S9 Flashcards

(28 cards)

1
Q

Welche drei Ausgangspunkte des Poststrukturalismus nennt Nabers?

A

Differenz, Diskurs und Dislokation.

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2
Q

Welche zentrale Fragestellung wird im Poststrukturalismus zur Krise des Sozialen formuliert?

A

Wie die ‘Krise des Sozialen’ zu konzeptualisieren ist und wie sich das Verhältnis von Krise und sozialem Wandel verstehen lässt.

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3
Q

Wie definiert Hermann (1969) eine internationale Krise?

A

Als Situation mit Bedrohung hochrangiger Ziele, wenig Entscheidungszeit und Überraschung der Entscheidungsträger.

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4
Q

Wie ergänzt McCormick (1978) den Krisenbegriff?

A

Er betont hohe Bedrohung, Überraschung, kurze Entscheidungszeit und markante Musteränderungen der Interaktion zwischen Staaten.

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5
Q

Was kritisiert Wallerstein an der Krisenverwendung nach der Finanzkrise 2007ff.?

A

Dass der Krisenbegriff unscharf verwendet wird und Fragen nach Definition und Ursachen neu gestellt werden müssen.

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6
Q

Welche zwei Kritikpunkte werden am klassischen Krisenbegriff genannt?

A

Sein Anspruch auf Objektivität und ein individualistisches Entscheidungsmodell.

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7
Q

Wie kritisiert Walker (1993) dominante Theorien in Bezug auf sozialen Wandel?

A

Sie würden strukturellen Wandel vernachlässigen und den Status quo verfestigen.

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8
Q

Welche zwei Erkenntnisformen stellt Jackson in ‘The Conduct of Inquiry in IR’ gegenüber?

A

Phänomenalismus und Transfaktualismus.

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9
Q

Welche beiden Grundpositionen beschreibt Jackson in der Beziehung Mensch–Wissen?

A

Dualismus (Neopositivismus, kritischer Realismus) und Monismus (Analytizismus/Konstruktivismus, Reflexivität).

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10
Q

Welche Grundfragen stellt Nabers zum Verhältnis von Mentalem und Materiellem?

A

Worauf sie sich beziehen, ob sie strikt trennbar sind und ob Realität auf eine Sphäre reduzierbar ist.

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11
Q

Wie fasst Deleuze die Entstehung von Denken zusammen?

A

Denken entsteht durch etwas, das auf es einwirkt und ihm Gewalt antut – wichtiger als das Denken ist das, was zum Denken führt.

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12
Q

Wie versteht Wendt die Erklärung individuellen Handelns?

A

Man müsse in die Wünsche und Überzeugungen der handelnden Person ‘hineingehen’, nicht in die anderer.

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13
Q

Wie definiert Wendt den Zusammenhang von Wollen und Denken?

A

Wir wollen, was wir wollen, weil wir auf bestimmte Weise über die Welt denken.

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14
Q

Was fordert Wendt im Umgang mit materiellen Erklärungen?

A

Immer nach den diskursiven Bedingungen zu fragen, die solche Erklärungen möglich machen.

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15
Q

Welche vier Schlüsselbegriffe nennt Nabers für poststrukturalistische Diskurstheorie?

A

Differenz, Äquivalenz, leerer Signifikant und Antagonismus.

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16
Q

Was meint ‘arbiträre Qualität von Zeichen’?

A

Dass jedes Zeichensystem seine eigenen Signifikanten hervorbringt und deren Bedeutung nur innerhalb des Systems verständlich ist.

17
Q

Wie wird Identität im poststrukturalistischen Zeichenverständnis gefasst?

A

Als relationale Größe, die aus Differenzen zu anderen Zeichen entsteht.

18
Q

Was bedeutet Derridas Begriff der ‘Différance’?

A

Identität ist ephemer, Präsenz entsteht aus Spuren anderer Zeichen und ist immer von Abwesenheit durchzogen.

19
Q

Welches Problem der Metaphysik kritisiert der Begriff ‘Différance’?

A

Das Denken von Präsenz und festen Fundamenten, das die Prozesshaftigkeit von Bedeutung verdeckt.

20
Q

Was folgt aus der Offenheit der Frage nach Zweck oder Ende des Menschen politisch?

A

Die Notwendigkeit von Politik, weil das ‘Ende des Menschen’ nicht vorab festgelegt ist.

21
Q

Wie wird Gemeinschaft im Poststrukturalismus hinsichtlich ihres Anfangs beschrieben?

A

Sie hat keinen reinen Anfang, sondern bestätigt und konstituiert sich zugleich etwa durch Verträge.

22
Q

Was meint die ‘Notwendigkeit der Selbstkonstituierung’ von Gemeinschaft?

A

Gemeinschaft muss sich symbolisch und diskursiv selbst setzen, um als solche zu gelten.

23
Q

Worin besteht das Paradox der Gemeinschaft nach Nabers?

A

Sie scheint bereits zu existieren, bevor sie sich in Akten der Konstituierung offiziell ‘gründet’.

24
Q

Welche Funktion hat der Begriff der Dislokation im Poststrukturalismus?

A

Er verweist auf Brüche, in denen bestehende Ordnungen instabil werden und neu verhandelt werden müssen.

25
Wie unterscheidet sich der poststrukturalistische Krisenbegriff vom klassischen?
Er rückt die diskursive Konstruktion von Krise und ihren politischen Funktionen in den Vordergrund statt objektiver Situationen.
26
Was bedeutet Antagonismus in der Diskurstheorie?
Eine unauflösbare Grenzziehung zwischen 'Wir' und 'Sie', die Identitäten und Ordnungen stabilisiert.
27
Was ist ein 'leerer Signifikant'?
Ein bedeutungsoffenes Zeichen, das unterschiedliche Forderungen bündelt und so politische Identitäten formt.
28
Wie lässt sich Äquivalenz in der Diskurstheorie knapp beschreiben?
Die Gleichsetzung heterogener Forderungen, um eine gemeinsame politische Front zu konstruieren.