V4 Flashcards

(37 cards)

1
Q

Was sind kalkulatorische Werte?

A

🔑 Merksatz:
Kalkulatorische Abschreibung = wirtschaftlicher Werteverzehr statt gesetzlicher Vorschrift.
→ gehört zu den Anderskosten im internen Rechnungswesen.

👉 „Kalkulatorisch“ heißt: gedacht, aber wirtschaftlich echt.
Oder anders gesagt:
„Kein Geld fließt, aber ein Wert geht verloren.“

Kalkulatorische Abschreibung: tatsächlicher Werteverzehr eine

Beispiele:
Kalkulatorische Abschreibung: tatsächlicher Werteverzehr einer Maschine.
Kalkulatorische Zinsen: entgangene Zinsen auf eingesetztes Eigenkapital.
Kalkulatorische Miete: Nutzung eigener Räume.
Kalkulatorischer Unternehmerlohn: Entlohnung der Arbeitsleistung des Inhabers.

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2
Q

Warum sind kalkulatorische Werte im internen Rechnungswesen wichtig?

A
  • Bedeutung: Kalkulatorische Werte zeigen die tatsächlichen wirtschaftlichen Kosten, unabhängig davon, ob dafür eine Zahlung erfolgt oder nicht.
  • Sie machen die betriebliche Realität besser sichtbar als die gesetzlich geregelten Werte im externen Rechnungswesen.
  • Ziel: realistische Kostenrechnung, Preisbildung und Entscheidungsgrundlagen.

🔑 Gesamt-Merksatz:
AZUMW = Abschreibung, Zinsen, Unternehmerlohn, Miete, Wagnisse.
→ Das sind die fünf Arten kalkulatorischer Kosten.

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3
Q

Was sind kalkulatorische Abschreibungen?

A
  • Zeigen den tatsächlichen Werteverzehr von Anlagen (Maschinen, Fahrzeuge etc.).
  • Berücksichtigen wirtschaftliche Nutzungsdauer, nicht nur steuerliche.
  • Können von der bilanziellen Abschreibung abweichen → Anderskosten.
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4
Q

Was sind kalkulatorische Zinsen?

A
  • Rechnen mit den entgangenen Zinsen auf das im Unternehmen gebundene Kapital.
  • Zeigen die Opportunitätskosten der Kapitalnutzung.
  • Grundlage: durchschnittlich gebundenes Kapital × Zinssatz.
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5
Q

Was sind kalkulatorische Mieten?

A
  • Gedachte Miete für die Nutzung eigener Räume oder Gebäude.
  • Sorgt für Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen, die Miete zahlen.
  • Kein tatsächlicher Geldfluss → Zusatzkosten.
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6
Q

Was ist der kalkulatorische Unternehmerlohn?

A
  • Gedachter Lohn für die eigene Arbeitsleistung des Unternehmers (bei Einzelunternehmen).
  • Wird angesetzt, weil kein tatsächliches Gehalt gezahlt wird.
  • Dient zur realistischen Kostenabbildung → Zusatzkosten.
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7
Q

Was sind kalkulatorische Wagnisse?

A
  • Kalkulatorische Wagnisse erfassen betriebliche Risiken, die zu regelmäßig erwartbaren Verlusten führen können.
  • Ziel: gleichmäßige, planbare Berücksichtigung solcher Risiken in der Kostenrechnung.
  • Voraussetzung: Das Risiko muss asymmetrisch verteilt sein (nicht durch Zufallsgewinne ausgeglichen).

Arten von Wagnissen
1. Allgemeines Unternehmerwagnis:
* Verluste, die das Unternehmen als Ganzes betreffen, z. B. Konjunkturrückgang oder wirtschaftliche Krisen. (Wirtschaftskrise führt zu Umsatzrückgang.)
2. Spezielle Einzelwagnisse:
* Verluste, die direkt mit Produktion oder Vertrieb zusammenhängen. (Bruch, Diebstahl, Forderungsausfälle, Gewährleistungen.)

🔑 Merksatz:
Kalkulatorische Wagnisse = geplante, betriebsbedingte Risiken, die sich regelmäßig wiederholen.
→ Zufällige Gewinne & Verluste gleichen sich aus → keine Wagniskosten!

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8
Q

Was ist die lineare Abschreibung und wie wird sie berechnet?

A
  • Die lineare Abschreibung verteilt die Anschaffungskosten eines Anlageguts gleichmäßig auf die Nutzungsdauer.
  • Jedes Jahr wird der gleiche Betrag abgeschrieben → gleichbleibende jährliche Kostenbelastung.
  • (Anschaffungskosten - Restwert) = Nutzungsdauer -> (AK - R) / N

🔑 Merksatz:
Lineare Abschreibung = jedes Jahr gleich viel Wertverlust.

Beispiel:
Maschine kostet 10.000 €, Nutzungsdauer 5 Jahre, kein Restwert:
→ 10.000 € / 5 = 2.000 € pro Jahr

  • oft zum Ende der Abschreibung die Maschine weiterhin für 1€ verbuchen, da die Maschine sonst nicht mehr auftaucht

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9
Q

Was ist die leistungsabhängige Abschreibung und wie wird sie berechnet?

A
  • Die Abschreibung richtet sich nach der tatsächlichen Nutzung oder Leistung einer Anlage, nicht nach der Zeit.
  • Ziel: realistischen Werteverzehr bei Beschäftigungsschwankungen erfassen.
  • Wird z. B. bei Maschinen verwendet, die unterschiedlich stark genutzt werden.- nach Laufstunden oder nach Stückzahl

AKO / Gesamtleistung * Periodenleistung

🔑 Merksatz:
Leistungsabhängige Abschreibung = Abschreibung nach Nutzung statt nach Zeit.
→ passt sich Beschäftigungsschwankungen an.

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10
Q

Was unterscheidet die lineare und die geometrisch-degressive Abschreibung grundsätzlich?

A
  • Linear: jedes Jahr gleicher Abschreibungsbetrag → gleichmäßige Kostenbelastung.
  • Geometrisch-degressiv: anfangs hohe, später sinkende Abschreibungsbeträge → Kostenbelastung nimmt über Zeit ab.
  • Über die gesamte Nutzungsdauer ist der Gesamtbetrag der Abschreibungen gleich, nur die Verteilung ist unterschiedlich.

🔑 Merksatz:
Linear = konstant, Degressiv = anfangs stark, später schwach.

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11
Q

Wie wirken sich lineare und degressive Abschreibung auf Gewinn und Rentabilität aus?

A

Bei degressiver Abschreibung:
* Anfangs höhere Abschreibung → niedriger Gewinn, niedrigere Rentabilität.
* Später geringere Abschreibung → höherer Gewinn, höhere Rentabilität.

Bei linearer Abschreibung:
* Gewinn und Rentabilität bleiben konstant.

🔑 Merksatz:
Degressiv = zuerst weniger Gewinn, später mehr. Linear = gleichbleibend.

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12
Q

Welche steuerlichen und liquiditätsbezogenen Effekte haben die Abschreibungsmethoden?

A

Bei degressiver Abschreibung:
* Anfangs geringerer Gewinn → geringere Steuerlast → Liquiditätsvorteil (Steuern später gezahlt).
* Gegen Ende höhere Gewinne → höhere Steuerzahlungen.

Bei linearer Abschreibung:
* Gleichmäßige Steuerbelastung über die Jahre.
* ⚠️ Hinweis: Die geometrisch-degressive Abschreibung ist heute steuerlich nicht mehr zulässig → steuerlicher Vorteil entfällt.

🔑 Merksatz:
Degressiv verschiebt Steuern nach hinten → Liquiditätsvorteil (aber heute nicht mehr erlaubt).

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13
Q

Unterscheiden sich lineare und degressive Abschreibung über die gesamte Nutzungsdauer?

A

Über die gesamte Laufzeit kein Unterschied im Gesamtbetrag der Abschreibungen oder Gewinne.
Unterschied liegt nur in der zeitlichen Verteilung:
* Degressiv = stärkerer Kostenverlauf zu Beginn.
* Linear = gleichmäßige Verteilung.

🔑 Merksatz:
Beide führen zum gleichen Gesamtergebnis – nur das „Wann“ ist anders.

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14
Q

Was bedeutet ROI?

A

Return on Investment
* Misst die Gesamtrentabilität des eingesetzten Kapitals.
* Zeigt, wie viel Gewinn das Unternehmen pro eingesetztem Kapital erzielt.
* Verbindet Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag.

🔑 Merksatz:
ROI = Wie effizient arbeitet das Unternehmen mit seinem Kapital?

ROI = (Gewinn / Gesamtkapital) x 100

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15
Q

Was bedeutet ROE?

A

Return on Equity
* Gibt an, wie stark sich das Eigenkapital verzinst hat.
* Zeigt die Eigenkapitalrentabilität des Unternehmens.

🔑 Merksatz:
ROE = Gewinn im Verhältnis zum Eigenkapital → Zins auf das eigene Geld.

ROE = (Jahresüberschuss / Eigenkapital) x 100

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16
Q

Was bedeutet ROCE?

A

Return on Capital Employed
* Misst die Rendite des eingesetzten betriebsnotwendigen Kapitals (also ohne nicht-betriebliche Mittel).
* Dient zur Beurteilung der operativen Effizienz eines Unternehmens.

➡️ EBIT = Gewinn vor Zinsen und Steuern
➡️ Capital Employed = Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital – nicht betriebsnotwendiges Vermögen

🔑 Merksatz:
ROCE = Verzinsung des im Betrieb eingesetzten Kapitals.

ROCE = (EBIT/ Capital Employed) x 100

17
Q

Wie beeinflussen Abschreibungsmethoden (linear vs. degressiv) Kennzahlen wie ROI, ROE und ROCE?

A
  • Bei degressiver Abschreibung sind Gewinne anfangs niedriger → ROI, ROE, ROCE fallen niedriger aus.
  • Später steigen Gewinne → Kennzahlen verbessern sich.
  • Linear: gleichmäßige Abschreibung → Kennzahlen bleiben stabil.

🔑 Merksatz:
Degressiv = Kennzahlen anfangs schwächer, später stärker. Linear = konstant.

18
Q

Wie berechnet man kalkulatorische Zinsen?

A

KalkulatorischeZinsen=durchschnittlichgebundenesKapital×Zinssatz

Berechnung des durchschnittlich gebundenen Kapitals:
* (Anfangskapital + Endkapital) / 2

🔑 Merksatz:
Kalkulatorische Zinsen = „gedachte Zinsen“ auf das im Unternehmen gebundene Kapital.
→ zeigen, was das Kapital theoretisch woanders eingebracht hätte.

Beispiel:
Anfangskapital = 100.000 €
Endkapital = 60.000 €
Zinssatz = 6 %

  • DurchschnittlichgebundenesKapital = (100.000 + 60.000)/2 = 80.000€
  • KalkulatorischeZinsen=80.000×0,06=4.800€

19
Q

Was bedeutet WACC bei der Berechnung kalkulatorischer Zinsen und wie wird er berechnet?

A
  • WACC = Weighted Average Cost of Capital → durchschnittliche Kapitalkosten eines Unternehmens.
  • Wird verwendet, wenn Eigen- und Fremdkapital gemeinsam verzinst werden sollen.
  • Zeigt die durchschnittlichen Opportunitätskosten des gesamten Kapitals.
  • Berücksichtigt, dass Fremdkapitalzinsen steuerlich absetzbar sind.

WACC = Eigenkapitalkosten x (E/G) + Fremdkapitalkosten x (F/G) x (1-s)

E: Eigenkapital
F: Fremdkapital
G: Gesamtkapital
iE: Eigenkapitalkosten (erwartete Rendite)
iF: Fremdkapitalkosten (Kreditzins)
s: Steuersatz (wegen steuerlicher Abzugsfähigkeit von Zinsen)

🔑 Merksatz:
WACC = gewichteter Durchschnittszins für Eigen- & Fremdkapital – berücksichtigt Steuervorteil durch Fremdkapital.

20
Q

Was sind Anderskosten und Zusatzkosten im internen Rechnungswesen?

Ende der Kostenartenrechnung

A

Anderskosten
* Kosten, die im internen Rechnungswesen anders bewertet werden als im externen (Finanzbuchhaltung). Es gibt sie auch extern, aber mit anderem Betrag oder Ansatz.
* Kalkulatorische Abschreibungen, Zinsen

**Zusatzkosten **
* Kosten, die nur intern berücksichtigt werden – sie existieren extern gar nicht (kein Aufwand in der Buchhaltung).
* Kalkulatorischer Unternehmerlohn, Miete, Wagnisse (z.B. Forderungen aus LuL wird erstmals nicht erbracht)

🔑 Merksatz:
Anderskosten = anderer Betrag, Zusatzkosten = zusätzliche Kosten.
→ Beide sorgen dafür, dass die KLR die betriebliche Realität besser abbildet.

21
Q

Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären Kosten? (Herkunft)

Start der Kostenstellenrechnung!

A
  • Primäre Kosten: entstehen durch Leistungen von außen (Geschäftsbeziehungen mit Dritten).
    → Beispiele: Löhne, Gehälter, Mieten, Strom, Steuern.
  • Sekundäre Kosten: entstehen durch innerbetriebliche Leistungen (zwischen Abteilungen).
    → Beispiel: Energie aus eigenem Kraftwerk, interne Dienstleistungen.

🔑 Merksatz:
Primär = von außen, Sekundär = aus dem eigenen Betrieb.

22
Q

Was unterscheidet Einzelkosten von Gemeinkosten? (Verrechnung)

A
  • Einzelkosten: können direkt einem Produkt oder Auftrag zugeordnet werden.
    → Beispiel: Material, Fertigungslöhne.
  • Gemeinkosten: können nicht direkt zugeordnet werden → müssen über Schlüsselgrößen verteilt werden.
    → Beispiel: Verwaltung, Miete, Strom, Instandhaltung.

🔑 Merksatz:
Einzel = direkt zurechenbar, Gemein = verteilt werden.

23
Q

Was ist der Unterschied zwischen aufwandsgleichen und kalkulatorischen Kosten? (Erfassung)

A
  • Aufwandsgleiche Kosten: sind identisch mit dem Aufwand in der Finanzbuchhaltung.
    → Beispiel: Materialkosten, Personalkosten.
  • Kalkulatorische Kosten: weichen vom Aufwand ab oder existieren nur intern (Anders- & Zusatzkosten).
    → Beispiel: kalkulatorische Zinsen, Miete oder Unternehmerlohn.

🔑 Merksatz:
Aufwandsgleich = wie extern, kalkulatorisch = intern angepasst.

24
Q

Was unterscheidet variable von fixen Kosten? (Verhalten)

A
  • Variable Kosten: ändern sich mit der Produktionsmenge.
    → Beispiel: Material, Stücklohn, Energieverbrauch.
  • Fixe Kosten: bleiben konstant, egal wie viel produziert wird.
    → Beispiel: Miete, Abschreibungen, Gehälter.

🔑 Merksatz:
Variable = mengenabhängig, Fixe = mengenunabhängig.

25
Was ist die Aufgabe der Kostenstellenrechnung?
* Verteilung der Gemeinkosten auf betriebliche Teilbereiche (Kostenstellen). * Ziel: Kontrolle, Wirtschaftlichkeit und gerechte Weiterverrechnung an Kostenträger. 🔑 Merksatz: Kostenstellenrechnung = wo sind die Kosten entstanden?
26
Wie ist die Kostenstellenrechnung aufgebaut?
* Vorkostenstellen → Hilfsstellen (z. B. Werkstatt, Kantine) * Hauptkostenstellen → direkt produktive Bereiche (z. B. Fertigung, Verwaltung) → Vorkostenstellenkosten werden auf Hauptkostenstellen umgelegt. 🔑 Merksatz: Hilfsstellen helfen – Hauptstellen tragen.
27
Wie werden Gemeinkosten auf Kostenstellen verteilt?
Über Verteilungsschlüssel wie: * Raumkosten → m² * Energiekosten → kWh * Verwaltungskosten → Mitarbeiterzahl 🔑 Merksatz: Schlüssel = Maßstab, nach dem Gemeinkosten verteilt werden.
28
Was ist das Ziel der Kostenstellenrechnung?
* Ermittlung von Kosten je Kostenstelle, * Grundlage für Gemeinkostenzuschläge in der Kostenträgerrechnung, * Kontrolle der Wirtschaftlichkeit. 🔑 Merksatz: Kostenstellenrechnung = Bindeglied zwischen Kostenarten- und Kostenträgerrechnung.
29
Nach welchen Kriterien lassen sich Kosten im internen Rechnungswesen unterscheiden?
Kosten unterscheiden sich nach: * Herkunft → primäre / sekundäre Kosten * Zurechnung → Einzel- / Gemeinkosten * Verhalten → variable / fixe Kosten * Erfassung → aufwandsgleiche / kalkulatorische Kosten 🔑 Merksatz: Kosten unterscheiden sich nach Herkunft, Zurechnung, Verhalten und Erfassung.
30
Was ist der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) und wofür wird er verwendet?
* Der BAB ist ein tabellarisches Schema zur Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen. * Grundlage: die in der Kostenartenrechnung erfassten Gemeinkosten. * Er zeigt, wo die Kosten im Betrieb entstehen (Kostenstelle) und wofür sie später verwendet werden (Kostenträger). 🔑 Merksatz: BAB = Verteilungstabelle der Gemeinkosten – Herzstück der Kostenstellenrechnung.
31
Was sind unechte Gemeinkosten?
* Unechte Gemeinkosten sind eigentlich Einzelkosten, die aber aus Vereinfachungsgründen wie Gemeinkosten behandelt werden. * Sie könnten theoretisch direkt einem Produkt zugeordnet werden, aber der Aufwand wäre zu hoch oder zu kompliziert. **Beispiele:** Schrauben, Nägel, Leim, Schmieröl, Kleinwerkzeuge 👉 Der Verbrauch ist so gering oder schwer messbar, dass man ihn pauschal über Gemeinkostenzuschläge verrechnet. 🔑 Merksatz: Unechte Gemeinkosten = eigentlich Einzelkosten, aber der Einfachheit halber als Gemeinkosten behandelt.
32
Was passiert in der Primärkostenrechnung?
* Erste Stufe der Kostenstellenrechnung. * Verteilung der extern bezogenen Kosten (Primärkosten) auf die betrieblichen Kostenstellen. * Es wird ermittelt, wo im Unternehmen Kosten angefallen sind. Beispiele: Miete, Strom, Material, Gehälter, Versicherungen 🔑 Merksatz: Primär = externe Kosten auf interne Kostenstellen verteilen.
33
Was passiert in der Sekundärkostenrechnung?
* Zweite Stufe der Kostenstellenrechnung. * Verrechnung von innerbetrieblichen Leistungen zwischen den Kostenstellen. * Ziel: Alle internen Leistungen dort erfassen, wo sie tatsächlich genutzt werden. **Beispiele:** Werkstatt repariert Maschinen der Fertigung, IT betreut Verwaltung. **Verfahren:** * **Anbauverfahren ** – einfach: keine gegenseitigen Leistungen zwischen Hilfsstellen berücksichtigt. * **Stufenleiterverfahren** – teilweise gegenseitige Leistungen, in Reihenfolge verrechnet. * **Gleichungsverfahren** – vollständig genaue Verrechnung aller gegenseitigen Leistungen. 🔑 Merksatz: Sekundär = interne Leistungen zwischen Kostenstellen verrechnen.
34
Was ist der Unterschied zwischen Vorkostenstellen und Hauptkostenstellen?
**Vorkostenstellen (Hilfskostenstellen):** * Erbringen Leistungen für andere Kostenstellen, nicht direkt für Produkte. * Ihre Kosten werden weiterverrechnet auf Hauptkostenstellen. * Beispiel: Instandhaltung, Kantine, Energieversorgung, IT-Service. **Hauptkostenstellen:** * Stehen in direktem Zusammenhang mit der Leistungserstellung. * Ihre Kosten werden an Kostenträger (Produkte, Aufträge) weitergegeben. * Beispiel: Fertigung, Verwaltung, Vertrieb.
35
Wie werden Einzel- und Gemeinkosten über Kostenstellen verrechnet und berechnet?
**Einzelkosten:** * Werden direkt dem Kostenträger (z. B. Produkt, Auftrag) zugeordnet. → Keine Berechnung über Kostenstellen. * Beispiel: Fertigungslöhne, Materialeinzelkosten. **Gemeinkosten:** * Können nicht direkt zugeordnet werden → werden über Kostenstellen verteilt. * Im BAB werden die Gesamtsummen der Gemeinkosten (aus der Kostenartenrechnung) auf die einzelnen Kostenstellen verteilt. * Dabei nutzt man Verteilungsschlüssel, um die Kosten anteilig aufzuteilen. * So entsteht eine tabellarische Übersicht, welche Kostenstelle wie viele Kosten trägt. **Beispielhafte Vorgehensweise:** * Kostenarten übernehmen → z. B. Miete, Strom, Gehälter. * Verteilungsschlüssel festlegen: Miete → nach m² Strom → nach kWh Verwaltungskosten → nach Mitarbeiterzahl * (Gesamtkosten auf Kostenstellen aufteilen: → z. B. Fertigung 60 %, Verwaltung 25 %, Vertrieb 15 %.)* * Vorkostenstellen verrechnen: → Kosten der Hilfsstellen (z. B. Kantine, Instandhaltung) auf Hauptkostenstellen umlegen. * Ergebnis: Jede Kostenstelle hat ihren Gesamtkostenbetrag in Euro.
36
Was ist das Ziel der Kostenstellenrechnung bzw. des Betriebsabrechnungsbogens (BAB)?
* Ziel ist es, die Gemeinkosten **verursachungsgerecht** auf die Bereiche (Kostenstellen) zu verteilen. * Dadurch erkennt man, wo im Unternehmen Kosten entstehen und wie hoch sie dort sind. * So können ineffiziente Abteilungen erkannt, Kosten kontrolliert und Preise besser kalkuliert werden. * Grundlage für die spätere Kostenträgerrechnung (Produktkalkulation). * Die Kosten sollen sich möglichst auf die Hauptkostenstellen verteilen * Ziel - Vorkostenstellen auf null setzen und auf Hauptkostenstelle zu verteilen! - oberste Zeile mit den Werten kommt aus der Primärkostenverrechnung! 🔑 Merksatz: Ziel = Transparenz & Kontrolle. Gemeinkosten sollen dort landen, wo sie wirklich verursacht werden.
37
Was passiert im Anbauverfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung?
* Einfachstes Verfahren zur Verrechnung von Hilfskostenstellen auf Hauptkostenstellen. * Interne Verrechnungspreise = Kosten der Vorkostenstelle ÷ Leistungsmengen. * Leistungen zwischen Vorkostenstellen werden nicht berücksichtigt. Beispiel: Kantine beliefert Fertigung und Verwaltung → Kosten werden anteilig verteilt. 🔑**Merksatz:** Anbauverfahren: einfach, aber ungenau – keine gegenseitigen Verrechnungen.