S12 Flashcards

(51 cards)

1
Q

Welche zentralen Merkmale des Imperialismus nennt Nabers?

A

Ungleicher Tausch, territoriale Expansion, Souveränitätseinschränkung, Hegemonie und Zwang, Militarismus, Zivilisierungsmission, epistemische Gewalt und weltsystemische Arbeitsteilung/Dependenz.

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2
Q

Was ist mit ‘ungleichem Tausch’ im Kontext von Imperialismus gemeint?

A

Strukturell asymmetrische Handels- und Austauschbeziehungen, bei denen Peripheriestaaten systematisch benachteiligt werden.

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3
Q

Was bedeutet ‘epistemische Gewalt’ nach Spivak?

A

Koloniale Wissensregime entwerten lokale Wissensformen und schreiben dem Westen Deutungshoheit zu.

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4
Q

Wie versteht Wallerstein weltsystemische Arbeitsteilung?

A

Als Aufteilung in Zentrum, Semi-Peripherie und Peripherie mit ungleichen Positionen in globalen Produktions- und Wertschöpfungsketten.

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5
Q

Welche vier Elemente umfasst das Theorieprogramm ‘Krise und sozialer Wandel’?

A

Identität bzw. sedimentierte Praktiken, Dislokation, Antagonismus und Institutionalisierung.

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6
Q

Was leistet Diskurstheorie und -analyse in den IB?

A

Sie untersucht, wie politische Bedeutungen durch Sprache produziert werden, und öffnet den Blick für Macht- und Ausschlussprozesse.

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7
Q

Welche drei Stränge der Diskursanalyse nennt die Vorlesung?

A

Politische Diskurstheorie, Kritische Diskursanalyse und Diskursive Psychologie.

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8
Q

Welche Frage steht im Zentrum von Campbells ‘Writing Security’?

A

Welche Effekte diskursive Repräsentationen haben und welche politischen Entscheidungen sie ermöglichen oder ausschließen.

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9
Q

Wie versteht Campbell Securitization?

A

Als Rekonstruktion notwendigerweise instabiler Identitäten über Sicherheitsdiskurse.

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10
Q

Welche Rolle spielt die Unterscheidung Innen/Außen bei Campbell?

A

Sie ist zentral für die Konstruktion staatlicher Identität und für außenpolitische Praktiken.

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11
Q

Was meint Campbell mit ‘diskursiver Zentralität des Staates’?

A

Dass der Staat im sicherheitspolitischen Diskurs ständig als Referenzpunkt reproduziert wird.

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12
Q

Welchen kritischen Anspruch formuliert Campbell an Außenpolitik?

A

Zu untersuchen, inwiefern Außenpolitik alternative Lebensformen unterdrückt und als normative Kraft des Ausschlusses wirkt.

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13
Q

Was bedeutet bei Campbell ‘Identität durch konstitutives Außen’?

A

Identität entsteht nur durch die Abgrenzung gegenüber einem Anderen, das als Außen konstruiert wird.

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14
Q

Was fordert Campbell mit ‘Politik ohne Prinzipien’?

A

Eine Politik, die keine absoluten Prinzipien verabsolutiert, um Ausschlüsse zu legitimieren.

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15
Q

Wie definiert Campbell Gefahr in ‘Writing Security’?

A

Gefahr ist kein objektiver Zustand, sondern entsteht durch Repräsentationen von Alterität als Bedrohung.

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16
Q

Warum kann laut Campbell schon ein alternatives Sein als Bedrohung erscheinen?

A

Weil es zeigt, dass andere Identitäten möglich sind und den Wahrheitsanspruch der eigenen Identität unterläuft.

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17
Q

Wie versteht Campbell Außenpolitik?

A

Als boundary producing political performance, die Grenzen zwischen Innen und Außen herstellt.

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18
Q

Wie beschreibt Campbell die Identität von Staaten?

A

Staaten sind nie fertig, sondern müssen durch vielfältige Praktiken ständig reproduziert werden.

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19
Q

Welche offenen Fragen stellt die Folie ‘Was bedeutet postkolonial?’?

A

Ob es Dekolonialisierung, ein Ende der Dritten Welt oder Formen des Neo-Kolonialismus bezeichnet.

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20
Q

Wie ordnet Nabers den Postkolonialismus theoretisch ein?

A

Er rechnet ihn dem Poststrukturalismus zu.

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21
Q

Was kritisiert der Postkolonialismus an der ‘Dritten Welt’?

A

Ihre Objektivierung als Spielball zwischen West und Ost und als Element strategischer Spiele.

22
Q

Welche gemeinsamen Merkmale der Dritten Welt werden genannt?

A

Unterentwicklung und soziale Dislokation infolge des Zusammentreffens mit Kolonialmächten.

23
Q

Was ist Saids Ziel in ‘Orientalism’?

A

Die Dekonstruktion westlicher, falscher und romantisierender Bilder des Nahen Ostens und die Aufdeckung von Feindseligkeit gegenüber dem Islam.

24
Q

Welche Dichotomie kritisiert Said?

A

Die falsche Gegenüberstellung von Abendland und Morgenland.

25
Was umfasst die epistemologische Kritik im Postkolonialismus?
Die Dekonstruktion westlicher Wissensproduktion als historisch situiert und machtdurchzogen sowie die Kritik epistemischer Gewalt.
26
Was meint 'Dekolonisierung des Wissens'?
Die Aufwertung von indigenous knowledge und subalternen Perspektiven jenseits westlicher Kategorien.
27
Wie versteht der Postkolonialismus 'Widerstand'?
Als Entwicklung dekolonialer Optionen, Kritik linearer Fortschrittsnarrative und Dekonstruktion der als universell behaupteten Modernität.
28
Wie kritisiert der Postkolonialismus liberalen Humanismus?
Er hinterfragt vermeintlich universale Menschenrechte und Freiheitsbegriffe als kulturell spezifisch und kolonial verstrickt.
29
Welche Funktion hat der Postkolonialismus innerhalb der IB?
Er weist auf koloniale Gewalt bei der Entstehung der Ordnung hin, dekonstruiert Universalismen und untersucht Identität und Kultur in fluiden Kontexten.
30
Wie interpretiert der Postkolonialismus den 'Krieg gegen den Terror'?
Als Konstruktion klischeehafter Orient-Bilder, binärer Codes und die Verteidigung westlicher Werte gegen vermeintliche Barbarei.
31
Was ist das Fazit des Postkolonialismus laut Folie?
Suche nach kontingentem, empathischem Kulturverständnis, basierend auf Egalitarismus, Gerechtigkeit, Solidarität und reflektiertem Universalismus.
32
Wie definiert die Vorlesung Feminismus und feministische Theorie?
Feminismus als Bewegung für Gleichstellung; feministische Theorie erklärt feminine Subordination und soll Lebenslagen von Frauen verbessern.
33
Wie wird 'Gender' im Unterschied zur Geschlechterforschung verstanden?
Als sozial konstruiertes Merkmalssystem, das ungleiche Machtverhältnisse strukturiert und maskuline Merkmale höher bewertet.
34
Was kritisiert Cynthia Enloe an Sicherheitspolitik?
Dass Frauen und das 'Private' im Sicherheitsdiskurs unsichtbar bleiben, der positivistisch, realistisch und essentialistisch geprägt ist.
35
Was fragt J. Ann Tickner in Bezug auf IB-Theorie?
Wie IB-Theorie aussähe, wenn Gender als Kategorie systematisch berücksichtigt würde.
36
Welche binären Oppositionen problematisiert Tickner?
male-female, international-domestic, inside-outside, private-public, peace-war, order-anarchy.
37
Welche Analysekategorien stellt Tickner Geschlechtercodes gegenüber?
Stärke, Macht, Autonomie, Selbsthilfe vs. Frieden, Zusammenhalt und Kooperation.
38
Was kritisiert der Poststrukturalismus an Enloe und Tickner?
Deren teilweise rekonstruktive und essenzialistische Tendenzen und die Stabilisierung von Kategorien wie 'Frau'.
39
Wie versteht der Poststrukturalismus Geschlecht?
Als diskursiv konstruierte Kategorie ohne vorgegebenen ontologischen Status, deren Identitäten instabil sind.
40
Was meint Peterson mit der Aussage, wir 'wissen' die Welt nicht als abstrakte Menschen?
Erfahrungen sind immer verkörpert und gegendert, was Hierarchie und Dominanz impliziert.
41
Was steht bei kritischen Gender-Ansätzen im Vordergrund?
Identität/Subjektivität, Gewalt und Macht, Gerechtigkeit und Performativität.
42
Wie wird der 'Mythos des Schutzes' in sicherheitspolitischer Genderforschung bewertet?
Er wird durch Gewalt gegen Frauen und Kinder im Krieg entlarvt.
43
Wie reproduziert das Feld 'Sicherheit' Geschlechterverhältnisse?
Durch Fokussierung auf den maskulinen Staat und soldatische Männlichkeit, auch wenn Frauen zunehmend beteiligt sind.
44
Was meint Butler mit Gender-Performativity?
Gender ist ein beständiges Tun; Identität entsteht performativ durch wiederholte Ausdrucksformen.
45
Welche Parallele sieht Nabers zwischen Butler und Campbell?
Weder Staat noch Geschlecht besitzen einen festen ontologischen Status außerhalb der Praktiken, die sie hervorbringen.
46
Was ist die zentrale Kritik an PS und Gender?
Ohne gewisse Fundamente scheint Kritik an patriarchalen Strukturen schwierig; strategischer Essentialismus wird notwendig.
47
Wie antwortet die Vorlesung auf diese Kritik?
Sie betont die diskursive Produktion biologischer Tatsachen, den Fokus auf Ungleichheiten und die Dekonstruktion problematischer Begriffspaare.
48
Wie datiert Nabers den Beginn von Globalisierung und Kapitalismus?
Im Übergang vom Mittelalter zur Moderne, insbesondere im 15./16. Jahrhundert.
49
Welche zentralen Konzepte verbindet Nabers mit Globalisierung/Kapitalismus?
Selbstbehauptung, Optimierung, Wettbewerb und Ausbeutung.
50
Wo verortet Wood die Entstehung des Kapitalismus?
Nicht primär in Städten, sondern im englischen Agrarsektor.
51
Welche Schlüsselelemente des Kapitalismus nennt die Vorlesung?
Privateigentum, Marktabhängigkeit, Proletarisierung und die Warenwerdung der Arbeit.