Reflexen Flashcards

(24 cards)

1
Q

Was ist die Funktion eines Eigenreflexes?

A

Die Funktion eines Eigenreflexes besteht in der automatischen Regulation der Muskellänge und Muskelspannung.

Erklärung:
• Der Eigenreflex wird durch Dehnung eines Muskels ausgelöst (z. B. Schlag auf die Sehne).

• Diese Dehnung aktiviert Muskelspindeln, die über das Rückenmark eine direkte Kontraktion desselben Muskels auslösen.

• Dadurch wird die plötzliche Längenänderung ausgeglichen und der Muskel bleibt stabil in seiner Spannung.

Beispiel:
• Patellarsehnenreflex (PSR): Schlag auf die Patellarsehne → Dehnung des M. quadriceps femoris → automatische Streckung im Knie.

Merksatz:
Eigenreflex = schützt den Muskel vor Überdehnung – hält Länge und Spannung konstant.

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2
Q

Was ist die Funktion eines Fremd- bzw. Beugereflexes?

A

Die Funktion des Fremd- oder Beugereflexes besteht darin,
Schutz- und Fluchtreaktionen des Körpers zu vermitteln.

Erklärung:
• Der Reflex wird durch schmerzhafte oder gefährliche Reize (z. B. heiß, spitz, elektrisch) ausgelöst.
• Die Reizaufnahme erfolgt über Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) in der Haut.
• Das Signal wird über mehrere Umschaltungen im Rückenmark verarbeitet (polysynaptisch).
• Ergebnis: Der betroffene Muskel beugt das Gelenk reflexartig, um den Körperteil vom Reiz wegzuziehen.

Beispiel:
→ Griff auf heiße Herdplatte → Arm beugt sich sofort, bevor der Schmerz bewusst wahrgenommen wird.

Merksatz:
Fremdreflex = automatische Schutzreaktion – Schmerzreiz führt zur Beugung und Rückzug.

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3
Q

Welche fünf Merkmale kennzeichnen einen Eigenreflex?

A

Ein Eigenreflex ist ein Reflex, bei dem Reizaufnahme (Rezeptor) und Reizantwort (Effektor) im gleichen Organ liegen.
Er dient vor allem der Muskeltonus- und Längenregulation.

Typische Merkmale:
1. ✅ Monosynaptisch
• Nur eine Synapse zwischen afferenter und efferenter Nervenzelle (im Rückenmark).
2. ✅ Rezeptor und Effektor im selben Organ
• Z. B. Muskelspindel und Muskelfaser im gleichen Muskel.
3. ✅ Sehr kurze Reflexzeit (ca. 20–50 ms)
• Durch den direkten Reflexbogen ohne Zwischenschaltung mehrerer Synapsen.
4. ✅ Unermüdbar und beliebig oft auslösbar
• Keine Ermüdung, auch bei wiederholter Reizung reagiert der Muskel gleich.
5. ✅ Unabhängig von Reizstärke (ab Schwellenwert)
• Nach Überschreiten der Reizschwelle immer gleich starke Antwort („Alles-oder-Nichts-Prinzip“).

Merksatz:
Eigenreflex = monosynaptisch, gleiches Organ, schnell, unermüdbar, alles-oder-nichts.

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4
Q

Welche fünf Merkmale kennzeichnen einen Fremd- bzw. Beugereflex?

A

Der Fremd- oder Beugereflex ist ein Schutzreflex,
bei dem Reizaufnahme (Rezeptor) und Reizantwort (Effektor) in verschiedenen Organen liegen.

Typische Merkmale:
1. ✅ Polysynaptisch
• Mehrere Umschaltungen im Rückenmark über Interneurone.
2. ✅ Rezeptor und Effektor liegen in unterschiedlichen Organen
• Z. B. Reizaufnahme in der Haut → Reizantwort im Muskel (Beuger).
3. ✅ Längere Reflexzeit (ca. 70–150 ms)
• Durch die zusätzlichen Synapsen dauert die Signalverarbeitung länger als beim Eigenreflex.
4. ✅ Schnell ermüdbar, anpassungsfähig und beeinflussbar
• Kann sich an wiederholte Reize anpassen oder durch Willen beeinflusst werden.
5. ✅ Summation unterschwelliger Reize möglich
• Mehrere leichte Reize addieren sich, bis der Reflex ausgelöst wird.

Merksatz:
Fremdreflex = langsam, polysynaptisch, zwischen Haut und Muskel, ermüdbar und summierbar.

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5
Q

Was passiert mit dem Antagonistenmuskel bei einem monosynaptischen Eigenreflex?

A

Beim monosynaptischen Eigenreflex wird der Antagonistenmuskel gehemmt,
damit die Reflexbewegung frei und ohne Gegenspannung ablaufen kann.

Diese Hemmung erfolgt polysynaptisch,
weil dafür ein hemmendes Interneuron im Rückenmark zwischengeschaltet ist.

Beispiel:
Beim Patellarsehnenreflex kontrahiert der M. quadriceps femoris (Agonist),
während der M. biceps femoris (Antagonist) über ein Interneuron gehemmt wird.

• Diese Hemmung des Antagonisten erfolgt über ein hemmendes Interneuron im Rückenmark
→ reziproke Hemmung genannt.

Merksatz:
Eigenreflex selbst = monosynaptisch,
Hemmung des Antagonisten = polysynaptisch über Interneuron.

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6
Q

Welche zwei Rezeptoren befinden sich in Muskulatur und Sehnen?

A

In der Muskulatur und ihren Sehnen befinden sich zwei wichtige Reflexrezeptoren,
die für die Regulation von Muskelspannung und Muskellänge verantwortlich sind:
1. ✅ Muskelspindeln
• Liegen im Muskel selbst (intrafusal).
• Reagieren auf Muskeldehnung.
• Lösen den Eigenreflex aus → der gedehnte Muskel kontrahiert, um seine Länge zu stabilisieren.

  1. ✅ Golgi-Sehnenorgane
    • Liegen in der Sehne am Übergang zum Muskel.
    • Reagieren auf Zugspannung (starke Muskelkontraktion).
    • Lösen den autogenen Hemmungsreflex aus → der Muskel wird gehemmt, um Überlastung zu verhindern.

Merksatz:
Muskelspindel misst Länge – zieht an.
Golgi-Sehnenorgan misst Spannung – lässt los.

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7
Q

Wie funktioniert die Muskelspindeln Rezeptoren?

A

Die Muskelspindeln sind Dehnungsrezeptoren innerhalb der Skelettmuskulatur,
die ständig die Länge und Längenänderung des Muskels überwachen.

Funktion und Aufbau:
1. ✅ Folgen der Muskelbewegung passiv
• Die Muskelspindeln liegen parallel zu den Muskelfasern und dehnen sich mit, wenn der Muskel verlängert wird.
2. ✅ Besitzen einen sensiblen Mittelteil und kontraktile Enden
• Der mittlere Teil registriert die Dehnung (Reizaufnahme über Ia-Afferenzen).
• Die Enden sind kontraktil und werden über γ-Motoneurone gesteuert.
3. ✅ Innervation durch γ-Motoneurone
• Die γ-Motoneurone können die Enden der Spindel kontrahieren → dadurch wird der Spindelapparat vorgedehnt.
• So bleibt die Muskelspindel auch bei verkürztem Muskel aktiv und messfähig.

Kurz gesagt:
Wenn der Muskel gedehnt wird → Spindel sendet Signal ans Rückenmark → α-Motoneuron aktiviert den Muskel → Kontraktion → Schutz vor Überdehnung.

Merksatz:
Muskelspindel misst Dehnung – γ-System hält sie aktiv, α-System zieht den Muskel zusammen.

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8
Q

Welche zwei Arten von Kernfasern befinden sich in den Muskelspindeln und was registrieren sie?

A

In der Muskelspindel gibt es zwei Typen von intrafusalen Muskelfasern,
die sich im Aufbau und in ihrer Reizempfindlichkeit unterscheiden:

  1. ✅ Kernsackfasern (Nuclear bag fibers)
    • Haben aufgequollene Zellkerne im zentralen Bereich („Sack“).
    • Reagieren schnell auf plötzliche Längenänderungen (Dynamik).
    • Registrieren: die Geschwindigkeit und Richtung der Dehnung.
    • Leiten über: Ia-Afferenzen ans Rückenmark.
  2. ✅ Kernkettenfasern (Nuclear chain fibers)
    • Haben gleichmäßig angeordnete Zellkerne in einer Reihe („Kette“).
    • Reagieren auf die anhaltende Muskellänge (Statik).
    • Registrieren: die aktuelle Dehnung (Muskel-Länge).
    • Leiten über: II-Afferenzen ans Rückenmark.

Kernsack misst schnell (Dynamik) – Kernkette misst ruhig (Länge).

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9
Q

Welche ist die Funktion von die Golgi-Sehneorgane?

A

1) Registrieren zu starke Muskelspannung

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10
Q

Wie Funktioniert die Regulation der Muskellänge bei eine Eigenreflex?

A

1) Kernsack-Muskelspindel 1A registriert Änderung der Dehnung
2) Alpha motoneuron kontrahiert Agonisten

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11
Q

Wie Funktioniert die Regulation der Muskelspannung bei Eigenreflex?

A

1) Kernkette-Muskelspindeln 2A-faser registriert anhaltende Dehnung (Spannung)
2) Golgi-Sehneorgane 1b-faser registriert zu starke Kontraktion
3) Aktiviert Antagonisten

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12
Q

Wie verläuft ein Fremd-bzw Beugereflex?

A

1) Reiz kommt von außen und stimuliert sensorische neuronen
2) Sensorische Neuron wird in RM und aktivierte interneuronen
3) motoneuron wird stimuliert
4) und Effektoren geben die Kommando zu Agonisten M.

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13
Q

Die Eigenapparat des Rückenmarks verläuft im …?

A

Fasciculus proprius (Grundbündel)

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14
Q

Was ermöglicht die Eigenapparat des Rückenmarks?

A

Polysynaptische Verschaltungen innerhalb des RM

Dass heißt Fremdreflex

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15
Q

Gibst 3 verschiedene Zellen im die Eigenapparat des RM, welche sind die und ihre Funktion?

A

1) Kommissueren Zellen: Zur kontralateral Seite Reflexe
2) Assoziations Zellen: Zu darüber/darunter gelegenen Segmenten ipsilateral
3) Schalt Zelle: Verbinden Hinter- und Vorderhorn im gleichen Sehment ipsilateral

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16
Q

Was ist ein Dermatom?

17
Q

Warum spricht man bei der Somatosensibilität von unisegmentaler Innervation der Haut?

A
  1. Jedes Rückenmarkssegment innerviert über seine Spinalnerven ein bestimmtes Hautareal (= Dermatom).
  2. Benachbarte Dermatome überlappen sich häufig, sodass Ausfälle oft nur bei Schädigung mehrerer Segmente klar erkennbar sind.

Merksatz:
→ Ein Segment = ein Dermatom – aber die Nachbarn helfen mit.

18
Q

Was passiert in der Sensibilität bei der Ausfall eines Segmentes bzw Wurzel der RM?

A

1) Komplette sensorisch Verlust des einzelnen Dermatoms

2) Fällt aber klinisch meist kaum auf weil Dermatome überlappen

19
Q

Was passiert in der Sensibilität bei der Ausfall eines peripheren Nerv?

A

1) Teilweiser sensorisch Verlust mehrerer benachbarter Dermatome

20
Q

In der Somatomotorik, was ist eine Poly-/ plurisegmentale Innervation?

A

1) Meisten Skelettmuskulatur werden von einem Kernsäulengebiet innerviert
2) kann sich über 2-3 RM Segment strecken

21
Q

In der Somatomotorik, was ist eine Monosegmentale Innervation?

A

Bei Muskeln deren Motoneuron Perikarya ausschließlich bzw überwiegend in einem RM Segment liegen (Kennmuskeln)

22
Q

Was passiert in der Somatomorik bei eine Ausfall eines RM-Segments?

A

Muskelfunktion nur abgeschwächt wegen Polysegmentaler Innervation

23
Q

Was passiert in der Somatomotorik bei die Ausfall eines peripheres Nerv?

A

Muskelfunktion komplett aufgehoben (Schlaffe Lähmung)

24
Q

Welche wichtige Eigenreflexe zur Prüfung von Kennmuskeln gibst?

A

1) Bizepsreflex c5/c6
2) Trizepsreflex c6/c7
3) Patellareflex l3/l4
4) Achillessehnen Reflex s1/s2