S8 Flashcards

(41 cards)

1
Q

Was kennzeichnet laut Nabers die ‘neue Außenpolitik’?

A

Eine Verwischung der Grenzen zwischen Staat/Markt, öffentlich/privat und Politik/Wirtschaft sowie eine kleptokratisch-patrimoniale Neuordnung politischer Macht.

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2
Q

Wie verhält sich die neue Außenpolitik zu institutionellen Kontrollen und Verfassungsnormen?

A

Sie agiert teilweise jenseits institutioneller Kontrollen und verfassungsrechtlicher Normen in postdemokratischer Regierungsführung.

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3
Q

Welche Rolle spielen Loyalitätsnetzwerke in der neuen Außenpolitik?

A

Personalisierte Loyalitätsnetzwerke strukturieren Macht und Entscheidungen.

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4
Q

Welche ökonomische Logik prägt die neue Außenpolitik?

A

Eine neoliberale Logik von Privatisierung, Deregulierung und Marktanpassung.

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5
Q

Welche politischen Tendenzen sind mit der neuen Außenpolitik verbunden?

A

Autoritäre Herrschaftsformen, Oligarchisierung und transnationale kleptokratische Netzwerke.

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6
Q

Wie verbindet die neue Außenpolitik Kapitalakkumulation und Geopolitik?

A

Geopolitik dient als Vehikel für private Kapitalakkumulation über Rohstoffhandel, Immobilienprojekte und Kryptowährungen.

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7
Q

Wie werden Normen in der Vorlesung definiert?

A

Als wertegestützte, intersubjektiv geteilte Erwartungen angemessenen Verhaltens.

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8
Q

Was ist mit Kommunalität einer Norm gemeint?

A

Der Grad der Akzeptanz einer Norm in einer Gemeinschaft.

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9
Q

Was ist mit Spezifizität einer Norm gemeint?

A

Der Grad, in dem eine Norm zwischen angemessenem und unangemessenem Verhalten unterscheidet.

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10
Q

Welches Problem soll durch Kommunalität und Spezifizität adressiert werden?

A

Die Unterscheidung zwischen maßgeblichen und irrelevanten Verhaltensanforderungen.

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11
Q

Was ist ein ‘referent object’ in der Securitization-Theorie?

A

Ein Objekt, das als in seiner Existenz bedroht betrachtet wird.

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12
Q

Wer sind ‘securitizing actors’?

A

Akteure, die ein Problem sekuritisieren, indem sie ein referent object als existentiell bedroht deklarieren.

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13
Q

Wer sind ‘functional actors’ im Sicherheitssektor?

A

Akteure, die auf den Sektor einwirken, ohne referent object oder securitizing actor zu sein, etwa eine umweltverschmutzende Firma.

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14
Q

Wie lautet die Ausgangsfrage der Securitization-Theorie?

A

Was macht ein Sicherheitsproblem in den IB zu einem Sicherheitsproblem?

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15
Q

Was ist nach Buzan et al. die traditionelle Bedeutung von Sicherheit?

A

Sicherheit als Überleben mit existentieller Bedrohung und dem Recht, Regeln zu brechen.

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16
Q

Welche zusätzlichen Sektoren umfasst der erweiterte Sicherheitsbegriff von Buzan et al.?

A

Politischer, ökonomischer, gesellschaftlicher und Umweltsektor.

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17
Q

Was ist der zentrale Unterschied zwischen Politisierung und Securitization?

A

Politisierung macht ein Thema zum Politikum, Securitization konstruiert es als existentiell sicherheitsrelevant mit Ausnahmecharakter.

18
Q

Welche Schritte umfasst der Prozess der Securitization?

A

Formatives Ereignis, Aufnahme durch securitizing actor, Sprechakt, Verhandlung mit audience, Akzeptanz/Legitimierung, erfolgreiche Securitization.

19
Q

Was bedeutet, dass Securitization intersubjektiv ist?

A

Sicherheit entsteht als politische Konstruktion im Aushandlungsprozess zwischen Akteuren und Publikum.

20
Q

Welche Leitfragen stellt die Sicherheitsanalyse nach Buzan et al.?

A

Wer securitisiert, auf welche Bedrohungen, für wen, warum, mit welchen Ergebnissen und unter welchen Bedingungen.

21
Q

Worauf richtet ein konstruktivistisches Forschungsdesign in den IB den Fokus?

A

Auf sprachlich vermittelte soziale Interaktion von Staaten und ex-post Rekonstruktion kommunikativer Prozesse.

22
Q

Welche Annahme zu Identitäten liegt dem konstruktivistischen Forschungsdesign zugrunde?

A

Identitäten gelten als offen für Redefinitionsprozesse.

23
Q

Was fordert das konstruktivistische Forschungsdesign bezüglich staatlicher Akteure?

A

Die Analyse ihrer wechselseitigen Repräsentation.

24
Q

Welche Grundannahme macht Nabers zur deutschen Außenpolitik?

A

Dass Verhaltensänderungen aufgrund stabiler gesellschaftlicher Normen eher unwahrscheinlich sind.

25
Nenne eine zentrale Forschungsfrage zur deutschen Außenpolitik im Konstruktivismus.
Ob es gesamtgesellschaftlich geteilte Verhaltenserwartungen an die deutsche Außenpolitik in einem Politikfeld gibt.
26
Was ist eine weitere Forschungsfrage zur deutschen Außenpolitik im Konstruktivismus?
Ob Advocacy Coalitions existieren, die Erwartungen angemessenen Verhaltens formulieren.
27
Was bezeichnet das Konzept 'Zivilmacht'?
Ein Verständnis von Staaten wie Deutschland als auf Recht, Menschenrechte, kollektive Sicherheit und multilaterale Institutionen orientierte Akteure.
28
Was ist unter 'Arguing' in internationalen Verhandlungen zu verstehen?
Ein argumentativer Modus, der auf die Macht der Argumente, vernünftigen Konsens und Bezug auf gemeinsame Autoritäten setzt.
29
Was charakterisiert 'Bargaining' in internationalen Verhandlungen?
Strategisches Verhandeln nach externer Nutzenfunktion, bei dem sprachimmanente Geltungsansprüche nachrangig sind.
30
Welche vier Arten sprachlicher Akte werden im Zusammenhang mit Bargaining genannt?
Kommunikativa, Konstativa, Repräsentativa/Expressiva und Regulativa.
31
Welche vier Phasen internationaler Verhandlungen nennt die Vorlesung?
Agenda-Setting, Definition der inhaltlichen Probleme, Verhandlungsprozess, Verhandlungsergebnis.
32
Welche fünf Faktoren umfasst die Verhandlungstheorie?
Normdichte, Demokratie, 'in camera', Unsicherheit und Glaubwürdigkeit.
33
Welche zentrale Beobachtung macht die Vorlesung zum Auftreten von 'Arguing'?
Der Austausch von Argumenten ist in allen Phasen internationaler Verhandlungen sichtbar.
34
Wie wird das Verhältnis von 'vernünftigem' Argumentieren und rein strategischem Verhandeln beschrieben?
Beides ist selten in Reinform; empirisch sind Mischformen dominierend.
35
Warum müssen auch strategisch handelnde Akteure argumentativ verhandeln?
Um Verhandlungsergebnisse zu erzielen, müssen sie auf Argumente eingehen und Zugeständnisse machen.
36
Welche Rolle spielt Kultur in internationalen Verhandlungen?
Kultur beeinflusst, welche Argumente plausibel erscheinen und trägt zur Erreichung von Verhandlungsergebnissen bei.
37
Welche vier Funktionen von Staaten in Verhandlungsprozessen werden genannt?
Agenda setters, Popularizers, Inventors und Brokers.
38
Was ist die Funktion von 'Agenda setters' in Verhandlungen?
Sie beeinflussen, wie Probleme auf der Verhandlungsebene präsentiert und gerahmt werden.
39
Was ist die Funktion von 'Popularizers'?
Sie machen anderen Teilnehmern die Dringlichkeit eines Problems deutlich.
40
Was ist die Funktion von 'Inventors'?
Sie entwickeln innovative Lösungswege aus Verhandlungsproblemen.
41
Was ist die Funktion von 'Brokers'?
Sie bringen eine ausreichend große Koalition von Staaten zur Unterstützung des Verhandlungsergebnisses zusammen.