Was sind kalkulatorische Werte?
🔑 Merksatz:
Kalkulatorische Abschreibung = wirtschaftlicher Werteverzehr statt gesetzlicher Vorschrift.
→ gehört zu den Anderskosten im internen Rechnungswesen.
👉 „Kalkulatorisch“ heißt: gedacht, aber wirtschaftlich echt.
Oder anders gesagt:
„Kein Geld fließt, aber ein Wert geht verloren.“
Kalkulatorische Abschreibung: tatsächlicher Werteverzehr eine
Beispiele:
Kalkulatorische Abschreibung: tatsächlicher Werteverzehr einer Maschine.
Kalkulatorische Zinsen: entgangene Zinsen auf eingesetztes Eigenkapital.
Kalkulatorische Miete: Nutzung eigener Räume.
Kalkulatorischer Unternehmerlohn: Entlohnung der Arbeitsleistung des Inhabers.
Warum sind kalkulatorische Werte im internen Rechnungswesen wichtig?
🔑 Gesamt-Merksatz:
AZUMW = Abschreibung, Zinsen, Unternehmerlohn, Miete, Wagnisse.
→ Das sind die fünf Arten kalkulatorischer Kosten.
Was sind kalkulatorische Abschreibungen?
Was sind kalkulatorische Zinsen?
Was sind kalkulatorische Mieten?
Was ist der kalkulatorische Unternehmerlohn?
Was sind kalkulatorische Wagnisse?
Arten von Wagnissen
1. Allgemeines Unternehmerwagnis:
* Verluste, die das Unternehmen als Ganzes betreffen, z. B. Konjunkturrückgang oder wirtschaftliche Krisen. (Wirtschaftskrise führt zu Umsatzrückgang.)
2. Spezielle Einzelwagnisse:
* Verluste, die direkt mit Produktion oder Vertrieb zusammenhängen. (Bruch, Diebstahl, Forderungsausfälle, Gewährleistungen.)
🔑 Merksatz:
Kalkulatorische Wagnisse = geplante, betriebsbedingte Risiken, die sich regelmäßig wiederholen.
→ Zufällige Gewinne & Verluste gleichen sich aus → keine Wagniskosten!
Was ist die lineare Abschreibung und wie wird sie berechnet?
🔑 Merksatz:
Lineare Abschreibung = jedes Jahr gleich viel Wertverlust.
Beispiel:
Maschine kostet 10.000 €, Nutzungsdauer 5 Jahre, kein Restwert:
→ 10.000 € / 5 = 2.000 € pro Jahr
Was ist die leistungsabhängige Abschreibung und wie wird sie berechnet?
AKO / Gesamtleistung * Periodenleistung
🔑 Merksatz:
Leistungsabhängige Abschreibung = Abschreibung nach Nutzung statt nach Zeit.
→ passt sich Beschäftigungsschwankungen an.
Was unterscheidet die lineare und die geometrisch-degressive Abschreibung grundsätzlich?
🔑 Merksatz:
Linear = konstant, Degressiv = anfangs stark, später schwach.
Wie wirken sich lineare und degressive Abschreibung auf Gewinn und Rentabilität aus?
Bei degressiver Abschreibung:
* Anfangs höhere Abschreibung → niedriger Gewinn, niedrigere Rentabilität.
* Später geringere Abschreibung → höherer Gewinn, höhere Rentabilität.
Bei linearer Abschreibung:
* Gewinn und Rentabilität bleiben konstant.
🔑 Merksatz:
Degressiv = zuerst weniger Gewinn, später mehr. Linear = gleichbleibend.
Welche steuerlichen und liquiditätsbezogenen Effekte haben die Abschreibungsmethoden?
Bei degressiver Abschreibung:
* Anfangs geringerer Gewinn → geringere Steuerlast → Liquiditätsvorteil (Steuern später gezahlt).
* Gegen Ende höhere Gewinne → höhere Steuerzahlungen.
Bei linearer Abschreibung:
* Gleichmäßige Steuerbelastung über die Jahre.
* ⚠️ Hinweis: Die geometrisch-degressive Abschreibung ist heute steuerlich nicht mehr zulässig → steuerlicher Vorteil entfällt.
🔑 Merksatz:
Degressiv verschiebt Steuern nach hinten → Liquiditätsvorteil (aber heute nicht mehr erlaubt).
Unterscheiden sich lineare und degressive Abschreibung über die gesamte Nutzungsdauer?
Über die gesamte Laufzeit kein Unterschied im Gesamtbetrag der Abschreibungen oder Gewinne.
Unterschied liegt nur in der zeitlichen Verteilung:
* Degressiv = stärkerer Kostenverlauf zu Beginn.
* Linear = gleichmäßige Verteilung.
🔑 Merksatz:
Beide führen zum gleichen Gesamtergebnis – nur das „Wann“ ist anders.
Was bedeutet ROI?
Return on Investment
* Misst die Gesamtrentabilität des eingesetzten Kapitals.
* Zeigt, wie viel Gewinn das Unternehmen pro eingesetztem Kapital erzielt.
* Verbindet Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag.
🔑 Merksatz:
ROI = Wie effizient arbeitet das Unternehmen mit seinem Kapital?
ROI = (Gewinn / Gesamtkapital) x 100
Was bedeutet ROE?
Return on Equity
* Gibt an, wie stark sich das Eigenkapital verzinst hat.
* Zeigt die Eigenkapitalrentabilität des Unternehmens.
🔑 Merksatz:
ROE = Gewinn im Verhältnis zum Eigenkapital → Zins auf das eigene Geld.
ROE = (Jahresüberschuss / Eigenkapital) x 100
Was bedeutet ROCE?
Return on Capital Employed
* Misst die Rendite des eingesetzten betriebsnotwendigen Kapitals (also ohne nicht-betriebliche Mittel).
* Dient zur Beurteilung der operativen Effizienz eines Unternehmens.
➡️ EBIT = Gewinn vor Zinsen und Steuern
➡️ Capital Employed = Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital – nicht betriebsnotwendiges Vermögen
🔑 Merksatz:
ROCE = Verzinsung des im Betrieb eingesetzten Kapitals.
ROCE = (EBIT/ Capital Employed) x 100
Wie beeinflussen Abschreibungsmethoden (linear vs. degressiv) Kennzahlen wie ROI, ROE und ROCE?
🔑 Merksatz:
Degressiv = Kennzahlen anfangs schwächer, später stärker. Linear = konstant.
Wie berechnet man kalkulatorische Zinsen?
KalkulatorischeZinsen=durchschnittlichgebundenesKapital×Zinssatz
Berechnung des durchschnittlich gebundenen Kapitals:
* (Anfangskapital + Endkapital) / 2
🔑 Merksatz:
Kalkulatorische Zinsen = „gedachte Zinsen“ auf das im Unternehmen gebundene Kapital.
→ zeigen, was das Kapital theoretisch woanders eingebracht hätte.
Beispiel:
Anfangskapital = 100.000 €
Endkapital = 60.000 €
Zinssatz = 6 %
Was bedeutet WACC bei der Berechnung kalkulatorischer Zinsen und wie wird er berechnet?
WACC = Eigenkapitalkosten x (E/G) + Fremdkapitalkosten x (F/G) x (1-s)
E: Eigenkapital
F: Fremdkapital
G: Gesamtkapital
iE: Eigenkapitalkosten (erwartete Rendite)
iF: Fremdkapitalkosten (Kreditzins)
s: Steuersatz (wegen steuerlicher Abzugsfähigkeit von Zinsen)
🔑 Merksatz:
WACC = gewichteter Durchschnittszins für Eigen- & Fremdkapital – berücksichtigt Steuervorteil durch Fremdkapital.
Was sind Anderskosten und Zusatzkosten im internen Rechnungswesen?
Ende der Kostenartenrechnung
Anderskosten
* Kosten, die im internen Rechnungswesen anders bewertet werden als im externen (Finanzbuchhaltung). Es gibt sie auch extern, aber mit anderem Betrag oder Ansatz.
* Kalkulatorische Abschreibungen, Zinsen
**Zusatzkosten **
* Kosten, die nur intern berücksichtigt werden – sie existieren extern gar nicht (kein Aufwand in der Buchhaltung).
* Kalkulatorischer Unternehmerlohn, Miete, Wagnisse (z.B. Forderungen aus LuL wird erstmals nicht erbracht)
🔑 Merksatz:
Anderskosten = anderer Betrag, Zusatzkosten = zusätzliche Kosten.
→ Beide sorgen dafür, dass die KLR die betriebliche Realität besser abbildet.
Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären Kosten? (Herkunft)
Start der Kostenstellenrechnung!
🔑 Merksatz:
Primär = von außen, Sekundär = aus dem eigenen Betrieb.
Was unterscheidet Einzelkosten von Gemeinkosten? (Verrechnung)
🔑 Merksatz:
Einzel = direkt zurechenbar, Gemein = verteilt werden.
Was ist der Unterschied zwischen aufwandsgleichen und kalkulatorischen Kosten? (Erfassung)
🔑 Merksatz:
Aufwandsgleich = wie extern, kalkulatorisch = intern angepasst.
Was unterscheidet variable von fixen Kosten? (Verhalten)
🔑 Merksatz:
Variable = mengenabhängig, Fixe = mengenunabhängig.