Was ist eine Interdigitalmykose?
Die Interdigitalmykose ist eine Pilzinfektion der Haut (Dermatomykose), die in den Zwischenräumen der Finger oder Zehen auftritt.
Typische Merkmale:
• meist zwischen den Zehen (häufig zwischen 3. und 4. Zehe)
• Rötung der Haut
• Aufweichung der Haut (Mazeration)
• Rhagaden (Hautrisse)
• Juckreiz oder Brennen
Häufiger bei:
• Feuchtigkeit und schlechter Belüftung der Zehenzwischenräume
• Schweißfüßen
• Patienten mit Lymphödem (höheres Infektionsrisiko)
Merksatz
Interdigitalmykose = Pilzinfektion der Haut zwischen den Zehen oder Fingern.
Ursache:
• Fadenpilze (Dermatophyten), seltener Hefen oder Schimmelpilze.
• Begünstigt durch Feuchtigkeit, Wärme und Hautmazeration (z. B. durch enges Schuhwerk oder Schweiß).
Befund:
• Rötung, Juckreiz, Schuppung oder Rhagaden (Einrisse) in den Zehenzwischenräumen.
• Manchmal weißlich aufgequollene Haut.
Therapeutische Bedeutung:
• Der Therapeut sollte beim Befunden Rhagaden oder Hautveränderungen zwischen den Zehen oder Fingern erkennen.
• Bei Verdacht auf Pilzbefall → Behandlung abbrechen und Arzt informieren, um Ansteckung zu vermeiden.
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Merksatz:
Interdigital-Mykose = Pilz zwischen Zehen oder Fingern – feucht, juckend, oft mit Einrissen.
Wo treten Interdigital-Mykosen häufiger auf, und warum besonders bei Lymphödem-Patienten?
Interdigital-Mykosen treten am häufigsten an den Füßen auf –
besonders zwischen den Zehen, meist im Bereich zwischen der 3. und 4. Zehe.
Bei Patienten mit Lymphödem (L.Ö.) kommen sie etwa dreimal häufiger vor als bei gesunden Personen.
Grund:
• Die Schwellung der Zehen führt zu einer engen, feuchten Umgebung zwischen den Zehen.
• Dadurch entsteht eine schlechte Belüftung und ein feucht-warmes Milieu,
das das Wachstum von Pilzen (v. a. Dermatophyten) stark begünstigt.
• Zusätzlich ist bei Lymphödemen die Hautbarriere geschwächt und die Immunabwehr lokal vermindert,
was Infektionen erleichtert.
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Merksatz:
Interdigital-Mykose meist a den Füßen – bei Lymphödem dreimal häufiger, weil feucht, eng und schlecht belüftet.
Wie wird eine Interdigital-Mykose therapiert?
Die Therapie der Interdigital-Mykose zielt darauf ab,
den Pilz zu beseitigen und ein trockenes, belüftetes Milieu herzustellen.
Behandlungsmaßnahmen:
1. Trocknung der betroffenen Stellen
• Zehenzwischenräume gründlich abtrocknen (am besten mit Einmalhandtuch oder Föhn auf Kaltstufe).
2. Antimykotische Behandlung
• Antimykotische Creme oder Lösung (z. B. mit Clotrimazol, Bifonazol oder Terbinafin)
• 1–2 × täglich auftragen – auch einige Tage nach Abklingen der Symptome fortsetzen.
3. Luft- und Lichtzufuhr
• Offenes Schuhwerk oder atmungsaktive Socken tragen.
4. Trennung der Zehenzwischenräume
• Baumwoll- oder Mullstreifen zwischen die Zehen legen → verhindert Feuchtigkeitsstau.
5. Fußhygiene
• Täglich waschen (lauwarmes Wasser genügt, nicht kalt!)
• Danach gründlich trocknen, keine gemeinsame Handtücher benutzen (Infektionsgefahr!).
6. Schuh- und Sockenhygiene
• Schuhe regelmäßig desinfizieren oder wechseln.
• Socken täglich wechseln und bei mind. 60 °C waschen.
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Merksatz:
Interdigital-Mykose: trocken halten, Pilzsalbe drauf, Zehen trennen, Luft ran – kein Nährboden für Pilze.
Wie lange dauert die Therapie einer Interdigitalmykose?
Die Behandlung dauert meist 2–4 Wochen.
Therapieprinzip:
1. Antimykotische Salben oder Cremes
• z. B. Clotrimazol, Bifonazol, Terbinafin
• 1–2× täglich auftragen
2. Haut trocken halten
• Zehenzwischenräume gut abtrocknen
• ggf. Mull oder Baumwolle zwischen die Zehen
3. Fußhygiene
• Füße täglich waschen
• Socken regelmäßig wechseln
• luftdurchlässige Schuhe tragen
Wichtig:
Die Behandlung sollte noch etwa 1 Woche nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden, um Rückfälle zu vermeiden.
Merksatz
Interdigitalmykose: Antimykotikum 2–4 Wochen und Füße trocken halten.