S10 Flashcards

(41 cards)

1
Q

Welche drei Desiderata des Konstruktivismus nennt Nabers?

A

Entstehung von Identität (Theorie), Wandel von Identität und Analyse von Identität (Methode).

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2
Q

Wie lautet die zentrale Fragestellung zur ‘crisis of the social’?

A

Wie sich die Krise des Sozialen konzeptualisieren lässt und wie das Verhältnis von Krise und sozialem Wandel zu verstehen ist.

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3
Q

Welche zwei Hauptkritikpunkte werden am klassischen Krisenbegriff genannt?

A

Der Anspruch auf Objektivität und ein individualistisches Verständnis von Entscheidungsträgern.

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4
Q

Was kritisiert Walker (1993) an vielen Theorien des sozialen Wandels?

A

Sie vernachlässigen strukturellen Wandel und verfestigen dadurch den Status quo.

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5
Q

Welche Rolle spielt Deleuzes ‘Mind’-Zitat für poststrukturalistisches Denken?

A

Es betont, dass Denken von etwas ausgelöst wird, das auf es einwirkt – wichtiger ist das, was Denken hervorbringt.

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6
Q

Welche vier Grundbegriffe der poststrukturalistischen Diskurstheorie nennt Nabers?

A

Differenz, Äquivalenz, leerer Signifikant und Antagonismus.

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7
Q

Was meint ‘Differenz’ im poststrukturalistischen Sinne?

A

Identität entsteht relational durch Differenzen zu anderen Zeichen und ist nicht substanzhaft gegeben.

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8
Q

Was bedeutet Derridas Begriff ‘Différance’?

A

Identität ist ephemer; Präsenz entsteht aus Spuren anderer Zeichen und ist immer von Absenz kontaminiert.

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9
Q

Welche metaphysische Annahme kritisiert der Begriff ‘Différance’?

A

Die Vorstellung fester Präsenz und Fundamente, die die Prozesshaftigkeit von Bedeutung verdeckt.

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10
Q

Welches Spannungsverhältnis thematisiert die Folie ‘Themen’?

A

Zwischen der Vollendung des Politischen als ‘Ende der Politik’ und der offenen Frage nach dem Zweck des Menschen als Grund für Politik.

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11
Q

Warum ist die Frage nach Zweck/Ziel des Menschen für Politik wichtig?

A

Weil ihre Offenheit die Notwendigkeit fortdauernder politischer Aushandlungsprozesse begründet.

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12
Q

Wie wird Gemeinschaft im Hinblick auf ihren Geltungsbeginn beschrieben?

A

Als begrenzt: Sie muss sich selbst konstituieren und hat keinen reinen Anfang.

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13
Q

Was ist das Paradox der Gemeinschaft nach Nabers?

A

Gemeinschaft scheint vor ihrer Konstituierung bereits zu existieren, wird aber erst durch Akte wie Verträge bestätigt.

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14
Q

Was meint ‘kein reiner Anfang von Gemeinschaft’?

A

Dass Konstitutionsakte immer auf bereits vorhandene symbolische Ordnungen und Vorstellungen zurückgreifen.

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15
Q

Was ist Ziel der poststrukturalistischen Analyse von ‘Man’ bei Laclau/Mouffe?

A

Zu zeigen, wie der moderne ‘Mensch’ diskursiv in Religion, Recht und anderen Sphären produziert wird.

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16
Q

Welche Konsequenz hat diese Analyse für humanistische Werte?

A

Sie zeigt deren Fragilität, mögliche Perversion und ihre Beschränkung auf bestimmte Gruppen.

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17
Q

Was ist das Ziel der Dekonstruktion im Poststrukturalismus?

A

Scheinbar feste Oppositionen zu zerschlagen und ihre paradoxe Einheit sichtbar zu machen.

18
Q

Welche Beispiele für zu dekonstruierende Antinomien nennt die Vorlesung?

A

Kultur/Natur, Mensch/Tier, Mann/Frau, Nord/Süd, Reich/Arm.

19
Q

Was bedeutet ‘prinzipielle Unentscheidbarkeit’ bei Dekonstruktion?

A

Dass die Essenz solcher Unterscheidungen nicht endgültig festgelegt werden kann.

20
Q

Was betont die Folie ‘Dekonstruktion’ zur Einheit von Kollektiven?

A

Die Unmöglichkeit vollständiger Einheit von Volk, Nation, Text, Institution oder Menschheit.

21
Q

Warum ist Dekonstruktion auf ‘etwas Anderes’ angewiesen?

A

Weil erst Differenz und Außenbezug die Unmöglichkeit innerer Einheit sichtbar machen.

22
Q

Wie wird ‘das Politische’ in der entsprechenden Tabelle strukturiert?

A

Als Unterscheidung zwischen Universalismus/Partikularismus und Ebenen wie Ontologie/Elemente/das Diskursive/das Politische vs. Ontik/Momente/Diskurs/Politik.

23
Q

Welche vier Elemente umfasst das Theorieprogramm ‘Krise und sozialer Wandel’?

A

Identität bzw. sedimentierte Praktiken, Dislokation, Antagonismus und Institutionalisierung.

24
Q

Was bezeichnet ‘Dislokation’ im Theorieprogramm?

A

Einen Bruch, der bestehende Identitäten und Praktiken destabilisiert und Neuordnungen ermöglicht.

25
Was ist die Funktion von Antagonismus im Theorieprogramm?
Er markiert unauflösbare Konfliktlinien, an denen Identitäten und Ordnungen sich formieren.
26
Worauf zielt die Unterscheidung der drei Modelle ('Welche Texte?') ab?
Auf unterschiedliche Analysefoki: offizieller Diskurs, breitere außenpolitische Debatte und kulturelle/marginale Diskurse.
27
Welches Analyseziel verfolgt Modell 1?
Die Stabilisierung des offiziellen Diskurses und die Antwort auf Kritik.
28
Welches Analyseziel verfolgt Modell 2?
Die Untersuchung der Hegemonie des Diskurses und seines potenziellen Wandels.
29
Welches Analyseziel verfolgt Modell 3?
Die Analyse sedimentierter Diskurse und von Widerstand in kulturellen/marginalen Texten.
30
Was ist die Kernthese des Zitats 'Alles Sprache?' von Laclau/Mouffe?
Objekte existieren zwar, werden aber erst in diskursiven Feldern als bestimmte Objekte konstituiert.
31
Was wird mit der Frage 'Alles Sprache?' NICHT bestritten?
Dass Ereignisse wie Erdbeben unabhängig vom Willen existieren.
32
Was wird mit 'Alles Sprache?' bestritten?
Dass Objekte ohne diskursive Bedingungen ihrer Entstehung als bestimmte Objekte existieren könnten.
33
Welche neuen Analyseformen schlägt Nabers für IB vor?
Dekonstruktion dominanter Bedeutungsmuster mittels Bilder, Alltagsobjekte, Popkultur und visueller Repräsentationen.
34
Warum ist die Bush-Rede vom 11.9.2001 analytisch interessant?
Weil sie zentrale leere Signifikanten wie 'Freiheit' zur Rahmung des 'war on terror' verwendet.
35
Was ist die Aufgabe eines leeren Signifikanten nach Stäheli?
Eine diskursive Differenz so weit zu entleeren, dass sie behelfsmäßig die Identität eines Diskurses ausdrückt.
36
Nenne Beispiele für leere Signifikanten aus der Vorlesung.
'Freiheit', 'Westen' und 'Gerechtigkeit'.
37
Was ist eine Äquivalenzkette im Sinne Laclau/Mouffe?
Eine Verkettung heterogener Forderungen, die über einen leeren Signifikanten symbolisch zusammengehalten wird.
38
Was meint 'sedimented practices' in der Vorlesung?
Eingespielte Praktiken und Bedeutungen, etwa der wiederkehrende Bezug auf 'Freiheit' in US-Rede- und Strategiedokumenten.
39
Wie illustriert die Folie zu 'sedimented practices' den Begriff Freiheit in der US-Politik?
Durch Beispiele von Lincoln, Wilson, NSC-68 und die Vielzahl an 'freedom'-Referenzen in zentralen Texten.
40
Wie wird 'Americanism' 1919 in Abgrenzung zu Bolschewismus charakterisiert?
Als Freiheit, Selbstregierung, Gleichheit, Fortschritt und 'God and good' im Gegensatz zu Sklaverei, Diktatur, Klassenherrschaft und Barbarei.
41
Wie werden Identität, Dislokation, Antagonismus und Institutionalisierung im 'war on terror' verknüpft?
Identität: Freiheit; Dislokation: 9/11; Antagonismus: Islamismus; Institutionalisierung: DHS, Patriot Act, Guantanamo etc.