Hypertonie Flashcards

(74 cards)

1
Q

Was sind die typischen Wirkstoffgruppen bei Hypertonie?

A

7 Stück

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2
Q

Kasuistik

KP ist eine 76-jähriger Mann mit neu diagnostiziertem
Bluthochdruck 168/102 mmHG, Puls 78 /min

Wie bewerten Sie?
Welche Maßnahmen ergreifen Sie?

A

P (76 J.): RR 168/102 mmHg, Puls 78/min
→ Diagnose: Hypertonie Grad 2

Notfall?

Nein, wenn asymptomatisch.

Sofort-Alarm bei Symptomen/Endorganschaden (neurol. Ausfälle, ACS/Dyspnoe, Aortenschmerz, Lungenödem, Anurie, Papillenödem).

Basischeck

Bestätigung: Heim-BP (7-Tage) oder 24-h-ABDM; Orthostase messen.

Labor: Krea/eGFR, Na/K, Glukose/HbA1c, Lipide, Urin-AKR; ggf. TSH, Harnsäure.

EKG (± Echo), Fundus.

Zielwerte (≥65 J.)

SBP 130–139, DBP <80 (sofern vertragen).

Therapie jetzt

Lebensstil: Salz ↓, DASH/mediterran, Bewegung, Gewicht ↓, Alkohol ↓, Rauchstopp, OSA-Screening.

Medikamentös (Start bevorzugt als Kombi):

ACEi/ARB + CCB (DHP) oder ACEi/ARB + Thiazid-like (Indapamid/Chlortalidon).

Kontrollen: Krea/Kalium nach 1–2 Wo.; Nebenwirkungen/Orthostase prüfen.

Titration/Verlauf

Nach 1–2 Wo. nachsteuern; ggf. 3. Wirkstoff ergänzen.

Persistierend >140/80 trotz 3 inkl. Diuretikum → resistente HTN → Sekundärursachen/Spezialambulanz.

Altersspezifisch

Langsam auftitrieren, Sturzrisiko beachten; „so niedrig wie sicher“.

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3
Q

Was sind Risikofaktoren für Hypertonie? Unterscheidung in beeinflussbar und nicht beeinflussbar.

A
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4
Q

Wofür ist Hypertonie der grösse Risikofaktor?

A
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5
Q

Was sind weitere Folgen der Hypertonie?

A
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6
Q

Was sind die Diagnose Grenzwerte für Hypertonie?

A

cave: Diagnose-Grenzwerte sind nicht Therapiezielbereiche

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7
Q

Was ändert sich mit der Diagnostik ESC 2024?

A
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8
Q

Messung wie?

A

Oberarm, diejenige
Seite mit den
höheren Werten.
Werte abhängig
vom Setting.

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9
Q

Ab welchem Blutdruck ist eine weiterführende Diagnostik in der Apotheke angezeigt?

A

weiterführende
Diagnostik
sinnvoll ab ≥
135/85 mmHG
in der Apotheke

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10
Q

Wie sind die Grenzwerte für Hyptertonie nach ACC und ESC?

A

ACC Senkung von 140/90 auf 130/80
Erhöhung der Anzahl der Betroffenen von 30 auf 50%

jedoch
Pharmakotherapie in beiden Leitlinien ab 140/90

allerdings ACC ab 130/80 bei ASCVD Risiko >10%

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11
Q

Hat eine intensive Blutdrucksenkung auf < 120 mmHG einen klinisch bewiesenen Vorteil als moderate Senkung des Blutdrucks auf unter 140 mmHG?

A

ja, empirisch bewiesen.

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12
Q

Zielwerte und das J-shape phenomenon

he lower the better oder j-sh?

A
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13
Q

Was ist der Zielkorridor im Versorgungsalltag?

A
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14
Q

Bei älteren Patienten moderate Blutdrucksenkung besser oder intensive Blutdrucksenkung?

A

Bei älteren Patienten besser moderate Blutdrucksenkung, ausser Sonderfälle

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15
Q

Was sind die Zielwerte einer Blutdrucktherapie?

Nach ESC 2024, NVL (Nationale Versorgungsleitlinie), ACC?

A

ESC 2024: 120-129 mmHG,

NVL: Korridor,

ACC/AHA <130,
besser >120 mm/HG

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16
Q

ADA Diabetes Zielwerte ab 2023?

A
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17
Q

Was sind Einflussfaktoren des Blutdruck Zielkorridors?

A
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18
Q
A
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19
Q

Pharmakotherapie-Wirkstoffeinordnung

1st Line
2st Line
3rd Line

A
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20
Q

Therapieprinzip? Warum?

A

Immer kombinieren

Kombination besser als Dosiserhöhung:
Zwei niedrigdosierte Wirkstoffe sind stärker wirksam als ein
Wirkstoff hochdosiert, dabei weniger Nebenwirkungen

CHF = Congestive Heart Failure → Herzinsuffizienz
DM-2 = Diabetis-Mellitus Typ 2
Z. post MI“ = Zustand nach Myokardinfarkt

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21
Q

Wie wirken RAAS-Hemmer?

A

Über ACE-Inhibitoren wird die Umwandlung von AT-1 zu AT-2 inhibiert, was den Blutdruck senkt

ARBs hemmen die Vasoksontriktion und die Aldosteron-Sekretion –> snekt Blutdruck

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22
Q

Wo wurde der erste ACE-I gefunden?

Arzneistoffwirkung

A

Im Gift des Lanzenotters –> Captropril

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23
Q

Welche ACE-Hemmer werden 1-mal täglich gegeben?

A
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24
Q

Welche ACE-I werden zweimal täglich gegeben?

A

Prile

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25
Was sind Vorteile von ACE-I gegenüber Sartanen (ARBs)?
Vorteil: bessere Datenlage (Test gegen Plazebo)
26
Was sind UAWs von ACE-I?
Husten, Hyperkaliämie, Angioödem
27
Welche Sartane (ARBs) werden gegeben, welche davon zweimal täglich?
sartane
28
Was ist der Vorteil von Sartanen zu ACE-I?
weniger UAWs
29
UAWs Sartane?
Hyperkaliämie, Angioödem
30
Was für andere RAAS Medikamente gibt es?
31
Was für Calciumkanalblocker werden bei Hypertonie gegeben?
DHP CCBs und Non DHP-CCBs
32
Welche DHP CCBs gibt es? Was ist das Risiko bei kurzwirksamen DHP CCBs?
33
Was sind die UAWs von DHP CCBs?
UAWs: Flush, Ödeme (eher Tachykardie)
34
Was für non-DHP CCBs gibt es? Was für Gefahren lauern?
35
Was sind die UAWs bei non-DHP-CCBs?
Bradykardie, Verstopfung (nur Verapamil)
36
Was sind Thiazide und Thiazid-ähnliche (≠ Diuretika)? Welche am weitesten verbreitet?
37
Was sind UAWs von Thiaziden und Thiazid-ähnliche?
UAWs: Hypokaliämie, weißer Hautkrebs2 (ggf. Klasseneffekt, ggf. weniger bei Bendroflumethiazid, keine Daten bei Chlortalidon). Metabolische Effekte (Diabetesrisiko ↑)
38
HCT vs. Chlortalidon: Diuretic Comparison Projekt?
Im direkten Vergleich: 13,523 Veteranen, Follow-Up 2,4 Jahre, Durchschnittsalter 72 Jahre, 97% Männer * keine Unterschiede in kardiovaskulären Endpunkten (MACE) * Ausnahme: Patienten mit vorangegangenem Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten unter Chlortalidon seltener MACE als unter HCT * Hypokaliämie unter Chlortalidon etwas häufiger
39
Was sind betablocker? Was lösen diese aus?
β1-Blocker sind Antagonisten zu Adrenalin (Epinephrin). Herzfrequenz sinkt, Gefäße weiten sich
40
Was sind beta-Blocker der ersten und zweiten Generation und was ist der Unterschied? Welche sind zusätzlich vasodilatativ?
41
Sind betablocker 1st Line Therapeutikum bei Hypertonie?
42
Wann sind GLP1-RA eine Option?
* GLP-1-Agonisten können bei Hypertonie plus Übergewicht/Adipositas als zusätzliche Option erwogen werden * Durchschnittlicher Effekt: -3,37 mmHg (wenig aber relevant)
43
Was zentral wirksamen Antihypertensiva (Reservemittel)?
44
Welche Medizin wird bei Hyperkalämie und Hypokalämie?
45
Was sind die metabolischen Effekte verschiedener Wirkstoffklassen bei Hypertonie? Welche Wirkstoffklassen sind bei Diabetis nicht geeignet?
46
Einnahmezeitpunkt morgens vs. abends?
47
Kasuistik bei KP wurde inzwischen ein Typ-2 Diabetes festgestellt (HbA1c: 8,8) sein Blutdruck liegt bei 154/96 mmHG, Puls 72 /min unter Bisoprolol 5 mg 1-0-0 Welche Therapie können Sie sich für KP vorstellen?
Kein non-DHP-CCB (also Verapamil, Diltiazem) Blutdrucktherapie (Kombinationsansatz) Behalten: Bisoprolol 5 mg 1-0-0 (post-MI). Neu starten + titrieren: ACE-Hemmer z. B. Ramipril 2,5 mg 1-0-0, nach 1–2 Wo. auf 5 mg, ggf. 10 mg (oder ARB bei Husten). plus thiazid-ähnlich (falls nicht ödemanfällig): Indapamid 1,5 mg Retard 1-0-0 oder Chlortalidon 12,5 mg 1-0-0 alternativ statt Diuretikum: Amlodipin 5 mg 1-0-0 (bei Neigung zu Hyponatriämie/Schwindel). Kontrollen (nach Start/Änderung in 1–2 Wo.): RR inkl. Orthostase, Kreatinin/eGFR, Kalium, Na. Heimmessung: 7-Tage-Profil (morgens/abends je 2 Messungen) – Ziel zu Hause <135/85.
48
Kasuistik nach 2 weiteren Jahren wird zusätzlich zum Bluthochdruck und Typ-2 Diabetes eine KHK festgestellt. HbA1c: 7,2, Blutdruck 140/86 mmHG, Puls 72 /min Bisoprolol 5 mg 1-0-0 Metformin/Sitagliptin 1000mg 50 mg 1-0-1 Welche Hochdruck- und welche Gesamt-Therapie können Sie sich für KP vorstellen?
Kompakter Vorschlag (Start/Anpassung) Neu: Ramipril 2,5 mg 1-0-0 → Titration auf 5–10 mg. Weiter: Bisoprolol 5 mg 1-0-0. Diabetes-Switch: Sitagliptin absetzen, Empagliflozin 10 mg 1-0-0 hinzufügen (Metformin belassen). Falls RR >130/80 trotz ACEi: Amlodipin 5 mg 1-0-0 oder Indapamid Retard 1,5 mg 1-0-0. Sekundärprävention: ASS 100 mg 1-0-0, Atorvastatin 40–80 mg.
49
Was ist besser Kombipräparate hypertensive Wirkstoffe oder Monotherapie höhere Dosis?
50
ARB vs. ACEI?
51
Mavacamten bei hypertropher Kardiomyopathie (Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) = eine erblich bedingte Verdickung des Herzmuskels (meist der linken Herzkammer), ohne dass Bluthochdruck oder Klappenerkrankungen die Verdickung erklären.)
52
Wie wird eine akut hypertensive Entgleisung definiert?
53
Was ist ein akut hypertensiver Notfall? Folge?
Stationäre Aufnahme KH
54
Vorgehen bei akut hypertensiver Entgleisung?
55
Vorgehen bei akut hypertensivem Notfall?
56
3 Wirkstoffklassen als Erstlinien Therapie bei Hypertonie?
Die Erstlinien-Klassen bei arterieller Hypertonie sind: 1.) ACE-Hemmer oder Sartane (ARB) – z. B. Ramipril / Candesartan 2.) Kalziumkanalblocker (Dihydropyridine) – z. B. Amlodipin 3.) Thiazid-/thiazidähnliche Diuretika – z. B. Chlortalidon, Indapamid (HCT) Hinweis: Betablocker sind i. d. R. nicht Erstlinie (außer bei z. B. KHK, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Schwangerschaft).
57
Zusammenfassung bei Hypertonie?
58
Was ist der Therapiezielbereich bei Hypertonie?
< 140/90 mmHg
59
Was ist 1st Line bei Hypertonie?
60
Was ist 2nd Line bei Hypertonie?
61
Was ist 3rd Line bei Hypertonie?
62
Was sind die Einflüsse welcher Medizin auf metabolisches System und Kaliumspiegel?
63
Wann soll Monotherapie und Kombintherapie gegeben werden?
64
Offene Frage: Hypertonie Welche drei Wirkstoffgruppen sind First-Line-Therapie + Wirkstoff
1.) ACEi (Captopril, Rampril ) + Sartane (Valsartan, Losartan) 2.) CCB: DHP-CCB: Amlodipin, Nitrendipin non-DHP Verapamil, Diltiazem 3.) Thiazide (HCT: Hydrochlorothiazid) + thiazid-ähnliche (Chlortalidon)
65
Offene Frage: Blutdruckziele Zahlenwerte nennen a. Bei 45-jährigem Pat. ohne Vorerkrankungen b. 70-jähriger Pat. c. Welche Wirkstoffe erhöhen/erniedrigen den Kaliumspiegel – je einen Wirkstoff nennen
a) 45-jähriger ohne Vorerkrankungen Praxisziel: < 130/80 mmHg (wenn gut vertragen) Heimziel: < 135/85 mmHg b) 70-jähriger Patient Startziel: < 140/90 mmHg Wenn gut vertragen (keine Orthostase/Stürze): auf < 130/80 mmHg absenken Heimziel: < 135/85 mmHg c.) Kalium ↑ (Hyperkaliämie): z. B. Spironolacton (MRA) Kalium ↓ (Hypokaliämie): z. B. Hydrochlorothiazid (Thiazid)
66
Pat. Mit Blutdruck von 162/96mmHg und Diabetes sollte welchen Blutdrucksenker bekommen? a. HCT b. Minoxidil c. Bisoprolol d. Moxonia e. Candesartan
Richtige Antwort: e. Candesartan Begründung (kurz): Bei Hypertonie mit Diabetes sind ACE-Hemmer oder Sartane (ARB) Mittel der ersten Wahl wegen Nieren-/kardiovaskulärem Schutz. Candesartan (ARB) passt daher am besten. HCT: möglich als Zusatz, aber nicht allein bevorzugt bei DM. Minoxidil: Reservetherapeutikum. Bisoprolol: kein Erstlinienmittel ohne spezielle Indikation (z. B. KHK). Moxonidin („Moxonia“): zentral wirksam, eher Reserve.
67
12.Pat. mit KHK und Herzfrequenz von 70bpm – welche Therapie? a. Moxonia + Minoxidil b. Ivabradin + Ranolazin c. BB + DHP-CCB d. BB + Non-DHP-CCB e. Non-DHP-CCB + Ivabradin
Richtige Antwort: c. BB + DHP-CCB Warum? Bei KHK ist ein Betablocker (BB) Mittel der ersten Wahl zur Frequenz- und Symptomkontrolle. Bei weiter bestehenden Beschwerden ergänzt man einen Dihydropyridin-Calciumantagonisten (DHP-CCB, z. B. Amlodipin) – diese Kombi ist wirksam und sicher. Warum die anderen nicht? a) Moxonidin + Minoxidil: Antihypertensiva, keine Standard-Antianginosa. b) Ivabradin + Ranolazin: Ivabradin nur bei HF ≥70/min und Sinusrhythmus trotz BB oder wenn BB kontraindiziert; ohne BB nicht Standard. d) BB + Non-DHP-CCB: Kontraindiziert/risikoreich (Bradykardie/AV-Block). e) Non-DHP-CCB + Ivabradin: Additive Bradykardie-Risiken; nicht Standard.
68
Ziel Blutdruck? Und wann bei welcher Patientengruppe niedriger?
Allgemeine Zielwerte (Praxis/Ordination) Standardziel: <130/80 mmHg, wenn gut vertragen. Ältere/gebrechliche Patient:innen: zunächst <140/90 mmHg; danach ggf. auf <130/80 vorsichtig absenken. Heim-BP-Ziel: etwa <135/85 mmHg (Heimmessungen liegen meist ~5 mmHg niedriger als Praxiswerte). Wer profitiert von niedrigeren Zielen (eher Richtung <130/80 mmHg): Diabetes mellitus Typ 2 (kardiovaskulär hohes Risiko). KHK / Zustand nach MI (aber DBP nicht <60 mmHg, sonst Myokardischämie-Risiko). Zerebrovaskuläre Erkrankung (Sekundärprävention Schlaganfall/TIA). Chronische Nierenkrankheit, v. a. mit Albuminurie (Nierenschutz; RAAS-Blockade bevorzugen).
69
Welche Pflanze NICHT bei Hypertonie (Rosmarin ist gegen Hypotonie)?
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) – kreislaufanregend, kann den Blutdruck steigern, daher NICHT bei Hypertonie.
70
Ein 56-jähriger Patient (keine Komorbiditäten) wird mit RR 168/102 mmHg in der Praxis vorstellig. Welche der folgenden Strategien ist am ehesten korrekt? A. Zunächst Monotherapie (ACE-Hemmer) in Maximaldosis; Kombination erst nach 3–6 Monaten B. Sofortige Dreifachtherapie (ACE-Hemmer + Thiazid + Betablocker) in Standarddosis C. Initiale Kombinationstherapie in niedriger Dosis (z. B. ACE-Hemmer/ARB + CCB oder Thiazid-ähnlich) mit gradueller Titration D. Nur Lebensstilmaßnahmen; medikamentöse Therapie erst ab RR ≥180/110 mmHg E. Start mit Moxonidin; bei Nichtansprechen Betablocker hinzufügen
C. Initiale Kombinationstherapie in niedriger Dosis (z. B. ACE-Hemmer/ARB + CCB oder Thiazid-ähnlich) mit gradueller Titration
71
(a) Therapie bei Hypertonie + Diabetes und (b) Therapie bei Hypertonie + KHK und (c) normale Hypertonie Therapie
(a) Hypertonie + Diabetes (Typ 2) Ziele: <130/80 mmHg (wenn gut vertragen); sonst <140/90. Heimziele ~<135/85. Erstwahl: ACE-Hemmer oder ARB (Nieren-/CV-Schutz). Kombi (bei Bedarf): + DHP-Kalziumantagonist (z. B. Amlodipin) oder + thiazid-ähnlich (Indapamid/Chlortalidon). Besonderheiten: Bei Albuminurie/CKD unbedingt RAAS-Blockade priorisieren. Thiazide niedrig dosiert (Glukose/Urat). Betablocker nur bei klarer Indikation (z. B. KHK, HF). Monitoring: Kreatinin/eGFR, K+, Na+ 1–2 Wochen nach Start/Steigerung. (b) Hypertonie + KHK (inkl. Z. n. MI) Ziele: <130/80; diastolisch nicht <60 mmHg (Ischämie meiden). Erstwahl: Betablocker + ACE-Hemmer/ARB. Kombi (bei Bedarf): + DHP-CCB (Amlodipin) bei anhaltend hohem RR/Angina. Meiden: BB + Non-DHP-CCB (Verapamil/Diltiazem) wegen Brady/AV-Block. Begleitend: Sekundärprävention (ASS, Statin, Lifestyle) nach Indikation. (c) Hypertonie ohne relevante Komorbiditäten Ziele: <130/80 (wenn verträglich); bei älteren/gebrechlichen zunächst <140/90, dann vorsichtig weiter. Erstlinienklassen: 1) ACE-Hemmer oder ARB 2) DHP-CCB 3) Thiazid-/thiazidähnlich (Indapamid/Chlortalidon/HCT). Vorgehen: Grad 2/3 → initiale Zweier-Kombi (ACEi/ARB + CCB oder + thiazid-ähnlich) niedrig dosiert. Nicht-Ziel → Dreifach (ACEi/ARB + CCB + thiazid-ähnlich). Resistente Hypertonie: + Spironolacton (oder Eplerenon); Alternativen: α-Blocker, zentral wirksame, Schleifendiuretikum bei eGFR↓. Monitoring: RR inkl. Orthostase; Kreatinin/eGFR, K+, Na+ nach 1–2 Wochen; 7‑Tage-Heimprotokoll. Dosishinweise (Start – Beispiel) Ramipril 2,5–5 mg 1×/d → titrieren auf 5–10 mg. Candesartan 8 mg 1×/d → titrieren auf 16–32 mg. Amlodipin 5 mg 1×/d (max. 10 mg). Indapamid Retard 1,5 mg 1×/d oder Chlortalidon 12,5 mg 1×/d. Bisoprolol 2,5–5 mg 1×/d (bei KHK/HF/Rhythmus-Indikation). Sicherheits- und Praxischecks * Orthostase messen (stehend nach 1–3 min). * "Start low, go slow", besonders bei >70 J. * RAAS-Blocker/Diuretika: Sick-day-Regeln (Dehydratation → ggf. pausieren). * Nebenwirkungen: Thiazide → Na/K↓, Urat↑; ACEi/ARB → K↑/Kreatinin↑; CCB → Ödeme.
72
d.) < 130/80 mmHg
73
Richtig: e. Initial mit einer Kombination aus 2 Wirkstoffen beginnen. Begründung: Bei Hypertonie Grad 2 (≥160/100 mmHg, hier 164/106) wird direkt eine Zweier-Kombination aus Erstlinienklassen (ACE-Hemmer/ARB + DHP-CCB oder + thiazid-ähnlich) empfohlen. Monotherapie (a) oder reine Lebensstilphase (b) ist hier zu wenig, 4er-Kombi (c) bzw. Kombination mit Zweitlinienmittel (d) ist unangemessen.
74
Offene Frage
a.) ACE-I (z. B. Captropril) oder Sartane (z. B. Losartan) + DHP-CCB (Amlodipin) b) Betablocker (Bisoprolol) + ACE-Hemmer (s.o.) oder ARB (prognostisch günstig) (s.o.) Bei weiterem Bedarf: DHP-Kalziumantagonist addieren (s.o.) (Meiden: BB + Non-DHP-CCB wegen Brady/AV-Block)