S7 Flashcards

(40 cards)

1
Q

Was ist der zentrale Gegensatz zwischen Rationalismus und Konstruktivismus in den IB?

A

Rationalismus betont egoistische Nutzenmaximierung unter Sachzwängen, Konstruktivismus die soziale Konstruktion von Interessen und Identitäten.

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2
Q

Nenne die erste Grundannahme des Konstruktivismus nach Nabers.

A

Strukturen menschlicher Verbindungen werden primär durch soziale, nicht nur materielle Faktoren vorgegeben.

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3
Q

Nenne die zweite Grundannahme des Konstruktivismus nach Nabers.

A

Identitäten und Interessen von Akteuren werden durch soziale Praktiken konstruiert und sind nicht naturgegeben.

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4
Q

Welche analytische Forderung leitet der Konstruktivismus aus seinen Grundannahmen ab?

A

Das Studium von Intersubjektivität und sozialem Kontext wird zentral.

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5
Q

Wie versteht der Konstruktivismus das Verhältnis von Struktur und Akteur?

A

Struktur und Agent konstituieren sich wechselseitig.

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6
Q

Wie erhalten Interessen im Konstruktivismus ihren Sinn?

A

Durch Ideen und Diskurse, die ihnen Bedeutung geben.

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7
Q

Welche Rolle spielen intersubjektiv geteilte Ideen (Kultur) für Kooperation?

A

Sie prägen Normen, Rollen und Institutionen und ermöglichen endogene Interessen- und Identitätstransformation.

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8
Q

Welche vier zentralen Konzepte des Konstruktivismus nennt die Vorlesung?

A

Ideen, Normen, Identitäten und Kultur.

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9
Q

Wie werden Ideen im Konstruktivismus definiert?

A

Ideen werden als Wissen verstanden, das die Struktur sozialen Bewusstseins bildet.

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10
Q

Was beschreibt die ‘Struktur sozialen Bewusstseins’?

A

Die Verteilung von Wissen über die Welt in einer Gesellschaft.

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11
Q

Wie entstehen Normen laut den Folien zu Ideen?

A

Geteilte Ideen verdichten sich zu Normen und Institutionen.

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12
Q

Wie definiert Wendt Normen?

A

Als kollektive Erwartungen über angemessenes Verhalten für eine bestimmte Identität.

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13
Q

Welche Funktionen schreiben die Folien Normen zu?

A

Sie konstituieren Identitäten und Interessen, definieren kollektive Ziele und schreiben Verhalten vor.

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14
Q

Wie wird Identität in der Vorlesung knapp definiert?

A

Identität = Subjektivität plus Differenz.

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15
Q

Sind kollektive Identitäten im Konstruktivismus stabil?

A

Sie gelten als nicht unbedingt stabil und können sich verändern.

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16
Q

Wie wird Kultur im konstruktivistischen Verständnis beschrieben?

A

Als Summe intersubjektiver Strukturen (Ideen, Normen, Identitäten) in einer Gesellschaft.

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17
Q

Wie bezieht sich Kultur auf das internationale System?

A

Sie beschreibt die Verteilung von Ideen und Identitäten im internationalen System und ist eng mit Gesellschaft/Gemeinschaft verknüpft.

18
Q

Was meint die ‘Logik der Angemessenheit’?

A

Handlungen orientieren sich an Normen und Identitäten, nicht nur an nutzenmaximierendem Kalkül.

19
Q

Wie kritisiert der Konstruktivismus den homo oeconomicus?

A

Er weist die Annahme zurück, dass Akteure ausschließlich zweckrational und nutzenmaximierend handeln.

20
Q

Was ist mit Kommunalität einer Norm gemeint?

A

Der Grad der Akzeptanz einer Norm in einer Gemeinschaft.

21
Q

Was bedeutet Spezifizität einer Norm?

A

Wie klar sie zwischen angemessenem und unangemessenem Verhalten unterscheidet.

22
Q

Was versteht man unter Sozialisation im Kontext der Normen?

A

Einen fortlaufenden Prozess, in dem Menschen Normen und Rollen erlernen und zu handlungsfähigen sozialen Wesen werden.

23
Q

Welche drei Arten von Sozialisation unterscheidet die Vorlesung?

A

Transnationale, sozietale und internationale Sozialisation.

24
Q

Was ist Wendts zentrale ontologische Verschiebung gegenüber Waltz?

A

Statt distribution of capabilities betont er die distribution of ideas.

25
Welche These formuliert Wendt zur Erklärungskraft materieller Kräfte?
Materielle Kräfte erklären in sozialen Zusammenhängen relativ wenig im Vergleich zu Ideen.
26
Wie beschreibt Wendt den Zusammenhang von Denken und Kultur?
Menschen denken durch Kultur; geteilte Überzeugungen und Sprache machen Denken erst möglich.
27
Wie definiert Wendt den Anteil materieller und ideeller Faktoren an Interessen?
Nur ein kleiner Teil der Interessen ist materiell, der Rest wird durch geteilte Ideen und Kultur konstituiert.
28
Was ist die zentrale These von Wendts idealistischer Ontologie?
Bedeutung von Macht und Inhalt von Interessen sind Funktionen von Ideen.
29
Wie verknüpft Wendt Macht und materielle Fähigkeiten?
Ein Ungleichgewicht materieller Fähigkeiten beeinflusst den Verlauf sozialer Interaktion, bleibt aber durch Ideen vermittelt.
30
Was fordert Wendt im Umgang mit scheinbar 'materiellen' Erklärungen?
Immer nach den diskursiven Bedingungen zu fragen, die solche Erklärungen erst wirksam machen.
31
Welche Grundidee des wissenschaftlichen Realismus übernimmt Wendt?
Dass Staaten und Staatensystem real und erkennbar sind, auch wenn sie nicht direkt beobachtbar sind.
32
Wie versteht Wendt 'Konstitution' sozialer Phänomene?
Als Einordnung sozialer Arten in Beziehungen konzeptueller Notwendigkeit zu anderen sozialen Arten.
33
Wie charakterisiert Wendt staatliche Identität in seiner substanziellen Theorie?
Als relativ stabile, rollenspezifische Selbstverständnisse von Staaten.
34
Unter welchen Bedingungen kann kollektive Identität zwischen Staaten entstehen?
Bei Interdependenz, gemeinsamem Schicksal, Homogenität und Selbstbeschränkung.
35
Was ermöglicht kollektive Identität laut Wendt im Hinblick auf Anarchie?
Eine Überwindung enger Eigeninteressen und die partielle Aufhebung von Anarchie durch geteilte Normen.
36
Welche vier Identitätstypen unterscheidet die Tabelle 'Identität in der Social Theory'?
Personale/korporative Identität, Typ‑Identität, Rollenidentität und kollektive Identität.
37
Wie ordnet Wendts Modell Hobbes der IB-Theorie zu?
Hobbes steht für Zwang, Selbsthilfe und feindliche Identität im Neorealismus.
38
Wie ordnet Wendts Modell Locke der IB-Theorie zu?
Locke steht für Egoismus, Anerkennung und rivalisierende Identität im Institutionalismus.
39
Wie ordnet Wendts Modell Kant der IB-Theorie zu?
Kant steht für Legitimität, Selbstbeschränkung und freundschaftliche Identität im Idealismus.
40
Welche offene Forschungsaufgabe formuliert Wendt mit Blick auf Identität?
Die Entstehung, der Wandel und die Analyse von Identität müssen theoretisch und methodisch weiter ausgearbeitet werden.