Was erreichen wir mit Taping?
Mit Taping erreicht man Stabilität bei gleichzeitig erhaltener Mobilität.
Ziel ist also:
• Funktionelle Stabilisierung von Gelenken und Muskeln,
ohne die Bewegung vollständig einzuschränken.
• Schutz vor Überlastung oder Wiederverletzung.
• Schmerzlinderung durch Reizung der Hautrezeptoren (sensorische Rückmeldung).
• Verbesserung der Durchblutung und Lymphzirkulation (v. a. bei Kinesiotape).
12 Grundregeln für das Tapen?
Die 12 Grundregeln des Tapens sichern eine wirksame und sichere Anwendung:
1. Diagnose stellen – Bei unklarer Diagnose niemals tapen.
2. Indikation prüfen – Nur tapen, wenn ein klarer therapeutischer Zweck besteht.
3. Lagerung – Patient entspannt und bequem positionieren.
4. Material vorbereiten – Richtiges Tape, Schere, Unterzugmaterial bereitlegen.
5. Hautbehandlung – Haut reinigen, entfetten, ggf. rasieren.
6. Gelenkposition bestimmen – Ausgangsstellung je nach Ziel (z. B. Stabilität oder Mobilität).
7. Fixierung der Gelenkposition – Gelenk in der gewählten Stellung fixieren oder halten.
8. Schnelles, exaktes Anlegen – Tape straff, faltenfrei, ohne Zugstellen anbringen.
9. Verband prüfen – Bewegung testen: Stabilität ja, Durchblutung nein.
10. Patient informieren – Über Zweck, Wirkung und mögliche Reaktionen aufklären.
11. Kontrolle – Nach einigen Minuten Sitz und Hautreaktion prüfen.
12. Schonendes Abnehmen – Tape langsam und hautschonend entfernen, ggf. mit Öl oder Wasser.
Welche Indikationen gibt es für Taping?
Taping wird bei verschiedenen muskuloskelettalen und funktionellen Störungen eingesetzt.
Typische Indikationen sind:
1. Posttraumatische Zustände ✅
• Nach Bänderdehnung, Bandriss, Muskelzerrung oder Gelenkverletzungen
• Ziel: Stabilisierung und Schutz in der Heilungsphase
2. Degenerative Prozesse ✅
• Bei Arthrose, Sehnen- oder Muskeldegeneration
• Ziel: Entlastung, Schmerzlinderung und Verbesserung der Funktion
Weitere mögliche Indikationen:
• Fehlhaltungen oder Dysbalancen
• Schwellungen oder Lymphabflussstörungen (v. a. Kinesiotape)
• Prophylaxe bei sportlicher Belastung
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Merksatz:
Taping hilft nach Verletzung und bei Verschleiß – stabilisiert, entlastet, lindert.
Welche Folgen hat Immobilität?
Längere Immobilität führt zu zahlreichen körperlichen und psychischen Veränderungen:
1. Knochen – Aktivierung der Osteoklasten → Knochenabbau, Osteoporosegefahr.
2. Knorpel – verliert wasserbindende Eigenschaften → geringere Belastbarkeit, Degeneration.
3. Muskulatur – Atrophie (Abbau), Kraftverlust und Tonusveränderungen.
4. Kardiopulmonales System – verlangsamte Zirkulation, geringere Herzleistung, Atemvolumen sinkt.
5. Gefäßsystem – Thrombosegefahr durch Blutstase und verlangsamten Rückfluss.
6. Gelenke/Kapsel – Kapselkontrakturen, Bewegungseinschränkungen und Fehlstellungen.
7. Nervensystem – Koordinationsstörungen, verlangsamte Reflexe.
8. Psyche – Depression, Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug.