Was ist laut DIN 276 das Ziel der Kostenplanung?
Ziel der Kostenplanung: ein Bauprojekt wirtschaftlich, kostentransparent, kostensicher zu realisieren
Woraus besteht die Kostenplanung?
Kostenplanung besteht aus
- Festlegung des Kostenrahmens
- Kostenermittlungsverfahren
- Kostenvergleiche zwischen der KS-KB, bepreiste Leistungsverzeichnisse
- Kostenplanung KB-KA1-KA2-KA3 (Einsparpotenziale)
- Kostenfestlegung und Dokumentation
Was sind Kostenanschläge?
Kostenanschläge (Mithilfe der Vergabe + OÜ LP 7+8)
- Kostenanschläge einschl. submittierter Angebote
- Die Kostenanschläge sind möglichst genaue Ermittlungen der Kosten auf Grundlage von konkreten Firmenangeboten, soweit sie vorliegen
Welche Kostenermittlungsverfahren gibt es?
Kostenrahmen (LPH 0-01)
Kostenschätzung (LPH 02-03)
Kostenberechnung (LPH 03)
Bepreiste LVs (LPH 06)
Kostenanschläge (LPH 07-08)
Kostenfeststellung (LPH 08)
Was ist der Kostenrahmen?
Kostenrahmen (Projektinitiierung, LP 0-1)
- Der Kostenrahmen gibt an, welches Kostenbudget für das Projekt zur Verfügung steht, Aufstellung erfolgt z.T. sehr individuell
- Er wird vom Auftraggeber, Projektsteuerer bauherrenseits i.d.R. festgelegt
Was ist die Kostenberechnung?
Kostenberechnung (Entwurf, LP 3)
- Die Kostenberechnung ist eine angenäherte Ermittlung der Kosten nach Kostengruppen, Grob- und Feinelementen nach DIN 276
Was sind bepreiste LVs?
Bepreiste LVs (Vorbereitung der Vergabe LP 6)
- Bepreiste Ausschreibungen sind vorgezogene, fiktive Submissionsergebnisse in der LP 6 (Vorbereitung der Vergabe), die die zu erwartenden Auftragssummen vorgreifen
Was ist die Kostenfeststellung?
Kostenfeststellung (Objektplanung LP 8)
- Die Kostenfeststellung ist die Ermittlung der tatsächlich entstandenen Kosten nach Fertigstellung der Baumaßnahme, sie beinhaltet folgende Kostenspalten:
* Kosten gemäß Abrechnung nach LV
* Mehr- und Mindermengen der Bauleistungen
* Nachträge
* Änderungen jeglicher Art (d. Bauherrn, des Nutzers, des Architekten, der Unternehmer,…)
Was sind die PQRS-Faktoren?
P: Projektspezifische Sicherheiten
Q: Kostenquelle Baupreisindexsteigerung
R: Regionalfaktor
S: Sicherheitsfaktor (Bauherrensicherheit Kostensteigerung des Projekte bis Baubeginn)
wie werden Kosten nach dem vereinfachten Kostenermittlungsverfahren berechnet?
Vereinfachtes Kostenermittlungsverfahren (Kostenschätzung) nach arithmetischem Mittel / Kostengruppen und Grobelementen
- Kosten = Mengenfaktor * Kostenfaktor
- Kostenfaktoren = BRI, BGF, NUF
- Kostenkennwerte (KKW)
- PQRS-Faktoren
Welch vertiefenden Kostenermittlungsverfahren gibt es?
Vertiefende Kostenermittlungsverfahren (Kostenberechnung)
- Kostenberechnung nach Bauelementen nach DIN 276 und Ausführungsklassen, -arten
- Kostenberechnung nach Kostenelementen (Alternative Kostenermittlung)
Wie wird die Baustruktur nach DIN 276 eingeteilt?
Kostengruppen (100, 200, …)
Grobelemente (110, 120, …)
Feinelemente (111, 112, …)
Minimalprinzip (Sparsamkeitsprinzip)
Ein gestecktes Ziel soll mit möglichst wenig Mitteln erreicht werden. Man möchte also den größtmöglichen Ertrag mit möglichst wenig Input erzielen.
Maximalprinzip (Wirksamtkeitsprinzip)
mit vorgegebenen Mitteln oder Ressourcen das bestmögliche Ziel erreichen.
Auf welchen drei Grundlagen basiert die Kostenplanung?
Quantitäten (Raumprogramm)
Qualitäten (Baustandard)
Kostenvorgaben (Budget)
Wozu dient die DIN 276?
Zur einheitlichen Strukturierung und Vergleichbarkeit von Baukosten.
Nenne die Kostengruppen der DIN 276.
100 Grundstück
200 Vorbereitende Maßnahmen
300 Bauwerk – Baukonstruktion
400 Bauwerk – Technische Anlagen
500 Außenanlagen
600 Ausstattung und Kunstwerke
700 Baunebenkosten
800 Finanzierung
Nenne typische Grobelemente der KG 300.
Baugrube
Gründung
Außenwände
Innenwände
Decken
Dächer
Baukonstruktive Einbauten
Wie können Architekt*innen sich bei der Kostenplanung absichern?
Sicherheitsbudget vereinbaren (z. B. +20 %)
Verantwortung nur für steuerbare Kosten übernehmen (z. B. KG 300)
Einfluss auf Qualität und Quantität während der Planung nutzen.