kennen den Organsteckbrief Leber und deren wichtigsten Aufgaben
Organsteckbrief
* Größte Drüse des menschlichen Körpers (1,5 – 1,8kg beim Erwachsenen)
* Liegt im rechten Oberbauch direkt unterhalb des Zwerchfells
* In 4 verschieden große Lappen gegliedert
* Sehr stark durchblutetes Organ
* Zentrales Stoffwechselorgan
Zentrale Aufgabe
* Stoffwechselfunktion (EW, KH & Fette)
* Speicherfunktion (KH als Glykogen, Vitamine)
* Bildung von Gallensaft
* Produktion wichtiger Blutbestandteile (Albumin, Gerinnungsfaktoren)
* Entgiftungsfunktion (Medikamente, Toxine)
* Abbau von Hämoglobin (Bilirubin)
können die Bedeutung von hepatologischen Krankheitsbildern für Patienten schildern und die Leitsymptome nennen
Bedeutung für Betroffene
* Je nach Krankheitsbild sehr unterschiedlich
* Abhängig vom Verlauf (akut oder chronisch)
* Oft lange symptom- und beschwerdefrei
* Zum Teil mit Angst verbunden (z.B. plötzlicher Ikterus)
* Chron. Lebererkrankungen können zu Einschränkungen führen (Lebensqualität, Arbeit)
Leitsymptome
* Ikterus (Gelbsucht)
* Aszites (Bauchwassersucht)
* Cholestase (Gallenstau)
* Abdominalschmerzen
* Hepatomegalie (Vergrößerung der Leber)
* Übelkeit und Erbrechen
* Ermüdung und körperliche Schwäche
* Blutgerinnungsstörungen
* Hautveränderungen
* Veränderungen in der Harn- und Stuhlausscheidung (Schüttelschaum und altbierbraunartiger Harn)
kennen gängige Diagnoseverfahren der Hepatologie
Diagnostik
* Anamnese
* Körperliche Untersuchung (Inspektion & Palpation)
* Laboruntersuchungen
* Bildgebende Verfahren (Sono, CT, MR, ERCP)
* Aszitespunktion
* Leberbiopsie
können kurz das Krankheitsbild Leberzirrhose schildern und die Kardinalsymptome nennen
Krankheitsbild
* =eine chronisch fortschreitende, irreversible Zerstörung von Lebergewebe
* Entsteht durch ständigen Einfluss schädigender Faktoren (chron. Entzündung, Alkohol, Fettleber, Medikamente, Autoimmunerkrankungen)
* Zirrhose kann ein mögliches Endstadium nahezu aller Lebererkrankungen sein
* Ist lebensbedrohlich durch ihre Folgezustände
Symptome
* Ikterus (Hämoglobinabbau gestört)
* Gesteigerte Blutungsneigung (fehlende Herstellung der Gerinnungsfaktoren)
* Juckreiz (gestörte Entgiftungsfunktion)
* Hormonelle Störungen (Gynäkomastie, Potenzstörungen, Menstruationsstörungen)
* Leberstauungszeichen durch Pfortaderhochdruck (=portale Hypertension)
Hauptsymptome Leberzirrhose
Kennen die allgemeinen und speziellen Pflegeschwerpunkte bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Leberzirrhose (Schwerpunkt Krankenbeobachtung; Nennung/Erkennung von Folgekomplikationen und Prophylaxen)
Grundsätze
* Je fortgeschrittener die Zirrhose ist, desto eingeschränkter sind die Betroffenen
* Das Meiden von hepatotoxischen Substanzen (Alkohol, Medikamente)
* Überwachung der Vitalfunktionen
* Überwachung des Gewichts
* Überwachung der Ausscheidungen
* Ernährungsmanagement
* Beobachtung auf mögliche Komplikationen*
* Unterstützung bei den ATLs
* Prophylaxen (Pneumonie, Dekubitus, Obstipation, …)
* Hautpflege
* Überwachung der medikamentösen Behandlung
* Psychosoziale Unterstützung
Beobachtung auf Komplikationen
* Ösophagusvarizenblutung: Bluterbrechen
* Positive Flüssigkeitsbilanzierung: Ödembildung, Aszites?
* Gerinnungsstörungen: Hauteinblutungen
* Hepatische Enzephalopathie: Verhaltensauffälligkeiten, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen
nennen Indikationen und Kontraindikationen einer Aszitespunktion und kennen die Aufgaben einer Pflegefachkraft rund um eine Aszitespunktion
Indikationen
* Für diagnostische (ca. 50ml) und therapeutische (größere Mengen bis zu 5l) Zwecke
* Ursachenabklärung, Infektionsabklärung, Entlastung
Kontraindikationen
* Hochgradige Leberzirrhose
* Gerinnungsstörungen
* Eingeschränkter Zugang zur Bauchhöhle
* Unkooperative Patienten
Aufgabenbereich der Pflegekraft
* Assistenz bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge der Punktion
* Patientenbeobachtung und -überwachung
* Kenntnis der möglichen Komplikationen und ggf. Assistenz in Notfallsitationen
Vorbereitung je nach Hausstandard
* Kontrolle der Unterlagen (Einverständnis, Befunde, …)
* Vorbereitung der Materialien
* Positionierung der Patienten
* Überwachung (Pulsoxy)
Durchführung
* Assistenz (steriles Reichen der Materialien)
* Beobachtung des Patienten (Kreislauf durch Ablassen stark belastet)
* Probenversand inkl. Beobachtung des Punktats
Nachsorge
* Positionierung nach AAO (Sandsack oder Mieder), auf die gegenüberliegende Seite (dadurch wird ein zu langer Austritt von Aszites durch den Stichkanal minimiert)
* Überwachung der evtl. angeordneten Bettruhe
* Einstichstelle und Verband auf Zeichen einer Nachblutung oder Infektion kontrollieren
* Engmaschige Überwachung der Vitalzeichen und auf mögliche Komplikationen (Durchstechen von Gewebe = Parazentese, Blutung in Bauchdecke oder intraperitoneal, RR-Abfall, Infektionen des Stichkanals, Peritonitis, Bauchdeckenabszess
* Flüssigkeitsbilanzierung
* Überwachung der Infusionstherapie
* Messung des Bauchumfangs und Gewichtskontrolle (erneuter Aszites?)
* Laborkontrolle nach AAO (Albumin?)
können kurz das Krankheitsbild Hepatitis schildern und die Symptome gemäß den Stadien benennen
Grundlagen
* Entzündung der Leber, hauptsächlich durch virale Infektionen verursacht (Hepatitisviren A – E)
* Selten durch Bakterien, Pilze oder Parasiten
* Weitere Ursachen: toxische Schädigungen (Alkohol), Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselstörungen (Hämochromatose), physikalische Schädigungen (posttraumatische Hepatitis)
* Akute Hepatitis = bis zu 6 Monate
* Chronische Hepatitis = ab 6 Monate
**Stadien **
Prodromalstadium (vorm Ausbruch) / präikterisches Stadium
* Grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Fieber
* Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit & Erbrechen, Diarrhö, Oberbauchschmerzen
* Allgemeines Unwohlsein
Krankheitsphase / ikterisches Stadium (Leberschädigung)
* Ikterus mit Harn- und Stuhlveränderungen
* Bei ausgeprägtem Ikterus Juckreiz
* Organvergrößerung (Hepatomegalie, Splenomegalie, Lymphknotenschwellung)
* Schmerzen im rechten Oberbauch durch Organvergrößerung (Kapseldehnungsschmerz)
Rekonvaleszenzsphase / Genesungsphase / postikterisches Stadium
* Langsame Rückbildung der Symptome
* Evtl. noch über längeren Zeitraum uncharakteristische Beschwerden
* Kann sich über Wochen bis Monate hinziehen
* Auch nach vollständiger Heilung sind Rezidive möglich
kennen die wichtigsten Präventionsmaßnahmen bei Hepatitis und können demnach ein Beratungsgespräch führen
Prävention und Beratung
* Aufklärung von Risikogruppen
* Aufklärung zu Übertragungswegen
* Expositionsprophylaxe (richtige Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, Handschuhe, Kondome, Schutz vor Nadelstichverletzungen)
* Immunprophylaxe durch Impfungen
kennen allgemeine und spezielle Pflegeschwerpunkte bei Patienten mit einer Hepatitis
Pflegeschwerpunkte
* Es gelten die Pflegerichtlinien bei Infektionskrankheiten
* Patienten sollen sich körperlich schonen evtl. relative Bettruhe
* Regelmäßige AZ- und VZ-Kontrollen
* Kontrolle der Harn- und Stuhlausscheidung
* Haut- und Schleimhautkontrolle (Ikterus, Blutungen?)
* Unterstützung bei den ATLs
* Je nach Symptomatik Pflege bei Fieber, Juckreiz, Übelkeit & Erbrechen
* Evtl. nach AAO feucht-warme Wickel
* Ernährung: diätologische Beratung – LVK empf.
Leicht Erkrankte = häusliche Versorgung unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen
Akut und schwer Erkrankte werden in der Regel im KH behandelt
Behandlung erfolgt generell symptomatisch
Wichtig: weglassen von leberschädigenden Einflüssen, wie Alkohol und lebertoxischen Medikamenten