Definition: Diagnostische Interviews
Diagnostische Interviews sind mündliche diagnostische Verfahren, bei denen auf der Grundlage eines zielgerichteten, anforderungsbezogenen direkten Gespräches zwischen Klientinnen und Klienten (oder Dritten) einerseits und trainierten Interviewenden andererseits eine regelgeleitete Beurteilung der Ausprägung von Merkmalen durch Interviewende (und ggf. Beobachtende) erfolgt.
Exploration
Hypothesengenerierende Erkundung des subjektiven Lebensraums einer Klientin bzw. eines Klienten
Anamnese
Erkundung der Vorgeschichte einer Erkrankung
Bewerbungs- bzw. Einstellungsgespräch
Eignungsdiagnostisches Interview
Anwendung Diagnostisches Interview
Exploration
Anamnese
Bewerbungs- und Einstellungsgespräche
Vorteil Interview
Nachteil Interview
* Anfällig für Fehlereinflüsse
Abgrenzung zu anderen diagnostischen Verfahren:
• Verhaltensweisen nicht klar quantifizierbar → freie Antworten
• Mündliche Informationen
• Weniger „Reize“, sprich Fragen
• Höherer zeitlicher Aufwand der Durchführung
• Statt einfacher Auszählung der richtigen und falschen Antworten,
regelgeleitete Auswahl relevanter Informationen über das
untersuchte Merkmal
Was bedeutet Strukturierung?
„… jede Anpassung des Interviews, die darauf abzielt, die Gütekriterien zu verbessern, entweder durch stärkere Standardisierung oder Hilfen für die Interviewenden hinsichtlich der zu stellenden Fragen oder die Bewertung der Antworten“ (Campion, Palmer & Campion, 1997, S. 656)
Strukturierung Aspekte
Leitfaden - Grobstruktur:
Leitfaden - Feinstruktur
Ausformulierung der Fragen im Detail
Günstige & zulässige Fragen
Strukturierte Interviewdiagnostik in der Klinischen Psychologie und Psychotherapie
• StrukturiertesKlinischesInterviewfürDSM(SKID
Aufbau SKID-Interviewheftes im Überblick
Inhalte des SKID-Interviewteils
a) Affektive Syndrome
b) PsychotischeundassoziierteSymptome
c) Differentialdiagnostik psychotischer Störungen
d) DifferentialdiagnostikaffektiveStörungen
e) Missbrauch und Abhängigkeit von psychotropen Substanzen
f) Angststörungen
g) Somatoforme Störungen
h) Essstörungen
i) Anpassungsstörungen (derzeitig)
j) Optionale Störungen
Interviews selbst konstruieren
Nach etablierten Regeln (siehe Strukturierung; siehe „gute Fragen“)
• Entscheidungsorientierte Gespräch (EOG)
• “ein Gespräch, das zur Vorbereitung von möglichst zufriedenstellenden Entscheidungen nach Kriterien der psychologischen Wissenschaft geplant, durchgeführt und ausgewertet wird“ (Westhoff & Kluck, 2008, S. 86)
• DIPA-Checkliste („Sind die Formulierungen des Interviewers im Gesprächszusammenhang eindeutig?“, „Sind die Fragen so kurz wie möglich?“, „Legen die Fragen bestimmte Antworten nahe? (Suggestivfragen)“
Behavior Description Interview (BDI, Janz, Hellervik & Gilmore, 1986)
SituationalInterview (SI,Latham,Saari,Pursell&Campion,1980)
Das Multimodale Interview (Schuler, 1992)