. Auslöser:
• Blutdruckabfall → verminderte Nierendurchblutung
2. Reninfreisetzung:
• Niere setzt Renin frei
3. Angiotensinogen → Angiotensin I
• Renin spaltet Angiotensinogen (aus Leber) zu Angiotensin I
4. Umwandlung in Angiotensin II
• Durch ACE (Angiotensin-Converting-Enzym) in der Lunge
5. Wirkungen von Angiotensin II:
• Vasokonstriktion → Blutdruck steigt
• Stimulation der Aldosteronfreisetzung aus der Nebenniere → Na⁺- und Wasserretention → Blutvolumen ↑

🔹 Ergebnis:

→ Gefäßverengung + erhöhtes Blutvolumen → Blutdruckanstieg

Merksatz:
→ RAAS = Niere meldet „zu wenig Druck“ → Gefäße enger + mehr Volumen.

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14
Q

Welche Begriffe werden bei der Blutdruckmessung (RR-Messung) unterschieden?

A
  1. Hypertonie (Bluthochdruck)
    • RR dauerhaft über 140/90 mmHg.
    • Ursachen: Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel, Nierenerkrankung usw.
    • Folge: erhöhte Belastung für Herz, Gefäße und Organe.
  2. Hypotonie (niedriger Blutdruck)
    • RR dauerhaft unter 100/60 mmHg (bei Frauen etwas häufiger).
    • Ursachen: konstitutionell, Flüssigkeitsmangel, hormonell.
    • Symptome: Schwindel, Müdigkeit, kalte Hände/Füße.
  3. Schock
    • Kreislaufversagen mit stark erniedrigtem Blutdruck und Minderdurchblutung lebenswichtiger Organe.
    • Ursachen: Blutverlust, allergische Reaktion, Herzversagen, Infektion.
    • Symptome: blasse, kalte Haut, schneller Puls, Bewusstseinstrübung.

Merksatz:
Hyper = zu hoch, Hypo = zu niedrig, Schock = Kreislauf bricht ein.

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15
Q

Wie funktioniert die mittelfristige Blutdruckregulation?

A

Die mittelfristige Blutdruckregulation erfolgt über den kapillären Flüssigkeitsaustausch zwischen Blut und Gewebe.

Ablauf:
• Sinkt der Blutdruck, fällt auch der kapilläre Filtrationsdruck.
→ Es wird weniger Flüssigkeit ins Gewebe abgegeben und mehr rückresorbiert.
→ Das Blutvolumen steigt wieder → Blutdruck normalisiert sich.
• Steigt der Blutdruck, passiert das Gegenteil:
→ Mehr Flüssigkeit tritt ins Gewebe über,
→ das Blutvolumen sinkt, und der Druck fällt.

Diese Regulation wirkt innerhalb von Minuten bis Stunden und überbrückt die Zeit,
bis die langfristige (hormonelle) Steuerung übernimmt.

Merksatz:
Mittelfristig regelt der Flüssigkeitsaustausch – mehr ins Blut bei niedrigem Druck, mehr ins Gewebe bei hohem.

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