Kognition Flashcards

(34 cards)

1
Q

Was ist die Grundregel der Gestaltgesetze?

A

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

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2
Q

Was lässt sich über die Interpretation von Darstellungen im Bezug auf die Gestaltgesetze sagen?

A
  • Darstellung wird nicht direkt übernommen, sondern uminterpretiert
  • Kontext und Merkmale der Darstellung beeinflussen unsere Interpretation
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3
Q

Welche Gestaltgesetze gibt es? Nenne 3.

A
  • Prägnanzgesetz
  • Gesetz der Ähnlichkeit
  • Gesetz der fortgesetzt durchgehenden Linie
  • Gesetz der Nähe
  • Gesetz des gemeinsamen Schicksals
  • Gesetz der Vertrautheit
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4
Q

Welche Techniken zur monokularen Tiefenwahrnehmung gibt es? Nenne 4.

A

-Verdeckung, Überschneidung
-Relative Höhe: Objekte oberhalb des Horizonts sind weiter weg
-Relative Größe: Kleinere Objekte erscheinen weiter weg
-Perspektivische Konvergenz: Parallele Linien werden mit zunehmender Distanz als konvergierend wahrgenommen
-Vertraute Größe: Die Entfernung wird aufgrund des Vorwissens über die Größe der Objekte beurteilt
-Atmosphärische Perspektive: Objekte im Vordergrund sind schärfer als diejenigen im Hintergrund
-Texturgradient: Die Textur von Objekten wird mit zunehmender Entfernung dichter
-Schatten: Schatten liefern Informationen über die Position von Objekten

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5
Q

Selektive Aufmerksamkeit - Definition

A

Konzentrieren auf spezifische Dinge und Ignorieren von anderen

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6
Q

Sakkaden - Definition

A

schnelle Bewegungen von einem Punkt im Bild zum anderen

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7
Q

Fixationen - Definition

A

kurze Pausen, um Informationen über einem spezifischen Teil des Bildes aufzunehmen; ca. 3 Fixationen pro Sekunde

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8
Q

Was ist die Aussage des SEEV-Modells?

A

Die Wahrscheinlichkeit einer Blickzuwendung oder Selektion wird bestimmt durch Auffälligkeit, Anstrengung, Erwartung und Wert

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9
Q

Wie kann eine hohe Stimulussalienz erreicht werden?

A

Eine hohe Stimulussalienz besitzen Areale im Bild, die durch
− Farbe (helle Farbtöne)
− hohen Kontrast
− unterschiedliche Orientierung (hochgradig sichtbare Orientierung) hervortreten.

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10
Q

Was ist ein Weg um die visuelle Aufmerksamkeit zu richten?

A

Durch Bewegung (Animationen) und Signale

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11
Q

Skeuomorphismus - Definition

A

Imitation von Objekteigenschaften und Materialeigenschaften in GUI Elementen

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12
Q

Was sind Vorteile und Risiken von Skeuomorphismus?

A

Vorteile:
-Reduktion des Lernaufwandes durch Transfer von Alltagswissen
-Beitrag zur UX für einige Nutzer

Risiken:
-Nutzerprobleme bei unvollständigen Realisierungen oder verschiedenen Vorerfahrungen
-Erkennbarkeit auf verschiedenen Plattformen

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13
Q

Flat Design - Definition

A

Grafisch minimalistische Gestaltung bei umfangreicher Funktionalität

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14
Q

Was sind Vorteile und Risiken von Flat Design?

A

Vorteile:
-Reduktion des sensorischen Aufwandes des Nutzers
-Sehr gute Skalierbarkeit auf verschiedene Plattformen
-Sehr gute Übertragbarkeit in verschiedene Kontexte

Risiken:
-Reduzierte UX für einige Nutzer
-Reduzierte Nutzung von Alltagswissen

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15
Q

Was ist Material Design?

A
  • Material Design ist inspiriert von der physischen Welt und ihren Texturen, einschließlich der Art und Weise, wie sie Licht reflektieren und Schatten werfen.
  • Bewegung lenkt Aufmerksamkeit
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16
Q

Was sind einige Empfehlungen für die GUI-Gestaltung? Nenne 4.

A
  • Nutzung prägnanter Gestalten
  • Nutzung der Gestaltgesetze, um
    − Zusammengehörigkeit der Informationen darzustellen
    − Verhältnis dargestellter Inhalte zueinander klar zu differenzieren
  • Nutzung der Tiefenwahrnehmung, um
    − wichtige / aktuelle Informationen hervorzuheben
  • Einsatz von Stimulussalienz zum Hervorheben wichtiger Informationen
  • Vermeiden von visuellem clutter
  • Aktuelle Empfehlungen für GUIs von Entwicklern beachten
17
Q

Wie wirkt sich eine bessere GUI-Gestaltung auf die Ziele der Software-Ergonomie aus?

A

*Weniger Fehler
*Bessere Behaltensleistung
=> Die Effektivität des Anwenders erhöhen

*Bedienung wird intuitiver
*Schnellere Wahrnehmung
=> Minimieren von Belastung und Beanspruchung

18
Q

Welche Eigenschaften hat das sensorische Gedächtnis?

A
  • Kurzzeitspeicher einer spezifischen Modalität (Sehen, Hören, …)
  • Ikonografisches Gedächtnis (engl. iconic memory) für das visuelle System
  • Echoisches Gedächtnis (engl. echoic memory) für das auditive System
  • Nachbilder, Nachhallen
  • Veränderungsblindheit (Change Blindness): Wenn zwischen zwei zu vergleichenden Bildern kurzzeitig eine Störung gezeigt wird, sind Änderungen sehr schwer zu erkennen
19
Q

Welche Eigenschaften hat das Kurzzeitgedächtnis?

A
  • Speicher kleiner Informationsmengen über mehrere Sekunden
  • ca. 7 +/-2 Informationseinheiten (5 bis 9)
  • Modalitätsübergreifend
  • Wiederholung (engl. Rehearsal) als Mechanismus der Erhaltung von Information
  • Chunking als Mechanismus zur Steigerung der Effizienz
  • Primacy-Recency-Effekt (Zuerst (primacy) und zuletzt (recency) erfasste Information wird gegenüber anderer eingehender Information bevorzugt)
  • Zugriff/Suche erfolgen vollständig “erschöpfend”
20
Q

Welche Eigenschaften hat das Arbeitsgedächtnis?

A
  • Verarbeitung der Inhalte des Kurzzeitgedächtnisses
  • Aufbau:

Zentrale Exekutive (central executive): Regelung der Prioritätenverteilung der Arbeitsvorgänge

Phonologische Schleife (phonological loop):
− Speichern und verändern von sprachlichen Informationen
− Begrenzte Kapazität – 1-2 Sekunden

Räumlich-Visueller Notizblock (visuo-spatial sketchpad):
− Speichern und Manipulation von visuellen und räumlichen Informationen
− Begrenzte Kapazität (s. auch change blindness)

21
Q

Welche Eigenschaften hat das Langzeitgedächtnis?

A
  • System zur Speicherung großer Informationen über lange Zeitperioden
  • Kapazität 10^15 Einheiten
  • Deklaratives Gedächtnis: „wann hat was wo stattgefunden“ (Daten, Fakten, Konzepte, Modelle)
    − Semantische Inhalte: Weltwissen, allgemeine Fakten
    − Episodische Inhalte: Episoden, Ereignisse aus dem eigenen Leben
  • Prozedurales Gedächtnis: „wie ist was zu tun“ (automatisierte Handlungsabläufe und Fertigkeiten)
22
Q

Welche Alterseffekte gibt es bezogen auf das Gedächtnis?

A
  • Das Arbeitsgedächtnis nimmt in seiner Leistung ab: Reduzierte Geschwindigkeit und sensorische Leistung/Qualität
  • Abnahme des episodischen Gedächtnis (weniger aktive Assoziationen werden gebildet)
  • Stetige Zunahme des semantischen Gedächtnisses
  • Alzheimer mit pathologischen Defiziten im episodischen Gedächtnis als Symptom
23
Q

Nenne 3 Lernhilfen (Mnemotechniken).

A
  • Semantische Strukturen („Eselsbrücken“)
  • Erhöhung der Bedeutsamkeit
  • Einheitenbildung/Strukturierung
  • Visualisierung
  • Locibildung
24
Q

Welche Arten von Lerntheorien gibt es? Nenne 3.

A
  • Konditionierung: Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern
  • Versuch und Irrtum: Zulässige Lösungsmöglichkeiten werden so lange probiert, bis die gewünschte Lösung gefunden wird
  • Modelllernen: Lernen durch Beobachtung von Vorbildern
  • Transferlernen: Lernen durch Übertragen von bereits Erlerntem auf ein neues Problem
  • Assoziationen
    − Neu erlerntes Wissen wird mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft
    − Ein mentales Modell repräsentiert den neu erlernten Inhalt auf Basis der bereits vorhandenen Modelle
    − Metaphern werden in der Software-Ergonomie genutzt, um ein schnelleres Verknüpfen an das Langzeitgedächtnis zu erzielen. Meist werden Metaphern aus der realen Welt eingesetzt
  • Durch Üben (häufige Wiederholung) werden neu gelernte Inhalte stärker verknüpft
25
Intuition - Definition
Intuition ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen auf unbewusstem Weg zu erlangen. Sie beruht auf einer spontanen innerlichen Organisation, auf einer Wahrnehmung oder auf einer Vorstellung.
26
Intuitivität - Definition
Intuitivität ist die Eigenschaft einer Sache, eine Form der direkten Erkenntnis zu unterstützen, die durch ihre Unmittelbarkeit und ihre Plötzlichkeit charakterisiert ist.
27
Lernen - Definition
Generell wird Lernen als eine “dauerhafte Verhaltensänderung aufgrund von Erfahrung” definiert.
28
Lernförderliches System - Definition
Ein System, das den Benutzer beim Erlernen des Dialogs unterstützt und anleitet.
29
Welche 3 Theorien zum Vergessen gibt es?
* Theorie des Spurenzerfalls: Je größer der zeitliche Abstand vom Zeitpunkt der Aneignung des Gedächtnismaterials ist, desto mehr wird die Gedächtniswirkung vermindert. * Theorie des Adressenverlustes: Zugangsmöglichkeiten zu Gedächtnis-inhalten gehen verloren, die Inhalte selber bleiben jedoch unberührt. * Theorie der Verdrängung: Kognitive Vermeidung von Inhalten, die sich in der betreffenden Situation als unangenehm erwiesen haben.
30
Was sind die Prozesse der Interferenz?
Ersatz der Gedächtnisinhalte durch andere, ähnliche (vorher oder nachher gelernte).
31
Warum ist Vergessen wichtig?
Vergessen hat nicht nur eine negative Bedeutung, sondern ist auch unabdingbar für die Handlungsfähigkeit des Individuums und soziale Interaktion.
32
Was ist für eine lernförderliche Gestaltung zu beachten?
* Nutzerorientierter Einsatz von Metaphern * Berücksichtigung von Kulturstereotypen, Standards * Sinnvolle Gruppierung von Information * Konsistente Gestaltung von Abläufen und Bildschirmlayouts
33
Adaptivität - Definition
* Anpassung des Systems an −die Situation (Wetter, Verkehrssituation, Tageszeit, Beleuchtung) −Die Nutzenden (Präferenzen, Zustand, Kenntnisstand) − Nutzende und Situation * Allgemein − Fähigkeit sich selbstständig an veränderte Bedingungen anzupassen − Ein gegebenes System ändert seine Eigenschaften in Abhängigkeit (system-)externer Informationen.
34
Was ist bei adaptiven Systemen zu beachten?
* Die Nutzenden sind per se hochadaptiv * Stabile, vorhersehbare Gestaltung begünstigt die Adaption der Nutzenden (Lernen) * Die Adaption des Systems löst einen Lernprozess bei den Nutzenden aus * Adaptive Änderungen des Systems müssen für die Nutzenden erkennbar angezeigt werden * Ungünstig eingesetzte Adaptivität kann zu erheblichen Leistungseinbußen und Akzeptanzproblemen führen