Funikuläre Myelose
Vitamin B12-Mangel
Langfristig kann eine wahnhafte Symptomatik mit akustischen Halluzinationen entstehen, die nur schwer von einer paranoiden Schizophrenie abzugrenzen ist.
Liquorunterdrucksyndrom
Neurapraxia
Neurapraxie bezeichnet die (temporäre) Funktionsuntüchtigkeit eines Nerven beispielsweise aufgrund einer Kompression. Sowohl das Axon als auch die umgebenden Strukturen bleiben hierbei erhalten. Die Aussichten auf eine komplette Wiederherstellung der nervalen Funktion innerhalb kurzer Zeit sind gut.
Axonotmesis
Axonotmesis bezeichnet eine axonale Kontinuitätsverletzung bei erhaltenem Peri- und Epineurium. Hier besteht die Aussicht auf Regeneration, weil der proximale Nerventeil entlang der erhaltenen Hüllstrukturen neu einsprossen und mit 1mm/Tag in Richtung des Zielorgans wachsen kann.
Neurotmesis
Neurotmesis bezeichnet eine komplette nervale Kontinuitätsverletzung mit ebenfalls durchtrenntem Hüllgewebe. Ohne chirurgische Versorgung sind die Aussichten auf Wiederherstellung der nervalen Funktion schlecht.
Waller’sche Degeneration
Die Waller’sche Degeneration bezeichnet die aufwendigen Um- und Abbauvorgänge des distalen Teils eines durchtrennten Nerven. Dabei werden das Axon und die Myelinscheide abgebaut, das Epi- und Perineurium bleiben erhalten.
Neurom
knotige, gutartige Verdickung, die sich an einer nervalen Defektstelle bilden kann
Sinus-cavernosus-Fistel
Wird die A. carotis interna im Sinus cavernosus verletzt, fließt das Blut der Arterie in den venösen Sinus. Dieses Krankheitsbild wird als Sinus-cavernosus-Fistel bezeichnet. Leitsymptome sind eine sich langsam entwickelnde Doppelsicht durch Druckschädigung der Hirnnerven für motorische Augenbewegungen (Hirnnerven III, IV und VI) im Sinus cavernosus, ein pulssynchrones Ohrgeräusch durch das Strömungsgeräusch der Fistel und ein Exophthalmus durch Abflussstörung der V. ophthalmica superior durch den arteriellen Zufluss aus der A. carotis interna.
Subakute bzw. langsam progrediente Symptome
Oft einseitige Kopfschmerzen in der Stirn
Bulbusmotilitätsstörungen und Doppelbilder durch eine Druckschädigung der Hirnnerven III, IV und VI im Sinus cavernosus
Pulssynchrones Ohrgeräusch (Strömungsgeräusch der Fistel)
Stauungszeichen
Ein- oder doppelseitiger, pulsierender Exophthalmus
Chemosis
Massive konjunktivale Injektion und Einblutungen ggf. auch Einblutungen in Retina und Glaskörper
Erhöhung des intraokulären DrucksGowers-Manöver
Typisch für die progressive Muskeldystrophie Typ Duchenne.
Dieses Phänomen beschreibt den Versuch des Patienten, sich vom Boden in den Stand zu “manövrieren”, was ihm nur durch Aufstützen an sich selbst gelingt.
Simpson-Test
Der Simpson-Test ist eine Untersuchungstechnik bei Verdacht auf Myasthenia gravis. Die mit der Erkrankung einhergehende Muskelermüdung bei längerer Beanspruchung wird dadurch sichtbar, dass der Patient beim forcierten Aufwärtsblick eine Ptosis entwickelt.
Froment-Zeichen
Das Froment-Zeichen weist auf einen Schaden des N. ulnaris hin. Bei der auch als Papierstreifentest bezeichneten Untersuchungsmethode wird der Patient gebeten, ein Blatt Papier so fest wie möglich zwischen Zeigefinger und Daumen zu halten. Durch Ausfall des N. ulnaris kommt es anstelle einer Adduktion zu einer Beugung im Daumenendgelenk.
Myotonia congentia
pathologische Verlängerung der Muskelkontraktion über den Innervationszeitraum hinaus, die den Betroffenen häufig als schmerzhafte „Muskelverspannungen“ nach Willkürbewegungen auffällt
In der klinischen Untersuchung ist die Myotonie durch das Beklopfen der Muskeln (Perkussionsmyotonie) auslösbar.
Lhermitte-Zeichen
beim Vornüberbeugen des Kopfes kommt es zu elektrisierenden Missempfindungen entlang der Wirbelsäule (“wie eine Sprudelflasche, die über dem Rücken geleert wird”)
Vorkommen bei MS
critical illness Neuropathie
Bei der Critical-Illness-Polyneuropathie kommt es typischerweise nach einer Langzeitbeatmung zu einer axonalen Degeneration und in der Folge zu distal betonten, symmetrischen Paresen und einer Abschwächung bzw. einem Verlust der Muskeleigenreflexe. In schweren Fällen kann auch die Atemmuskulatur betroffen sein, was die Entwöhnung von der Beatmung erschweren kann.
Dystonie
Defintion
Symptomatik
Ätiologie
Therapie
Beispiele für Dystonien
Blepharospasmus
Meige-Syndrom: Blepharospasmus in Kombination mit oromandibulärer Dystonie (segmentale Ausbreitung)
Torticollis spasmodicus (Unterdrückung durch Geste antagonistique)
etc.
Therapie bei Neuroleptika-induzierten Dystonien
Biperiden
Friedreich-Ataxie
Klinik:
- Erstsymptom: unsicherer Gang im Jugendalter
- progrediente Stand- und Gangataxie ist das einzige obligate Symptom
- Gangunsicherheit mit Stolpern und Stürzen, allgemeine Ungeschicklichkeit
- Gestörter Lage- und Vibrationssinn (Pallhypästhesie)
Muskeleigenreflexe der Beine sehr häufig fehlend (Areflexie)
- Dysarthrie
- Hohlfuß
- hypertrophe Kardiomyopathie
Progressive multifokale Leukenzephalopathie)
Differenzialdiagnose bei Raumforderung mit zentral nekrotischen Anteile, ringförmiger Kontrastmittelaufnahme, perifokalem Ödem im MRT/CT
Wernicke-Enzephalopathie
Ätiologie
Symptomtrias
Bildgebung
akute neurodegenerative Erkrankung, die durch Thiaminmangel (häufig bei Alkoholabusus) ausgelöst wird
Symptomtrias: 1. Störung der Okulomotorik, 2. Ataxie und 3. progredienter Beeinträchtigung der Vigilanz
MRT: symmetrische Läsionen in den Corpora mammaria, Thalamus und Mittelhirn